Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Diskussion um Straßenbenennung in Visbek

Die Verwaltung wollte eine neue Straße nach einem ehemaligen Ratsherrn benennen. Annette Hanken hatte allerdings Einwände.

Artikel teilen:
Wie soll sie heißen? Die Straße im Gewerbegebiet braucht einen Namen. Es standen zwei zur Auswahl. Symbolfoto: C. Meyer

Wie soll sie heißen? Die Straße im Gewerbegebiet braucht einen Namen. Es standen zwei zur Auswahl. Symbolfoto: C. Meyer

Mit der Benennung neuer Straßen in Visbek befassten sich die Mitglieder des Familien-, Schul- und Kulturausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Dabei sorgte ein Vorschlag der Verwaltung für eine Kontroverse. Konkret ging es dabei um die Benennung der Straße im Gewerbegebiet „Wildeshauser Straße“. Der Heimatverein, der üblicherweise um Vorschläge gebeten wird, schlägt den Namen „Siedenbögener Esch“ vor. Die Verwaltung machte darüber hinaus einen weiteren Vorschlag: „Theo-Kaiser-Straße“.

Bürgermeister Gerd Meyer begründete den Vorschlag folgendermaßen: Der 2002 verstorbene Theo Kaiser war von 1996 bis 2001 Ratsherr sowie von 1995 bis 2004 Bezirksvorsteher der Bauerschaft Varnhorn. Und: „Er hat uns nach seinem Tod eine größere Erbschaft hinterlassen“. Vor diesem Hintergrund handele es sich um eine Wertschätzung und Anerkennung des Varnhorners, sagte Meyer.

Auf die Angehörigen Rücksicht nehmen

Damit war Annette Hanken (Die Grünen), selbst aus Varnhorn, nicht einverstanden. Sie führte aus, dass Theo Kaiser kein einfacher Mensch gewesen sei und es gegenüber den Angehörigen nicht richtig sei, eine Straße nach ihm zu benennen. Nach Hankens Angaben habe Kaiser sein Vermögen der Gemeinde nicht wohlwollend hinterlassen, sondern weil er „krank“ gewesen sei. Darüber zeigte sich der Bürgermeister sichtlich irritiert. Er finde es nicht angebracht, in so einer Form über Theo Kaiser zu sprechen. Er zog den Vorschlag der Verwaltung deshalb zurück. Hanken erklärte, dass es ihr nicht um die Person Kaiser dabei gehe, sondern um die damaligen Umstände und dass man auf die Angehörigen Rücksicht nehmen sollte.

Bernhard Schmidt (FDP) schaltete sich ein und sprach sich für den Vorschlag des Heimatvereins aus – „aber aus anderen Gründen als meine Vorrednerin“. Theo Kaiser habe sich um Visbek verdient gemacht, indem er sich viele Jahre in die Gemeinde eingebracht und sein Vermögen der Gemeinde vermacht hat. Schmidt ließ wissen, dass ihn die Hintergründe dazu gar nicht interessieren. Seiner Ansicht nach hätte Kaiser schon viel früher eine Würdigung verdient gehabt und erinnerte daran, dass die FDP 2005 vorschlug, mit dem Vermögen eine Stiftung zu gründen. Dies wurde damals abgelehnt. Nichtsdestoweniger sollte die Gemeinde sich Gedanken darüber machen, so Schmidt, wie Kaiser angemessen zu würdigen ist.

Einig sind sich die Ratsmitglieder beim neuen Baugebiet

Die Ausschussmitglieder sprachen sich mit 5 Enthaltungen für den Vorschlag des Heimatvereins – „Siedenbögener Esch“ – aus. Dagegen sprachen sie sich einstimmig dafür aus, die neue Straße im Baugebiet „Poggenkamp II“ „Habichtskamp“ zu nennen und die neuen Straßen im Baugebiet „Goldenstedter Straße“ „Hannaskystraße“, Pawelkestraße“ und „Bergnerstraße“ – nach ehemaligen Pfarrern der evangelischen Kirchengemeinde Visbek: Martin Hannasky, Hermann Pawelke und Gerhard Bergner.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Diskussion um Straßenbenennung in Visbek - OM online