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Die Zukunft der Kliniken im OM: Es ist höchste Zeit für eine öffentliche Diskussion

Wie lässt sich mit klammen Kliniken bald noch eine gute Gesundheitsversorgung sichern?

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In den katholischen Krankenhäusern im Oldenburger Land gingen am Freitag die Lichter aus. Nur symbolisch. Aus Protest. Doch dieser Weckruf kann schnell bittere Realität werden.

Auch Kliniken im Oldenburger Münsterland haben sich an der Aktion beteiligt. Auch sie sind seit Jahren unterfinanziert. Auch sie ächzen unter dramatisch steigenden Kosten durch Inflation und Ukraine-Krieg.

Wenn die Klinik-Manager schon selbst die „Licht-aus“-Metapher bemühen, sollten bei den Landräten in Cloppenburg und Vechta, aber auch beim Weihbischof in Vechta die Alarmglocken schrillen. Die Landkreise sind für die Gesundheitsversorgung zuständig, kirchliche Stiftungen sind Träger der heimischen Hospitäler.

Wie lässt sich eine ordentliche Gesundheitsversorgung unserer ländlichen Region krisenfest sicherstellen? Abwarten – soviel ist sicher – hilft nicht gegen den unausgesprochenen, aber festen Willen von Krankenkassen, Landes- und Bundespolitik, die Kliniken massiv zu reduzieren. Was ist die Antwort der Wirtschaftsregion OM auf die existenzielle Bedrohung, eines Tages Führungs- und Fachkräften mitteilen zu müssen, im Krankheitsfall doch bitte ein Oberzentrum aufzusuchen?

„Einfache und schnelle Antworten gibt es nicht. Aber wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“Ulrich Suffner

Immerhin: Ein erfreuliches Signal kam in dieser Woche aus Hannover: Experten der Landesregierung begrüßen die Pläne für eine Zentralklinik in Vechta. Fließen tatsächlich Millionen, wären die Standorte Vechta und Damme mittelfristig gesichert. Den Preis zahlt Lohne. Es ist eine harte, aber alternativlose Entscheidung, die wider besseren Wissens über Jahre hinausgezögert wurde. Weitere kostbare Zeit verstrich über die Standortfrage – und nun haben die Nachbarn aus Diepholz im Wettlauf um Fördermillionen die Nase vorn. Wie aber ist die Lage im Landkreis Cloppenburg? Auch dort träumen Chefärzte und Manager des Josef-Hospitals offensichtlich von einer Zentralklinik – selbstverständlich in der Kreisstadt und mit angeschlossenen Versorgungszentren in Friesoythe und Löningen. Das findet man in Friesoythe sicher nicht lustig – und auch nicht in Löningen, wo mit dem Krankenhaus Quakenbrück zusammengearbeitet wird.

Doch wie zukunftsfähig ist diese Struktur? Wie lautet die Antwort der Kuratorien, des Bischofs in Vechta und des Cloppenburger Landrats aus Friesoythe? Was hält Hannover für zukunftsfähig? Wer bezahlt neue Strukturen, falls sie nötig sein sollten und wer hat es dann künftig zu sagen? Weiter allein die katholische Kirche?

Einfache und schnelle Antworten gibt es nicht. Aber eines sollte klar sein: Angesichts der Tatsache, dass rund um OM einigen kleineren Häusern gerade tatsächlich das Licht ausgeht, ist es höchste Zeit für eine öffentliche Diskussion. Denn man weiß ja aus anderen politischen Zusammenhängen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

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