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Die Sache mit den Generationen

Kolumne: Batke dichtet – Jede Alterskohorte hat ihre eigenen Qualitäten, auch wir Babyboomer. Die Frage ist: Wie werden dereinst jene heißen, die jetzt noch Kinder sind?

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Die Stimmung des jungen Mannes passte so gar nicht zur Postkarten-Idylle, die uns dieser Tage der G7-Gipfel von Schloss Elmau lieferte. „Ich will mir doch nicht“, so ereiferte sich der Demonstrant, „von Männern, die teilweise viermal so alt sind wie ich, vorschreiben lassen, wie meine Zukunft auszusehen hat.“ Sagte es, schwenkte sein Smartphone, lichtete die Szenerie ab und ließ die Welt via „Insta“ am Geschehen teilhaben. Unverkennbar ein Zugehöriger zur „Generation Z“.

Bei den „Zetties“ handelt sich also um junge Menschen. Wissenschaft und Forschung haben sich darauf verständigt, sie den Jahrgängen 1995 bis 2012 zuzuordnen. Menschen der „Generation Z“, so lese ich, befinden sich nonstop im virtuellen Austausch; digitale und soziale Medien bestimmen den Alltag. Aufgrund der Abhängigkeit vom Smartphone hat sich auch der Kunstbegriff „Smombies“ etabliert. Forschende haben festgestellt: Die Lebenslust und die Maximierung von Erlebnissen treibt sie an, weniger festgelegte Strukturen und Abläufe. Wissen wird ausschließlich über das Internet abgefragt. Körperhaltung: leicht nach vorn gebeugt.

Wäre das meine Welt? Wohl nicht. Im Reigen der Generationen liegen noch zwei („Y“ von 1980 bis 1994, „X“ von 1965 bis 1979) vor meiner, und sie nennt sich – welch schmeichelhafte Bezeichnung – „Generation Babyboomer“. Will heißen: Von uns zwischen 1945 und 1964 Geborenen gab es (und gibt es immer noch) verdammt viele, ehe der Pillenknick dem Boom ein Ende setzte. Was freilich nicht unbedingt auf das Oldenburger Münsterland zutrifft.

„Wir haben noch Schreibmaschine und Gummitwist gelernt und konnten schon telefonieren, bevor es Handys gab.“Alfons Batke

Nun denn, wir Babyboomer erhalten zu einem großen Teil ja auch schon das frisch angehobene Altersruhegeld, setzen Helme auf, wenn wir mit dem E-Bike durch die Landschaft brausen, flippen nach „Sympathy for the Devil“ von den Stones ebenso aus wie wir „Schön ist es, auf der Welt zu sein“ von Roy Black und Anita bei Bedarf textsicher mitsingen können. Wir haben noch Schreibmaschine und Gummitwist gelernt und konnten schon telefonieren, bevor es Handys gab. Sie sehen also: Wir Babyboomer sind ganz schön vielseitig unterwegs, sind Stützen der Gesellschaft und stellen Kaiser (Roland, geb. 1952), Kanzler (Olaf, geb. 1958) und Präsident (Frank-Walter, geb. 1956). So schnell lassen wir uns von der „Generation Z“ nicht verscheuchen.

Experten, die gerne alles in Schubladen und Kategorien einsortieren, haben sich selbstredend auch schon auf eine Bezeichnung für die auf „Z“ folgende Generation geeinigt. Menschen der Jahrgänge 2010 bis 2025 werden eines Tages, mitgeprägt von künstlicher Intelligenz, als die „Generation Alpha“ in die Geschichte eingehen, wobei: Alphatiere gibt es eigentlich schon genug, nicht alle führen Gutes im Schilde. Wie wäre es, wenn wir uns auf eine generationsübergreifende Generation verständigen – nennen wir sie die „Generation V“. V für Vernunft.


Zur Person:

  • Alfons Batke blickt auf eine über 40-jährige journalistische Laufbahn zurück.
  • Der 66-Jährige lebt als freier Ruheständler in Lohne.
  • Den Autor erreichen Sie unter redaktion@om-medien.de.

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