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Dieter Brockmeyer verlässt die Kommandobrücke der Dammer Realschule

Fast 25 Jahre ist der Bramscher in der Schule tätig. Er hat sie weit vorangebracht und geprägt. Nun hat er sich von der Landesschulbehörde für ein Jahr vom Dienst freistellen lassen.

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Ende Juli ist Schluss: Dieter Brockmeyer verlässt die Realschule Ende des Monats. Er hat sich vom Dienst freistellen lassen.  Foto: Lammert

Ende Juli ist Schluss: Dieter Brockmeyer verlässt die Realschule Ende des Monats. Er hat sich vom Dienst freistellen lassen.  Foto: Lammert

Mehr als 24 Jahre lang hat Dieter Brockmeyer auf der Brücke der Dammer Realschule gestanden und den Kurs maßgeblich mitbestimmt. Zunächst von 1998 bis 2002 als Konrektor, dann als Nachfolger Franz-Josef Gößlings als Rektor. Zum Ende des Schuljahres verlässt er die Schule.

Der begeisterte Segler, der fortan viel mehr Zeit für sein Hobby haben wird, hat sich von der Landesschulbehörde für das kommende Schuljahr vom Dienst freistellen lassen. Damit sei die Stelle nach wie vor bis zum 31. Juli 2023 von ihm besetzt, teilte die Behörde mit.

Andreas Koch übernimmt Schulleitung kommissarisch

Kommissarisch wird sie allerdings Andreas Koch, noch Leiter der Don-Bosco-Schule in Steinfeld, übernehmen. Eine Ausschreibung der Realschul-Rektorenstelle ist im Frühjahr 2023 geplant. Das Besetzungsverfahren ist nach Angaben der Behörde grundsätzlich offen.

Dieter Brockmeyer, am 9. April 1959 in Bramsche geboren und in Wilhelmshaven aufgewachsen, wo er 1979 auch seine Abiturprüfungen bestand, wird die Suche nach seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin gewiss mit großem Interesse verfolgen. Denn mit "seiner" Realschule wird er sich wohl für immer eng verbunden fühlen.

"Ich wollte eine Schule so gestalten, wie ich mir Schule vorstelle."Dieter Brockmeyer

Während der fast 2,5 Jahrzehnte Dienst in dieser Schule hat er getan, was er als Rektor immer tun wollte: Einfluss nehmen und eigene Ideen umsetzen. Daran hat der Mathematik- und Physiklehrer nie einen Zweifel gelassen. "Ich wollte eine Schule so gestalten, wie ich mir Schule vorstelle", sagt er rückblickend auf seine Bewerbung auf die Rektorenstelle an der Dammer Realschule.

Deren Innenleben lernte er bereits in seinen 4 Jahren als Konrektor genau kennen. Als er von der Schule am Roten Berg in Hasbergen vor 24 Jahren nach Damme wechselte, zählte die Realschule 373 Schülerinnen und Schüler. Heute sind es zirka 700. "Damals gab es aber noch die Orientierungsstufe", schränkt Dieter Brockmeyer ein. Das heißt: Die Realschule hatte keinen 5. und 6. Jahrgang.

"Die Realschule Damme liegt bei den Anmeldezahlen über dem Landestrend."Dieter Brockmeyer

Doch das allein ist nicht der Grund für die hohe Schülerzahl. "Die Realschule Damme liegt bei den Anmeldezahlen über dem Landestrend. Das ist ein Indiz dafür, dass wir gut arbeiten", erklärt der noch amtierende Rektor. Wir – das ist das gesamte Kollegium, das sind aber auch die anderen in der Realschule tätigen Mitarbeiter.

Sie alle tragen zu dem Umfeld bei, das Dieter Brockmeyer in der von ihm geleiteten Schule immer haben wollte: "Alle sollen sich wohlfühlen." Und ebenso wichtig: Die Schule müsse es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, zu guten Lernerfolgen kommen zu können. Deswegen müsse die Basis für ein vernünftiges Lernen vorhanden sein.

Dass das Dieter Brockmeyer und dem Kollegium gelungen ist, hat der diesjährige Abschlussjahrgang beeindruckend bewiesen: 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichten den Erweiterten Sekundarabschluss I.

Pädagogisches Umfeld allein reicht nicht für Lernerfolge

Allein das pädagogische Umfeld reicht jedoch nicht für solch herausragende Lernerfolge und Notendurchschnitte in den Abschlussprüfungen, die in den vergangenen 10 Jahren immer über dem Landesdurchschnitt lagen. So muss zum Beispiel auch das Schulgebäude mit seiner Ausstattung hohen Anforderungen genügen.

Für Dieter Brockmeyer bedeutete das, dass er zumindest in den vergangenen Jahren auf einer Baustelle arbeitete. Die von ihm maßgeblich eingeforderte und immer wieder forcierte Sanierung des Gebäudes und die Erneuerung von Unterrichts- und anderen Räumen zog sich ob des Umfangs der Aufgabe hin.

Brockmeyer kämpfte hartnäckig für die Gebäudesanierung

Dass beides nun erstmal vor dem Abschluss steht, ist vor allem auch seiner Hartnäckigkeit zu verdanken, weil er bei Rat und Verwaltung immer wieder vorstellig wurde, um die notwendigen Schritte einzuleiten. Wozu auch vor 12 Jahren die komplette Umgestaltung des Schulhofes gehörte, für die sich Lehrerin Dr. Nadine Kröning und der Verein Lebenstraum federführend verantwortlich zeichneten.

Profitiert hat die Realschule in den vergangenen Jahren auch vom Schulverbund im Landkreis Vechta, dem 14 Real-, Haupt- und Oberschulen angehören. "Er hat unsere Arbeit gestärkt", sagt der in Bramsche lebende Brockmeyer. Die Gemeinschaft habe Ideen zur Stärkung der Schulen und Verbesserung des Unterrichts nicht nur mitgetragen, sondern auch umgesetzt. So habe sie sich zum Beispiel bei den zuständigen Stellen auf Landesebene erfolgreich dafür eingesetzt, Mathematikaufgaben praxisnäher zu gestalten.

EDV und Digitalisierung waren immer im Blick

Großen Wert hat der 63-Jährige von Beginn seiner Tätigkeit in der Realschule an auf die Bereiche EDV und Digitalisierung gelegt. Warum er sich beiden eng verbunden fühlt, zeigt ein Blick in seinen Lebenslauf: Vor seiner ersten Stelle als Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule in Dalum arbeitete er 5 Monate als Programmierer bei der Deutschen Schacht- und Tiefbohrgesellschaft (DST) in Lingen. In Hasbergen war er Fachbereichsleiter für Naturwissenschaften und Informatik und leitete parallel dazu die Beratungsstelle für Neue Technologien im Medienzentrum Osnabrück.

Mit der zunehmenden Digitalisierung des Unterrichts aber ändert sich die Rolle des Lehrers. "Er wird mehr und mehr zum Berater, weil die Schüler selbstständiger arbeiten sollen", sagt Dieter Brockmeyer. Für die Lehrkräfte, vor allem die älteren, bedeutet das ein Umdenken. "Bei vielen ist die Begeisterung dafür überraschend gut."

Guter Kontakt Wirtschaft/Schule zahlt sich für beide Seiten aus

Doch nicht nur die Digitalisierung, auch den engen Kontakt zur einheimischen Wirtschaft hat Dieter Brockmeyer stets im Blick gehabt. "Mir war der immer wichtig." Veranstaltungen wie die innerschulische Berufsmesse, bei der sich Firmen aus der Umgebung den Jugendlichen vorstellen, gehen auf seine Initiative zurück.

Letztlich profitieren von dieser engen Kooperation nicht nur die Betriebe, die unter den Schülern für sich werben können, sowie die Jugendlichen selbst, sondern auch die Schule. "Nirgendwo erfahren wir so viel über unsere Schüler wie von den Firmen." Mancher verhalte sich im Betrieb ganz anders als in der Schule. Die Unterschiede seien teilweise krass.

Zukünftig ist mehr Zeit für die Segelei

Zukünftig wird Dieter Brockmeyer all diese Facetten des Lebens in der Realschule also aus der Ferne beobachten, manchmal vielleicht sogar, wenn er gerade auf der Ost- oder Nordsee oder auf dem Mittelmeer segelt. Er darf es in dem Bewusstsein tun, die Realschule als eine ausgezeichnet für die Zukunft aufgestellte Schule an seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin zu übergeben.

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