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Die Stadt bündelt im Haus der Begegnung ihre Integrationsprojekte

Voraussichtlich im Juni öffnen sich die Türen im neuen Treffpunkt in der Fußgängerzone. Die Stadtverwaltung kalkuliert mit Kosten von etwa 100.000 Euro für die kommenden 5 Jahre.

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Raum für interkulturelles Miteinander: Städtische Integrationsprojekte wie der Nähtreff ziehen im Frühsommer in die frühere Eisdiele Alessandro am Neuen Markt. Archivfoto: Tombrägel

Raum für interkulturelles Miteinander: Städtische Integrationsprojekte wie der Nähtreff ziehen im Frühsommer in die frühere Eisdiele Alessandro am Neuen Markt. Archivfoto: Tombrägel

Ein neuer Raum für interkulturellen Austausch: Das "Haus der Begegnung", das die Stadt Lohne im früheren Eiscafé Alessandro am Neuen Markt einrichten möchte, öffnet voraussichtlich im Juni seine Türen. Das hat Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer angekündigt.

In der neuen Anlaufstelle werden künftig die verschiedenen Integrationsprojekte der Stadt gebündelt. Die Räume sollen laut Lena Dellenbach, Abteilungsleiterin Integration, auch Vereinen und Institutionen wie dem Runden Tisch für Integration und Völkerverständigung oder dem Präventionsrat offen stehen.

Gerdesmeyer ergänzt, dass es der Stadt im Zuge des schwierigen Transformationsprozesses, in dem sich die Lohner Innenstadt aktuell befinde, auch darum gehe, Leerstände zu besetzen und neue Angebote zu etablieren. Als weiteres Beispiel nennt er die geplante Kleinkunstbühne, zu der es möglicherweise bis Ende Februar Neuigkeiten zu vermelden gebe.

Gespräche statt Gelato: Wo einst Eis geschlemmt wurde, soll bald ein Raum für interkulturelles Miteinander geschaffen werden. Foto: TimphausGespräche statt Gelato: Wo einst Eis geschlemmt wurde, soll bald ein Raum für interkulturelles Miteinander geschaffen werden. Foto: Timphaus

Nach Angaben von Sebastian Wolke, Leiter des Amtes für Familie und Soziales, erarbeitet die Stadt momentan zusammen mit Eigentümer Bernd Ludwig Küstermeyer einen Mietvertrag für die Immobilie, die sich in direkter Nachbarschaft zum städtischen Kindertagespflegebüro befindet. "Sobald dieser unterzeichnet ist und die Räume leer sind, kann mit der Renovierung begonnen werden", sagt Wolke. 

Die Stadt beabsichtigt, die ehemalige Eisdiele zum 1. März anzumieten. Das "Haus der Begegnung" finanziert die Stadt laut Wolke ausschließlich aus kommunalen Mitteln. "Wir kalkulieren mit Kosten von circa 100.000 Euro für die kommenden 5 Jahre. Darin enthalten sind Miete, Nebenkosten und Ausstattung." 

Mittel aus Integrationsfonds gaben den Anstoß

Den Anstoß für das Vorhaben hatte der Integrationsfonds des Landes Niedersachsen gegeben, aus dem Lohne im vergangenen Jahr erstmals Mittel erhalten hatte – knapp 220.000 Euro. Das Innenministerium in Hannover stellt dieses Geld für Maßnahmen zur Förderung von Integration zur Verfügung.

Wolke sagt, dass diese Zuwendung den Anlass für die Stadt gegeben habe, darüber nachzudenken, welche Integrationsprojekte sinnvoll und umsetzbar seien. "Das Geld reichte aber nicht für alle Projekte. Die Politik fand sie allerdings allesamt für umsetzungswürdig und hat daher zugestimmt, das ‚Haus der Begegnung‘ aus kommunalen Mitteln umzusetzen."

Dellenbach nennt weitere Details. Ihren Worten zufolge finden Projekte wie das "Café grenzenlos", der Nähtreff oder das "Bunte Frauenfrühstück" bisher im Industriemuseum, dem Adolf-Kolping-Haus oder dem Ludgerus-Werk statt. "Diese verschiedenen, nicht städtischen Räumlichkeiten sind entweder zu klein oder stehen mittelfristig nicht mehr zur Verfügung", erläutert sie. 

Integrationsprojekte rücken stärker in den Fokus

Die Abteilungsleiterin Integration ergänzt, dass durch die Anmietung der Immobilie auch ein Ausweichraum zum Beispiel für kurzfristig organisierte Deutschkurse zur Verfügung stehe. Wolke sagt, durch das "Haus der Begegnung" würden die Integrationsprojekte stärker als bisher in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Da die Integrationsprojekte teils ehrenamtlich sind oder mit Unterstützung der Stadt umgesetzt werden, es also feste Ansprechpartner gibt, ist für das "Haus der Begegnung" kein Betreiber im eigentlichen Sinne vorgesehen. Gerdesmeyer gesteht, dass der Gedanke eines Cafés schön sei, "zum Start ist dies aber nicht geplant".

"Haus der Begegnung" soll ein Treffpunkt werden

Während der politischen Diskussion geäußerten Befürchtungen, wonach das "Haus der Begegnung" in Konkurrenz zu bestehenden Institutionen treten könnte, tritt Gerdesmeyer entgegen. Es handle sich um laufende Projekte, die "lediglich in neue Räume umziehen".

Der Bürgermeister spricht eine Einladung an die Vereine und Institutionen aus, die neuen Räume zu nutzen und das "Haus der Begegnung" zu einem echten Treffpunkt zu machen. Am Rande erwähnt er, dass Lohne auch 2021 Geld aus dem Integrationsfonds erhält. Dieses Geld soll in die Neugestaltung der Skateranlage unter Einbezug eines Pumptracks fließen. Er nennt die Anlage am Marissa-Park am Dümmer als Vorbild.

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