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Dogmen und Traditionen überdenken

Thema: Kirchenaustritte – Kommunale Ämter ächzen unter der Flut der Kirchenaustritte. Nicht nur diese Form der staatlichen Dienstleistung für die christlichen Kirchen muss überdacht werden.

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Was das Gutachten der Kanzlei WSW zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese München und Freising für die katholische Kirche in Deutschland auf Dauer bedeutet, ist noch nicht abzusehen. Eine erste Auswirkung allerdings zeichnet sich bereits ab: Viele Mitglieder wenden sich von der Institution ab und erklären ihren Austritt. Sie machen damit deutlich, dass diese Kirche nicht ihre Kirche ist. 

Bezeichnenderweise müssen sie ihren Austritt vor einer staatlichen Einrichtung erklären. Das wirft unweigerlich die Frage auf, ob solche staatlichen Serviceleistungen noch zeitgemäß sind. Muss es wirklich sein, dass der Staat einen Teil der Mitgliedsverwaltung einer nicht staatlichen Organisation übernimmt – bis hin zur Einziehung der Mitgliedsbeiträge, besser bekannt unter dem Begriff Kirchensteuer? Ist es noch korrekt, dass Einrichtungen, denen die Mitglieder davonlaufen, Sonderrechte wie etwa bei der Besetzung der Rundfunkräte genießen?

Franziska Brandmann, die Vorsitzende der Jungen Liberalen, hat diese und andere Fragen kürzlich auf Zeit Online gestellt und damit – die Kommentare zu ihrem Beitrag zeigen es – einen Nerv getroffen. Die gesellschaftliche Diskussion über den Status der Religionsgemeinschaften in einem weltanschaulich neutralen Staat des 21. Jahrhunderts ist überfällig, ihr Ausgang offen. Fest steht nur, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist, Dogmen, Traditionen und historisch gewachsene Regeln zu überdenken. In den Kirchen selbst, aber eben auch in ihrem Verhältnis zum Staat.

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