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Die Sternenkind-Eltern stellen sich vor

In der Gruppe treffen sich Eltern, deren Kinder während der Schwangerschaft, bei oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Um den Betroffenen Angebote machen zu können, sind Spenden nötig.

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Körbchen für die Sternenkinder. Foto: Heinzel

Körbchen für die Sternenkinder. Foto: Heinzel

„Wir weinen, wir lachen, wir schweigen“, sagt Edeltraud Becker. Wir? Das ist die Gruppe der Sternenkind-Eltern. "Sternenkinder" sind Kinder, die während der Schwangerschaft, bei oder nach der Geburt  oder sehr, sehr früh im Kleinkindalter gestorben sind. Um 2000 wurde die Gruppe ins Leben gerufen; seit 2016 läuft das Angebot über die Vechtaer Malteser.

Über das Krankenhaus werden die trauernden Eltern zumeist über die Gruppe informiert. Ihnen stehen unter anderem ein Gesprächskreis, der Kurs „Bewegung und Begegnung für Sternenkind-Mamas“, ein jährlicher Familientag und der ökumenische Gottesdienst am 2. Sonntag im Dezember offen.

Viel läuft über das Ehrenamt; ein Ehrenamt aber kostet Zeit und auch Geld. Deshalb hat jetzt der Inner-Wheel-Club (IWC) Vechta 1500 Euro an die Malteser für die Gruppe der Sternenkind-Eltern gespendet. Es sei das 6. Projekt, welches der IWC 2022 unterstützen konnte, berichtete dessen Präsidentin Helga Ellert. Geld sammelt der IWC mit Events wie dem Entenrennen oder seinem Stand auf dem Thomasmarkt.

Ausbildung zur Trauerbegleiterin kostet 3500 Euro

Susanne Lahrmann, Edeltraud Becker, Claudia Lienesch, Michaela Gieseke und Sandra Weckmann sind die Ansprechpartnerinnen für Sternenkinder-Eltern. Sie engagieren sich ehrenamtlich bei den Maltesern. Edeltraud Becker leitete bis 2021 die Gruppe und wurde durch Susanne Lahrmann abgelöst. Beide sind als Trauerbegleiterinnen ausgebildet. Die Ausbildung koste 3500 Euro, erzählen sie. Daher seien die Malteser auf Spenden angewiesen. Zumal auch für Projekte für die trauernden Eltern, Geschwister und Familienangehörigen Geld gebraucht werde.

Spende für Sternenkind-Eltern (v.l.): Claudia Lienesch, Hildtrud Espelage, Helga Ellert (Präsidentin IWC), Edeltraud Becker und Susanne Lahrmann. Spende für Sternenkind-Eltern (v.l.): Claudia Lienesch, Hildtrud Espelage, Helga Ellert (Präsidentin IWC), Edeltraud Becker und Susanne Lahrmann. 

Der Kurs „Bewegung und Begegnung“ sei unlängst auf eine Anregung der Mütter entstanden. Es sei ein Rückbildungskurs nur für diejenigen, die ihr Kind verloren haben; nächster Start sei im April. Zehn Teilnehmerinnen seien willkommen. In einem „normalen“ Rückbildungskurs redeten die Frauen vor oder nach den Übungen übers Stillen, schlaflose Nächte und schöne Momente mit dem Baby. Die Sternenkind-Mamas verbinden hingegen die Themen Tod und Trauer, weiß Susanne Lahrmann. 

„Wir weinen, wir lachen, wir schweigen.“Edeltraud Becker über den offenen Gesprächskreis der Sternenkind-Eltern

Im Gesprächskreis erlebten die Eltern dann, wie die Trauer sich verändere, sagt Susanne Lahrmann. „Das Verständnis innerhalb der Gruppe ist einfach anders“, sagt Claudia Lienesch. Sie ist selbst Mutter eines Sternenkindes und musste sich Sprüche wie „Du bist ja noch jung“ oder „Du kannst ja wieder schwanger werden“ anhören. Weil kein Außenstehender das Kind kennengelernt habe, verstehe die Umwelt auch die Trauer nicht, glaubt Becker. Erst langsam lerne die Gesellschaft dazu.

„Der Umgang mit der Trauer wird anders, aber sie ist immer da.“Claudia Lienesch, betroffene Mutter

Dazu gehöre oft, im Zuhause der Familie eine „Erinnerungsecke“ für das Sternenkind zu gestalten. Mit einem Foto vielleicht. Auch Claudia Lienesch hat ein Foto ihres Sternenkindes und feiert mit ihrer Familie seinen Geburtstag. „Der Umgang mit der Trauer wird anders, aber sie ist immer da“, erzählt Claudia Lienesch.

Jedes Jahr gibt es ein anderes Motto für den ökumenischen Gottesdienst. Hier war es Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes“. Jedes Jahr gibt es ein anderes Motto für den ökumenischen Gottesdienst. Hier war es „Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes“. 

Zur Erinnerungskultur der Gruppe gehört auch der ökumenische Gottesdienst im Dezember. An diesem Tag wird weltweit der verstorbenen Kinder gedacht; ein Lichterband spannt sich um den gesamten Globus. Ein schönes Zeichen, findet die Gruppe.


Informationen und Spendenmöglichkeit:

  • Ansprechpartnerin: Susanne Lahrmann – 01511 6836385 oder via Mail: susanne.lahrmann@malteser.org
  • Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.
  • IBAN: DE49 3706 0120 1201 2250 15
  • Verwendungszweck: Sternenkind-Eltern

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