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Dieser Kreisel in Bösel setzt eine besondere Note

Die Europa-Hymne "Freude schöner Götterfunken" steht im Fokus des Kunstwerks von Alfred Bullermann. Anfang Februar soll es im Kreisverkehr installiert werden.

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Fertig: Diplom-Designer und Schmiedemeister Alfred Bullermann vor der zentralen Plastik, deren Flügel nun mit Regenbogenfarben versehen werden. Foto: Wimberg

Fertig: Diplom-Designer und Schmiedemeister Alfred Bullermann vor der zentralen Plastik, deren Flügel nun mit Regenbogenfarben versehen werden. Foto: Wimberg

Selbst die Hilfslinien sind präzise im Terzabstand gesetzt. Das tiefe „g“ präsentiert sich somit auf dem Violinenschlüssel ebenfalls wie auf einem Notenblatt und reiht sich eine Vielzahl weiterer musikalischer Zeichen ein. Entstanden ist ein stählernes „Band der Freude“, das die von Beethoven vertonte Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken“ in kreisrunder Form im neuen Böseler Kreisel im Kreuzungsbereich „Am Kirchplatz“/Overlaher Straße symbolisch zum Klingen bringen soll.

Die Idee, mit der Schmiedemeister Alfred Bullermann den Gemeinderat im Sommer überzeugen konnte, ist mittlerweile in seinem Friesoyther Atelier umgesetzt. Die Einzelteile für das Gesamtwerk mit einem Durchmesser von 13 Metern werden nun verzinkt und lackiert und „können Anfang Februar dann platziert werden“, kündigt er an.

Mit seiner Gestaltung möchte der Wahl-Böseler und Diplom-Designer in der Euro-Gemeinde eine besondere Note setzen. Wie berichtet, soll Friedrich Schillers Loblied „An die Freude“ an den internationalen musikalischen Charakter als Alleinstellungsmerkmal des Ortes erinnern und öffentlichkeitswirksam mit dem Friedensappell verbunden werden, dass „alle Menschen Brüder werden“.

Handarbeit: Alfred Bullermann formt in seiner Werkstatt den Notenschlüssel. Foto: BullermannHandarbeit: Alfred Bullermann formt in seiner Werkstatt den Notenschlüssel. Foto: Bullermann

Acht Pfosten, auf denen sich die Namen der acht Ortsteile Petersdorf, Glasdorf, Hülsberg, Osterloh, Ostland, Overlahe, Westerloh und Edewechterdamm verewigen, tragen auf den 5 Notenlinien die vier Verse der ersten Strophe der 9. Sinfonie in doppelter Ausführung.

Inmitten des konvex aufgeschütteten Kreisels befindet sich eine insgesamt rund 4 Meter hohe Stahlplastik, die den „sanften Flügelschlag“, den Schiller in seinem Liedtext beschreibt, darstellt. Die bewusst gewählten Regenbogenfarben der Plastik, „stehen für die Freiheit, Gleichheit und Vielfalt“, unterstreicht der seit 30 Jahren offiziell anerkannte freischaffende Künstler und verweist darüber hinaus auf eine individuelle Beleuchtung sowie Vorrichtungen, die das Aufstellen von Fahnenmasten möglich machen.

Künstler hat das Werk zurzeit in seinem Garten aufgebaut

Bullermann und seine Mitarbeiter erwartete bei der Umsetzung in den vergangenen Monaten „sehr viel Handarbeit“ und „immer wieder neue Herausforderungen.“

Die Noten mussten hohlgeformt und die Profile exakt gleich gebogen werden. „Das war handwerklich insgesamt schon anspruchsvoll, aber so sollte es auch sein“, betonte der Metallgestalter, der sein Werk bereits im Garten seines Ateliers aufgebaut hat, um sich vom Ergebnis ein konkretes Bild machen zu können. Das Budget für das Kunstwerk wurde mit rund 60.000 Euro kalkuliert, Zuschüsse fließen nach Aussage der Gemeindeverwaltung aus der Städtebauförderung.

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