Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Dominik Blum mag es gerne bissig

Sehr persönliche Ansichten: Zehn Fragen an den Theologen und Whiskey-Liebhaber Dominik Blum aus Lüsche.

Artikel teilen:
Zweirad-Fan: Dominik Blum liebt sein E-Bike. Lauf- und Kinderräder überlässt er hingegen lieber ukrainischen Familien. Foto: M. Niehues

Zweirad-Fan: Dominik Blum liebt sein E-Bike. Lauf- und Kinderräder überlässt er hingegen lieber ukrainischen Familien. Foto: M. Niehues

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Der Krieg in der Ukraine ist für mich sehr schwer auszuhalten. 1989 habe ich Abitur gemacht, den Mauerfall erlebt, bin nach Ostdeutschland und 1992 ins Baltikum gereist. Hinter die friedliche Revolution in Europa und das Zerreißen des Eisernen Vorhangs gibt es keinen Weg zurück, dachte ich. Und jetzt wieder ein Angriffskrieg in Europa. Das macht mir Angst.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
In dieser Woche habe ich einige Kisten neuen Wein aus meinem Lieblingsanbaugebiet Rheinhessen bestellt. Das mache ich sonst erst zu Ostern. Da sind wir aber in Norwegen und besuchen unseren Sohn, der in Bergen ein Freiwilliges Jahr absolviert. Die armen Norweger haben ja kaum Wein und der ist noch dazu sehr teuer. Also müssen wir welchen mitnehmen.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Abschaffen würde ich, dass es auf Autobahnen kein Tempolimit gibt. An ein freiwilliges Limit oder die Richtgeschwindigkeit halte auch ich mich viel zu selten. Weniger Tempo bedeutet weniger Stress, weniger Unfälle und weniger Gas und Öl, mit dem wir Putins Krieg finanzieren. Wenn nicht jetzt ein Tempolimit, wann dann?

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Zweiräder aller Art faszinieren mich. Im Moment fahre ich ein schnelles E-Bike. Leider habe ich keinen Motorradführerschein. Mein Vater ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden und hat mir sein Trike vererbt, zwei Räder vorne, eins hinten. Ein sehr cooles Gerät, das ich mit meinem Autoführerschein fahren darf. Ich freue mich schon darauf, im Sommer damit unterwegs zu sein. Aber nicht zu schnell!

Was tun Sie am liebsten?
Das ist wirklich unspektakulär: mit meiner Frau reden, mit dem Hund spazieren gehen, lesen, Musik hören. Und abends ein schönes Glas Whiskey trinken.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?
Ein Freund sagte kürzlich augenzwinkernd zu mir, ich wäre ein links-grün-versiffter Gutmensch. Die haben ja bekanntlich eine Menge nerviger Eigenschaften. Was dann noch übrig bleibt und was man aushalten kann an mir, das sollen andere beurteilen.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Für mich gehört zum Beginn des Wochenendes die Heute Show. Oliver Welke und seine Leute schaffen es, bissig-satirisch, informativ und dabei doch sehr unterhaltsam zu sein, finde ich. Erst wenn dann wieder die katholische Kirche aufs Korn genommen wird, merke ich, wie böse die Heute Show auch sein kann. Für mich ein großer Spaß.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Im August 2020 hatte ich das Glück, vor einem Konzert in Lingen eine halbe Stunde mit Wolfgang Niedecken sprechen zu können. Der Frontmann von BAP und seine Musik begleiten mich schon lange. Kölsch ist gut gegen Heimweh, als Dialekt und Getränk. Jetzt fehlt mir noch Bruce Springsteen als Gesprächspartner. Der ist katholisch, hat Depressionen und steht zu beidem. Das bewundere ich.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Seit mehr als 10 Jahren essen wir in unserer Familie kein Fleisch mehr. Damit hat unser älterer Sohn aufgehört, als ich ihm erklärt habe, wo die Schweinelaster hinwollen, die durch Lüsche fahren. Ich bin kein missionarischer Vegetarier. Jeder muss selber wissen, was er isst. Große Lust hätte ich auf die Frikadellen, die meine Frau früher oft gemacht hat. Aber ich verzichte darauf – aus Klimaschutzgründen und den Tieren zuliebe.

Welches Thema in den lokalen Medien hat Sie am meisten beschäftigt?
Mich hat der Streit um die mögliche Fusion des Pius-Hospitals mit dem Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg sehr beschäftigt. Wahrscheinlich weiß ich zu wenig über die fachlichen Details. Aber in der gesamten Berichterstattung ist für mich nicht klar geworden, warum ohne Not eine solche Auseinandersetzung vom Zaun gebrochen werden musste. Die Auswirkungen spüre ich bis in meine Arbeit, weil ich mich dafür rechtfertigen muss, wie hier kirchlicherseits kommuniziert wird. Wir haben als Kirche derzeit wirklich andere Probleme.


Zur Person:

  • Dominik Blum (52) ist nach eigenen Angaben mit der nettesten Oberinspektorin im Finanzamt Vechta verheiratet.
  • Das Paar wohnt in Lüsche, hat vier erwachsene Kinder und eine alte Hündin.
  • Blum arbeitet als Dozent für Theologie in der Katholischen Akademie Stapelfeld.
  • Im Moment engagiert er sich für die ukrainischen Familien in seinem Dorf.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Dominik Blum mag es gerne bissig - OM online