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Die Schule "brennt": Mehr als 100 Feuerwehrleute treffen sich zur Großübung

Einmal im Jahr kommen die 4 Wehren des Friesoyther Stadtgebiets zusammen und proben den Ernstfall. Mit 14 Fahrzeugen ging es nun zur Markhauser Grundschule.

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Feuer löschen, Personen retten: Das waren die Kernaufgaben für die 4 Wehren. Foto: Wimberg

Feuer löschen, Personen retten: Das waren die Kernaufgaben für die 4 Wehren. Foto: Wimberg

Vom Boden aus ist der Kopf nur knapp zu sehen. Wie der Grundschüler auf das Flachdach des Fahrradstandes gelangt ist – unklar. Fest steht jedoch: Der Junge ist verletzt und muss schnellstmöglich geborgen werden. 9 weitere Mitschüler sitzen im Gebäude fest.

„Hurra, die Schule brennt“: An "Extrabreit" und die Neue Deutsche Welle oder die Filmkomödie mit Heintje und Peter Alexander fühlte sich der ein oder andere spontan erinnert, als alle 4 Feuerwehren der Stadt Friesoythe zur "brennenden" Grundschule am Markatal nach Markhausen gerufen wurden. Echte Flammen waren jedoch nicht zu löschen, die über 100 Kameraden probten bei ihrer jährlich stattfindenden Großübung den Ernstfall.

Pünktlich um 19 Uhr heulten die Sirenen, 3 Minuten nach der Alarmierung war die gastgebende Wehr bereits zur Stelle, Gehlenberg, Friesoythe und Altenoythe folgten.

Alles im Griff: Markhausens Ortsbrandmeister Hermann Rosenbaum (links) und Melder Heiko Stammermann. Foto: WimbergAlles im Griff: Markhausens Ortsbrandmeister Hermann Rosenbaum (links) und Melder Heiko Stammermann. Foto: Wimberg

Das Szenario, ausgearbeitet vom Markhauser Ortsbrandmeister Hermann Rosenbaum, Melder Heiko Stammermann und ihren Kollegen, war anspruchsvoll: Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage im Keller erforderten den Einsatz eines Schweißgerätes. Dabei war Gas unbemerkt entwichen, das sich unter anderem im Schornstein verteilte. Die explosive Mischung entlud sich, der Schornsteinkopf wurde dadurch geborsten und das Feuer setzte den Dachstuhl in Brand. 2 Handwerker konnten sich aus den 4 Wänden nicht mehr selbst befreien, im Dachgeschoss befanden sich 3 Schüler und weitere 6 galten im Erdgeschoss als vermisst.

Per Steckleitersystem retteten die Frauen und Männer den Schüler vom Flachdach

Die Aufgabenverteilung verlief nach der Ankunft zügig, die Koordination klappte. Per Steckleitersystem retteten die Frauen und Männer den Schüler vom Flachdach, mit Atemschutz bahnten sich andere den Weg durch Flure und Sanitäranlagen und wurden dort fündig. Für einen jungen Mann ging es per Drehleiter aus dem Fenster des Obergeschosses heraus ins Freie. Er und alle weiteren mit Schrammen und Schürfwunden geschminkten Opfer konnten dem DRK übergeben werden. Unaufhörlich liefen währenddessen auf allen Seiten die Löscharbeiten.

Drehleiter: Aus dem Obergeschoss wurden verletzte Grundschüler ins Freie befördert. Foto: WimbergDrehleiter: Aus dem Obergeschoss wurden "verletzte" Grundschüler ins Freie befördert. Foto: Wimberg

Einsatzleiter Rosenbaum war erster Ansprechpartner für seine Kameraden und konnte auch zahlreiche Gäste begrüßen. So waren Kreisbrandmeister Arno Rauer und Stadtbrandmeister Andreas Witting ebenso wie wie alle Ortsbrandmeister an der "Brandstelle". Marcus Wagner als stellvertretender Kreisschirrmeister verfolgte das Geschehen mit Jürgen Kuhlmann (Friesoyther Polizeichef), Bürgermeister Sven Stratmann und Ratsmitgliedern. 14 Feuerwehrfahrzeuge, darunter der Schlauchwechselwagen der Feuerwehrtechnischen-Zentrale, verteilten sich rund um den Einsatzort.

Nach gut einer Stunde meldete Hermann Rosenbaum dann: „Alle Personen geborgen, keine weiteren werden gesucht, Übung beendet.“ Insgesamt zeigte sich der Markhauser mit dem Ablauf sehr zufrieden. Seit 2012 steht er an der Spitze der Ortsfeuerwehr, seit 46 Jahren ist er Mitglied „und ich habe noch keinen Tag davon bereut“.

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