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Dorfentwicklung: Projekte stehen, Finanzierung momentan unklar

Der Stadtrat hat den Dorfentwicklungsplan Friesoythe-Süd genehmigt. Die Projekte könnten in den nächsten Jahren umgesetzt werden, allerdings gibt es offene Fragen bei der finanziellen Förderung.

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Konzeptarbeit weit fortgeschritten: Das alte "Haus Weß" in Markhausen soll zu einem Multifunktionshaus und Treffpunkt umgewandelt werden. Foto: Stix

Konzeptarbeit weit fortgeschritten: Das alte "Haus Weß" in Markhausen soll zu einem Multifunktionshaus und Treffpunkt umgewandelt werden. Foto: Stix

Die Vorarbeiten sind erledigt, jetzt kann es an die Umsetzung gehen: Der Friesoyther Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwochabend, wie zuvor schon der Planungs- und Umweltausschuss am 29. Juni, den Dorfentwicklungsplan Friesoythe-Süd verabschiedet. Er wird jetzt als Grundlage dafür verwendet, die dort beschriebenen Projekte in den nächsten Jahren umzusetzen.

Und das sind einige. 144 Maßnahmen haben die Ehrenamtlichen aus Gehlenberg, Thüle, Neuvrees und Markhausen in 6 Handlungsfeldern aufgelistet. Im Vordergrund aber stehen zunächst 6 Start- und Leitprojekte, die als kurzfristiger Einstieg in die Umsetzungsphase dienen sollen. Wobei "kurzfristig" nicht bedeutet, dass mit einer Umsetzung in den nächsten Monaten zu rechnen ist, denn alle 6 Projekte sind ambitioniert und nur mit erheblichen Mitteln, vor allem aber hohem Engagement der Bevölkerung zu realisieren.

Startprojekte drehen sich um Dorfgemeinschaftshäuser und Platzgestaltung

Am weitesten fortgeschritten sind dabei die konzeptionellen Arbeiten für das Startprojekt in Markhausen. Hier soll das alte "Haus Weß" zum Multifunktionshaus und Treffpunkt umgewandelt werden. Den Bedarf an einem Ort der Begegnung gibt es auch in Augustendorf. Auf einer öffentlichen Fläche neben der Alten Schule soll dort der Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses entstehen. Erste Ideen und Konzepte liegen bereits vor.

In Neuvrees, Thüle und Gehlenberg richten die Akteure ihr Augenmerk auf die Gestaltung zentraler Plätze. In Thüle sollen der Vorplatz am Sportplatz und der Dorfplatz gegenüber der Gaststätte Sieger, in Gehlenberg der Dorfplatz zwischen Parkstraße, Tannstraße und Kirchstraße neu gestaltet und aufgewertet werden. Neuvrees plant eine vergleichbare Maßnahme für das Umfeld des Dorfgemeinschaftshauses. Zudem soll unter dem Stichwort "Dorfzentrum" das Gebäude der alten Lehrerwohnung als Multifunktionshaus um- und ausgebaut werden.

Und nicht zuletzt wollen die Dörfer gemeinsam eine Radrundroute "Friesoythe Süd" einrichten. Ziel ist, die 4 Ortsteile der Dorfregion durch eine Radroute miteinander zu verbinden und so das touristische Potenzial zu fördern. Ein ähnliches Projekt verfolgen auch die Friesoyther Kanaldörfer im Rahmen der Sozialen Dorfentwicklung. Denkbar wäre demnach, beide Routen zwischen Gehlenberg und Schwaneburgermoor miteinander zu verbinden und so die Basis für eine Rundtour um Friesoythe zu legen.

Entwurf der neuen Förderrichtlinien macht Projektfinanzierung kompliziert

All das kostet – ebenso wie die meisten der im Maßnahmenkatalog aufgelisteten 144 weiteren Projekte – Geld. Genau da allerdings herrscht momentan Unsicherheit, denn die Finanzierung der Maßnahmen ist derzeit unklar. Zwar steht die Förderung durch "Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE)", die insgesamt bis zu 65 Prozent der anfallenden Kosten betragen kann, insgesamt nicht infrage. Allerdings soll – so ein Entwurf der neuen ZILE-Förderrichtlinie – die bei den Rechnungen anfallende Umsatzsteuer bei den förderfähigen Kosten nicht mehr berücksichtigt werden. Die verbliebe dann bei Vereinen oder den Dorfgemeinschaften, zumal – so der Entwurf – die Stadt sich am Eigenanteil des Maßnahmenträgers künftig nicht mehr beteiligen darf.

Noch allerdings ist in dieser Angelegenheit das letzte Wort nicht gesprochen. Die Förderrichtlinie ist derzeit in der Beratung, spätestens Ende August soll Gewissheit bestehen, wie Projekte der Sozialen Dorfentwicklung künftig gefördert werden. Die Stadt hofft weiter auf eine höchstmögliche Förderung und erarbeitet derzeit Ideen, um einen eventuellen Rückgang der Fördermittel auffangen zu können.

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