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Die Tafel Lohne arbeitet am Limit – und bittet um Lebensmittel und Geld

Die Inflation und der Ukraine-Krieg setzen die Hilfsorganisation unter Druck. Die Zahl der Neuanmeldungen steigt aufgrund der Geflüchteten stetig. Die Betriebskosten sind aus dem Ruder gelaufen.

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Ukraine-Krieg und Inflation als Belastungsprobe: In den vergangenen 2 Wochen verzeichnete die Tafel Lohne in ihrer Zentrale sowie den 3 Außenstellen etwa 150 Neuanmeldungen. Auch für die kommenden Tage und Wochen ist ein weiterer Anstieg zu erwarten.   Foto: Timphaus

Ukraine-Krieg und Inflation als Belastungsprobe: In den vergangenen 2 Wochen verzeichnete die Tafel Lohne in ihrer Zentrale sowie den 3 Außenstellen etwa 150 Neuanmeldungen. Auch für die kommenden Tage und Wochen ist ein weiterer Anstieg zu erwarten.   Foto: Timphaus

Die Lage bei der Tafel Lohne ist dramatisch: Die Ehrenamtlichen der Hilfsorganisation mit ihrer Zentrale in der 29.000-Einwohner-Stadt und den Außenstellen in Damme, Visbek und Vechta arbeiten nach eigenen Angaben am Limit. Der Ukraine-Krieg und die Inflation stellen die Einrichtung für bedürftige Menschen aktuell vor große Herausforderungen.

Der Druck ist so riesig, dass die Tafel Lohne jetzt Produzenten, Weiterverarbeiter und Händler um Lebensmittelspenden bittet. Gleichzeitig ruft die Hilfsorganisation die Bevölkerung zur finanziellen Unterstützung auf.

Aufgrund des Ukraine-Kriegs erfährt die Tafel derzeit nach eigenen Angaben einen extremen Zulauf von Flüchtlingen. Wie Sprecher Otto Averbeck mitteilt, verzeichnete die Einrichtung in den 4 Kommunen allein in den vergangenen 2 Wochen etwa 150 Neuanmeldungen. "Das ist etwa ein Viertel des bisherigen Kundenstammes." Er rechnet damit, dass die Zahl in den kommenden Tagen und Wochen weiter ansteigt. Averbeck erklärt, dass die Geflüchteten aus der Ukraine ohne Einkommensnachweise das Angebot der Hilfsorganisation in Anspruch nehmen dürfen.

Betriebskosten sind aus dem Ruder gelaufen

Der Lohner berichtet, dass die Menge der eingesammelten Lebensmittel aufgrund aktueller Lieferengpässe – zum Beispiel bei Konserven, Mehl oder Gemüse – kaum noch ausreiche. Zudem sei wegen einer Betriebsumstellung ein großer Lieferant von Obst und Gemüse weggefallen. "Um unsere Kunden und die Flüchtlinge ausreichend versorgen zu können, appellieren wir an alle Produzenten, Weiterverarbeiter und Händler von Lebensmitteln, die uns bisher nicht unterstützt haben, ihre Haltung zu überdenken und Hilfe anzubieten."

Ein weiterer Faktor, der die Tafel Lohne immens unter Druck setzt, ist der Anstieg der Lebenshaltungskosten in Deutschland. Durch die "Explosion der Kraftstoff-, Strom- und Gaspreise" seien die Betriebskosten aus dem Ruder gelaufen, schildert Averbeck. Er führt aus, dass die Hilfsorganisation unter anderem für 2 Sammelfahrzeuge, 1 Gefrierzelle, mehrere Gefriertruhen, 1 Kühlzelle und die Heizkosten für 4 Ausgabestellen aufkommen müsse. Averbeck bittet die Bevölkerung um finanzielle Zuwendungen. Die Ausstellung einer Spendenquittung sei jederzeit möglich.

Die Tafel Lohne betreibt neben der Zentrale in der 29.000-Einwohner-Stadt noch weitere Außenstellen in Visbek, Damme und Vechta. Foto: TimphausDie Tafel Lohne betreibt neben der Zentrale in der 29.000-Einwohner-Stadt noch weitere Außenstellen in Visbek, Damme und Vechta. Foto: Timphaus

Kommunen übernehmen Miete – außer in Lohne

Weiter teilt der Tafel-Sprecher mit, dass die Mietkosten für die Gebäude von den Kommunen übernommen werden – mit Ausnahme der Zentrale an der Bakumer Straße in Lohne. Die Stadt Lohne teilt auf Anfrage mit, dass die Tafel Lohne zuletzt im September 2015 einen Mietzuschuss in Höhe von 10.000 Euro jährlich beantragt hatte. Außerdem sei damals ein Zuschuss von 10.000 Euro für ein neues Kühlfahrzeug erbeten worden.

Beide Anträge wurden nach Angaben der Stadt im Finanzausschuss öffentlich beraten. Die Politik lehnte den Mietzuschuss ab, bewilligte aber die Förderung des Fahrzeugs. "Seitdem liegt uns kein neuer Antrag der Lohner Tafel auf einen Mietzuschuss vor, über den die Politik beraten und entscheiden könnte", teilt die Stadt mit.

Averbeck wiederholt nochmals seinen Appell und richtet sich dabei direkt an die Menschen: "Helfen sie mit, damit eine sinnvolle Einrichtung, die sich der Unterstützung bedürftiger Menschen und der Rettung von Lebensmitteln vor der Vernichtung verschrieben hat, nicht eines Tages das Handtuch werfen muss."

  • Info: Für Rückfragen zur Unterstützung der Tafel steht der Vorsitzende Norbert Fink (Telefon 0157/75351762) zur Verfügung. Das Spendenkonto der Tafel Lohne ist bei der Volksbank Lohne-Mühlen, IBAN: DE21 2806 2560 0019 0101 00.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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