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#DigitalNative

Kolumne: Irgendwas mit # – Wir, die Digital Natives, wachsen in einer vernetzten Welt auf. Aber was bedeutet das eigentlich?

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Ein Kollege schrieb kürzlich an ähnlicher Stelle über #DigitalNatives. Die Generation, die mit dem Internet aufwächst. Die Generation, die eine Welt ohne Smartphone, Tablet und Co. gar nicht kennt. Online nach Informationen suchen statt in der Bibliothek: selbstverständlich. WhatsApp, Instagram, YouTube, Snapchat, Facebook, Tiktok und Twitter auf dem Handy installiert? Selbstverständlich. Es gibt so Einiges, das für uns Internetjunkies selbstverständlich ist. Heißt aber nicht, dass es immer einfach ist, in einer vernetzten Welt aufzuwachsen. Ein paar Pros and Cons:

Pro: Das Smartphone zum Beispiel kann inzwischen fast alles. Es ist nicht mehr nur Zugang zum World Wide Web und Telefon in einem (telefonieren – macht das eigentlich noch jemand?!). Nein, das Smartphone ist zugleich Fotoapparat, Spielkonsole, Adress-, Telefon- und Notizbuch, Portemonnaie (mit Bargeld zahlen ist im Übrigen fast so seltsam wie telefonieren), Taschenrechner und Radio.

In dem „kleinen Kasten“, wie meine Oma mein Smartphone mit einer Mischung aus Neugierde und Verachtung nennt, ist eigentlich alles drin. Kein Wunder, dass so manche Frau den Alleskönner lässig über die Schulter baumeln lässt. Dort, wo zuvor noch die viel zu unhandliche und noch dazu sperrige Handtasche Platz hatte.

Das Smartphone verbindet: Vor- oder Nachteil?

Pro: Das Smartphone verbindet. Nachrichten, Fotos und Videos lassen sich in Sekundenschnelle verschicken. Kontra: Das Smartphone verbindet. Freunde, Bekannte und Verwandte wissen, dass eine Antwort auf ihre Nachricht meist zeitnah kommt. Man steht also unter einem gewissen Druck zügig zu reagieren. Und: Manchmal schaffen technische Geräte auch eine Art von Distanz zu den Liebsten. Eine Verbindung über Social Media Kanäle ist nun mal nicht dasselbe, wie eine Freundschaft in der „richtigen Welt“. Es ist einfach, sich über Messenger Dienste zu verabreden, aber noch einfacher, das Treffen einfach wieder abzusagen. Vertröstet wird man mit einem „Aber wir können ja schreiben“.

Pro: Wenn ich eine Frage habe, findet Google für mich eine Antwort. Egal wann, egal wo. Doch der permanente Zugang zu Informationen und zu Nachrichten ist nicht automatisch etwas Gutes. Denn, kontra: Wer online ist, liest unglaublich viele Bad News. Brände an der Mittelmeerküste, Überschwemmungen im Alpenraum und eine Leichtathletin auf der Flucht sind nur die Spitze des Eisbergs – der übrigens grade schmilzt. Und dann wirft zu langes Onlinesein nämlich irgendwann die Frage auf: „Gibt es auf dieser Welt eigentlich noch Gutes?!“

Die Liste der Vor- und Nachteile ist lang. Länger als diese Zeilen hier es erlauben. In Corona-Zeiten, vielleicht werden Sie mir zustimmen, überwiegen allerdings die Vorteile. Wie es nach der Pandemie aussehen wird, weiß sowieso niemand – oder? Ich kann ja mal Google fragen. Ein richtiger Digital Native eben.


Zur Person: 

  • Joanna Abou Boutros ist Redakteurin der OM Medien.
  • Die Autorin erreichen Sie per E-Mail unter: redaktion@om-medien.de.

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