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Die Tage bis 2G-Plus im Oldenburger Münsterland werden schon gezählt

Kaum sind die Landkreise Cloppenburg und Vechta am Mittwoch in Warnstufe 1, naht die nächste Verschärfung auf Stufe 2. Grund: Neben den hohen Inzidenzen überschreitet die Hospitalisierung die Grenze.

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Symbolfoto: dpa

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Wird schon in der kommenden Woche die Corona-Warnstufe 2 im Oldenburger Münsterland ausgerufen? Die Voraussetzungen dafür sind schon am Mittwoch da - dabei gilt erst seit Mittwoch die Warnstufe 1 in ganz Niedersachsen. Einen Überblick zu Warnstufe 1 und Warnstufe 2 finden Sie hier.

Grund für die drohende Höherstufung ist die Hospitalisierung in Niedersachsen. Der Leitindikator, der auf den Zahlen der Krankenhäuser in Niedersachsen basiert, hat am Mittwoch den neu festgelegten Grenzwert für Warnstufe 2 überschritten. Der Wert liegt laut aktuellen Angaben aus Hannover bei 6,3 - der Grenzwert ist 6.

Die zweite Bewertungsgrundlage für Warnstufe 2 ist die lokale 7-Tage-Inzidenz:  Liegt die in einem Landkreisen über 100, ist die weitere erforderliche Voraussetzung gegeben. Die Landkreise Cloppenburg und Vechta liegen schon seit Wochen deutlich über 100. 

Die aktuellen 7-Tage-Inzidenzen im Oldenburger Münsterland

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Institutes: Offenbar gibt es schon wieder eine Störung zwischen dem Vechtaer Gesundheitsamt und dem RKI. Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Vechta ist laut aktueller Berechnung am Mittwoch deutlich gesunken - auf 283,2. Die Daten des RKI basieren allerdings auf 11.183 nachgewiesenen Infektionen. Das entspricht den Daten des Vortages. Das würde also bedeuten, dass dem RKI keine Neuinfektion gemeldet wurde. Das Vechtaer Gesundheitsamt hat hingegen am Dienstagnachmittag 148 neue Coronafälle veröffentlichte. Die sind offenkundig bei der Berechnung der Vechtaer 7-Tage-Inzidenz, die am Vortag noch bei 354,2 lag, am Mittwoch nicht berücksichtigt worden.

Wieder deutlich gestiegen ist hingegen die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Cloppenburg. Das RKI meldet am Mittwoch einen Wert von 349,3 (Vortag: 316,9). Das ist der derzeit zweithöchste Wert in ganz Niedersachsen hinter Salzgitter (392,8). Das Cloppenburger Gesundheitsamt hat am Dienstagnachmittag 166 neue Coronafälle gemeldet.

Es werden jetzt wieder die Werktage gezählt

Jetzt werden die Tage gezählt: Sollten an den nächsten vier Werktagen (es gilt weiterhin der Fünf-Tages-Abschnitt) die Hospitalisierung über 6 und die lokale 7-Tage-Inzidenz über 100 liegen, so muss die Kreisverwaltung die Warnstufe amtlich feststellen. Das könnte also frühestens kommende Woche der Fall sein.

Es ist aber auch noch ein anderes Szenario für Warnstufe 2 möglich: Nämlich wenn neben der Hospitalisierung auch die landesweite Intensivbettenquote den Grenzwert für die nächste Warnstufe überschreitet. Die liegt gemäß neuer Corona-Verordnung bei 10 Prozent. Laut aktuellen Angaben aus Hannover ist die Intensivbettenquote am Mittwoch weiter angestiegen auf 8,0 Prozent (Vortag: 7,8). Sollte dieser Messwert an fünf Werktagen über 10,0 liegen, wird von Hannover aus für das gesamte Bundesland die Warnstufe 2 ausgelöst.

Bei der Landespressekonferenz am Dienstag zeigten sich Ministerpräsident Stephan Weil und Gesundheitsministerin Daniela Behrens wenig optimistisch, dass kurzfristig mit einer Trendumkehr bei den Krankenhauszahlen zu rechnen sei. Grund dafür sind die anhaltend viele Neuinfektionen, die zurzeit täglich in Niedersachsen gemeldet werden. Allein am Mittwoch sind es 3071 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Aus der Zahl der Neuinfektionen ließe sich aufgrund von Langzeiterfahrungen ableiten, wie sich die Zahlen in den Krankenhäusern in den kommenden Tagen entwickeln werden. "Die stark ansteigenden Infektionszahlen führen zu einer immer größeren Belastung der Krankenhäuser, insbesondere der Intensivstationen", erklärte Weil am Dienstag.

Niedersachsen will am eigenen System mit den Krankenhaus-Daten festhalten

Derweil hat Gesundheitsministerin Daniele Behrens erklärt, dass man bei der Berechnung der landesweiten Hospitalisierung am eigenen System festhalten will und nicht auf die Berechnung des Robert-Koch-Instituts zurückgreift. Denn das RKI veröffentlicht für gewöhnlich eine deutlich niedrigere Hospitalisierung für Niedersachsen aus, als aus Hannover gemeldet wird.

Die Landesregierung greift auf die interne Datenbank  "Ivena" zurück. Daran angeschlossen sind sämtliche Krankenhäuser, die quasi in Echtzeit die Aufnahme von Covid-Patienten melden können. Das RKI arbeitet anders: "Das RKI legt bei seiner Berechnung hingegen ausschließlich die Zahl der Personen zugrunde, die sich in den vergangenen sieben Tage neu infiziert haben und die nach den Daten der Gesundheitsämter in einem Krankenhaus behandelt werden müssen", erklärt die Landesregierung. Dadurch komme es zu einem Meldeverzug, der mitunter mehre Tage dauern könne.

Diese Berechnung sei grundsätzlich zwar nicht falsch, erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens am Dienstag auf der Landespressekonferenz. Das eigene System in Niedersachsen erlaube aber eine aktuellere Bewertung der Lage in den Krankenhäusern. Andere Bundesländer nutzen das Ivena-System nicht. Dementsprechend sei es nachvollziehbar, dass das RKI auf eine bundesweit einheitliche Berechnungsgrundlage setze.

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