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Dieses Mal geht es um Oythe und Füchtel: Riemann veröffentlicht 5. Buch

Der Heimat- und Familienforscher hat wieder riesige Mengen an Daten, Namen und Bildern zusammengetragen. Dabei ging der Streifzug durch einen Stadtteil, der sich stark verändert hat.

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Viel Laufarbeit: Ludger Riemann hat für sein neuestes Buch tausende Daten zusammengetragen. Foto: Chowanietz

Viel Laufarbeit: Ludger Riemann hat für sein neuestes Buch tausende Daten zusammengetragen. Foto: Chowanietz

Ludger Riemann kann einfach nicht still sitzen. Auch mit "um die 80" nicht. Der frühere Banker hat sein 5. Buch über die Stadt Vechta herausgegeben. Dieses Mal hat er die Geschichte des Ortsteils und der Menschen in Oythe und des Guts Füchtel gesammelt. Dabei geht er der Ahnenreihe der Füchteler Burgherren bis zum 30-jährigen Krieg auf den Grund. 376 Seiten hat das Werk – inklusive gut 50 Seiten Inhalts- und Namensverzeichnis. "Man muss die Leute ja auch finden", sagt Riemann.

Er habe seit seinem ersten Buch viel gelernt, verrät Riemann. Natürlich geht er noch nach demselben Prinzip vor wie bei seinem Erstling über die Große Straße. Er erzählt Geschichten mithilfe von Namen, Ahnentafeln und Bildern. Dafür besucht er in den Stadtteilen möglichst alle Familien, die er kennt oder zu denen er Kontakt aufbauen kann. Viele Alteingesessene sind dabei, deren Stammbäume und Geschichten er vor allem über die Kirchenbücher in den Archiven des Offizialats nachverfolgen kann.  Aber es seien auch viele "neue Oyther", die Riemann ihre Geschichten erzählt haben.

Anspruch auf Vollständigkeit im selbst gesteckten stadtgeschichtlichen Rahmen erhob Riemann vor allem in seinen Arbeiten über das Vechtaer Zentrum. In Oythe sei das gar nicht möglich, sagt er. Der Stadtteil habe sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert. Von vielen Häusern und Höfen hätten die Besitzer und Bewohner gewechselt, Neubaugebiete seien hinzugekommen.

Dieser Stadtteil ist kaum überschaubar

Deshalb setzt Riemann Schwerpunkte, erzählt von Besonderheiten wie der Familie Wichmann, den einzigen Glockengießern Südoldenburgs. "Oythe" fasst er weit. Seine Datensammlung führt über die frühere Bauerschaft "Im Kühl" bis zum "Stoppelmarkt". "Holzhausen" müsse aber ein eigenes Buch werden, sagt Riemann. Ob er dieses Buch schreibt? Er zuckt mit den Schultern. Die Stadt sei groß. Er habe etwa auch Anfragen vom "Stukenborg" und aus "Petersburg", den Stadtteilen westlich der Bahnlinie. Der "Hagen" sei ebenfalls interessant. Da gebe es auch viel zu erzählen. "Viel zu viel." Da müssten eigentlich längst jüngere Leute ran. Das sagt Riemann aber schon seit seinem 2. Buch. Aber jetzt sei er eben auch schon etwas älter.

Mit Oythe sei er ja zuletzt auch nur angefangen, weil er so oft angesprochen worden sei – und weil er eine besondere Beziehung zu diesem Stadtteil hat, sagt er. Das angrenzende "Telbrake" ist schon Teil des Riemannschen Kanons. Und jetzt ging seine Geschichtserzählung eben vom alten Oyther Dorfkern aus.

Da hätte der Vechtaer selbst viel zu erzählen: Er spielt in der Oyther Kirche St. Marien seit gut 60 Jahren die Orgel. Er hat bei Theater-Aufführungen mitgearbeitet und den Männerchor geleitet. "So ist das mit der Musik. Irgendwann kennst du alle und machst alles", sagt Riemann. "Aber Spaß macht das."

Recherche als Vetrauenssache

Riemann hatte bei dem Oythe-Buch eher die Sorge, dass er kein Ende finden könnte, als dass er zu wenig Material zusammenbekommen würde. Der Umfang orientiert sich letztlich an den Vorgänger-Büchern. 2 Jahre – also vergleichsweise lange – brauchte er für die Fertigstellung nur wegen der Pandemie. Mehrfach hatten sich Gesprächspartner kurz vor den Treffen krank gemeldet.

Alle Familien, die im Buch aufgeführt sind, hat er persönlich getroffen. Da merke man schnell, welche Themen eher zurückhaltend angegangen werden sollten. "Das ist schon eine Vertrauenssache, dass die Leute einem so viel erzählen", sagt Ludger Riemann. Oft lagen schon massenhaft Fotos und Unterlagen für ihn auf den Tischen, wenn er sich zum Gespräch angemeldet hatte. 

Das Gut Füchtel war für Riemann Kontrastprogramm zum Stadtteil Oythe. In früheren Zeiten lebten mehr Menschen auf dem Gut: Heuerleute, Angestellte und Pächter etwa. Heute seien dies vor allem die Eigentümer. Graf Maximilian von Merveldt und seine Familie gaben dem Autor dafür einen tiefen Einblick in die Familiengeschichte. Neben Ahnentafeln bis ins 17. Jahrhundert bekam Riemann auch viele Familienfotos – und eine Führung durch die komplette Wasserburg. Die Familie von Merveldt lebt belegbar bereits seit dem 14. Jahrhundert auf dem heutigen Gut.

Zum Schluss kommt die Teamarbeit

So ein Buch zusammenzutragen, das sei viel Laufarbeit, sagt Ludger Riemann. Die Fertigstellung ist zuletzt Teamarbeit. Da hat der Familienforscher mit Karl-Heinz Heidemann und Martin Höffmann zusammengearbeitet. Herausgeber des Buches ist der Heimatverein Vechta.

  • Info: Das Buch „Oythe mit Gut Füchtel – Ein historischer Stadtteil von Vechta“ gibt es für 32 Euro bei den Vechtaer Buchhandlungen Konerding, Lesezeichen und Vatterodt sowie beim Autor.

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