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Dinklager DJ veröffentlicht Remix mit Tube & Berger

Nick Schwenderling hat zusammen mit dem bekannten deutschen House-Duo einen Song produziert. Das Lied ist seit Freitag auf den Streaming-Portalen verfügbar. Andere DJs haben den Track schon beworben.

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Gemeinsam im Tonstudio: (von links) Nick Schwenderling, DJ Marko Vidovic (Berger) und Sänger Jannik Föste. Foto: Schwenderling

Gemeinsam im Tonstudio: (von links) Nick Schwenderling, DJ Marko Vidovic (Berger) und Sänger Jannik Föste. Foto: Schwenderling

Wie komme ich mit international bekannten DJs in Kontakt? Wie kann ich ihnen vielleicht auch mal meine eigenen Produktionen zeigen, mein eigenes musikalisches Talent vorführen? Manchmal muss man seinem Glück vielleicht auch ein wenig auf die Sprünge helfen, denkt sich Nick Schwenderling.

Der Dinklager schrieb zum Beispiel 2018 via Instagram den bekannten deutschen Minimal-Techno-DJ Boris Brejcha an, tauschte sich mit diesem aus und produzierte mit ihm zusammen eine Piano-Version von Brejchas Lied "Gravity (feat. Laura Korinth)". Das Lied wurde über die Streaming-Plattformen ein Hit, alleine bei Spotify wurde der Song mehr als 680.000 Mal gestreamt.

Auf diese Produktion ist Nick Schwenderling nach wie vor stolz. Doch der 21-Jährige fiebert seit Wochen auch diesem Freitag entgegen. Denn zusammen mit dem deutschen DJ-Duo Tube & Berger aus Solingen hat Nick Schwenderling einen Remix vom Song "Find a Way" des Südafrikaners Jordan Arts produziert. Der Song, ein melodischer, deeper House-Track, wird dann über die Streaming-Plattformen offiziell veröffentlicht. Einige DJs haben den Song indes schon gespielt. Wie zum Beispiel Nora En Pure, die in ihrer Mix-Show explizit auf den Remix hinwies – was Nick Schwenderling sehr freute.

Den Kontakt zu Tube & Berger, die im Genre der elektronischen Tanzmusik im Vergleich zu Boris Brejcha eher für housigere Beats stehen, stellte Nick Schwenderling im vergangenen Frühjahr – na klar – via Instagram her. Er produzierte ein Cover, auf dem er einige DJs verlinkte. Über einen Umweg wurde dann Marko Vidovic (Berger) auf Nick Schwenderling aufmerksam. Er tauschte sich mit dem Dinklager aus, hörte sich dessen Produktionen an und fragte auch im Namen seines Partners Arndt Rörig (Tube): "Wir möchten dich kennenlernen. Wir benötigen jemanden, der Klavier spielt. Kannst du was für uns machen?" Und Nick Schwenderling konnte. 

Mit seiner Mutter Birgitt Schwenderling besuchte der Schüler, der dieses Jahr sein Abitur am Technischen Gymnasium in Lohne macht, dreimal das Tonstudio von Tube und Berger in Solingen. Das Trio verstand sich gut, tauschte sich aus und produzierte gemeinsam mehrere Stunden. Für den Jordan-Arts-Remix von "Find a Way" lieferte Schwenderling den melodischen Teil des Songs, also die Piano-Melodie. "Der Einfluss von Nick in dem Lied ist sehr gut zu hören", freut sich Mutter Birgitt – und ist ebenso gespannt, wie der Song beim Publikum ankommt.

Nick Schwenderling spielt auch mit Jannik Föste zusammen

Birgitt Schwenderling hilft auch bei der Kommunikation zwischen Tube & Berger und ihrem Sohn. Denn Nick Schwenderling hat eine Kieferfehlbildung. Das heißt, er kann nicht sprechen, nicht essen und nicht trinken. Ihr Sohn ist auch hörgeschädigt. Aber andererseits hat Nick Schwenderling, so beschreibt es seine Mutter, auch ein ganz spezielles Gehör. "Er bringt frische Ideen und andere Komponenten rein." Das gefällt nicht nur Boris Brejcha oder Tube & Berger, sondern auch Jannik Föste. Mit dem Teilnehmer der neunten Staffel von "The Voice of Germany", ein Solinger Kumpel von Tube & Berger, trat Nick Schwenderling auch bei einem Konzert auf.

Das Musik-Business hat Nick Schwenderling mit seiner Mutter Birgitt in Tonstudios und im Backstage-Bereich von Konzerten ein wenig kennengelernt. Das sei schon alles faszinierend, sagt sie. Es sei auch spannend zu sehen, wie sich ein Song über Wochen, ja Monate entwickelt – bis er schließlich veröffentlicht wird. 

Klar sei aber auch, sagt Vater Peter Schwenderling: "Das  ist für Nick eine reine Spaßgeschichte. Er soll das alles ganz entspannt angehen – ohne Zeitdruck." Sein Sohn habe "unglaubliches Talent". Dass er jetzt aber mit bekannten DJs Kontakt habe, sei natürlich auch viel Glück gewesen. Viel Geld verdienen lässt sich alleine mit Klicks bei Streamingdiensten ohnehin nicht. Pro Stream zahlt Spotify 0,008 Euro, sagt Schwenderling – und diese Einnahmen teilt er sich dann zu einem Drittel mit Tube & Berger.

Voll konzentriert: Nick Schwenderling hat schon rund 250 Techno- und House-Songs produziert. Foto: BöckmannVoll konzentriert: Nick Schwenderling hat schon rund 250 Techno- und House-Songs produziert. Foto: Böckmann

Wie es für Nick Schwenderling jetzt weitergeht? Natürlich wird sich im Leben des Dinklagers weiterhin alles um Musik drehen. Er möchte weiter Lieder produzieren (aktuell rund 250). Er hofft, nach dem Abitur  am Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück einen Studienplatz zu bekommen. Und weitere Projekte mit Musikern stehen ebenfalls schon in der Pipeline, sagt Mutter Birgitt Schwenderling. Mit wem und was? Das darf sie allerdings noch nicht verraten.

  • Info: Die Musik von Nick Schwenderling gibt es hier.

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