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Die Renaissance der Schnitzeljagd

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Die Krise hat die Freizeitgestaltung von Familien verändert. Viele Aktivitäten erleben ein unverhofftes Comeback.

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Was kann man mit dem Nachwuchs unternehmen? Diese Frage stellten sich wohl viele Eltern in Corona-Zeiten. Mittlerweile kehrt langsam aber sicher etwas Normalität in den Alltag zurück. Ausflugsziele wie das Freibad öffnen wieder, die Spielplätze laden zum Klettern und Toben ein, auch Museen und Zoos freuen sich auf Besucher. Doch Fakt ist: Die Krise hat die Freizeitgestaltung vieler Familien verändert. Einige entdeckten das Wandern. Manche puzzelten sich von Paris bis Madagascar. Wieder andere kochten bis zum Exzess.

Auch die Schnitzeljagd erlebte eine unverhoffte Renaissance. Den meisten dürfte das Spiel mit den Pfeilen auf der Straße noch von Kindergeburtstagen in lebendiger Erinnerung sein. Inzwischen haben auch Vereine und Institutionen die Schnitzeljagd für sich entdeckt; teils in einer modernen Digitalvariante, teils aber auch traditionell mit Zettel, Stift und Belohnung.

Die Pfarrei St. Gertrud in Lohne setzt auf die App „Actionbound“. Sie bietet die Möglichkeit, die Stadt auf eine neue Art zu entdecken. Im Advent gab es eine Rallye zu den 4 Kirchen der katholischen Kirchengemeinde. Zu Ostern gab es einen Fahrrad-Kreuzweg. Auch die SPD Vechta versuchte, mit der digitalen Fährtensuche für Ablenkung zu sorgen.

„Actionbound“-Rallye durch Steinfeld ist erfolgreich

Noch etwas früher hatte die Feuerwehr Steinfeld das Thema aufgegriffen. Bereits im Sommer 2020 konnten Kinder und Jugendliche an einer „Actionbound“-Rallye durch das Dorf teilnehmen. An verschiedenen Stationen galt es, knifflige Aufgaben zu erfüllen. Die Nachfrage war groß: 85 Gruppen und Familien machten bei dem Angebot mit. Vielleicht gab auch das Eis beim Eiscafé De Min eine Extraportion Motivation.

Ebenfalls auf große Resonanz stieß jüngst die Schatzsuche „Gott auf der Spur“ in Steinfeld, die das Team der evangelischen Kinderkirche gemeinsam mit den Organisatoren des katholischen Kleinkindergottesdienstes auf die Beine gestellt hatte. Der Ansatz war eher analog, aber dennoch erfolgreich: Die Schatzkarten wurden in den Kindergärten und Grundschulen verteilt. 6 Stationen an markanten Orten in der Gemeinde galt es zu erkunden. Dort waren Schatzkisten mit kleinen Überraschungen und Lösungswörtern versteckt. Diese bildeten zusammen einen Satz, mit dem man an einem Gewinnspiel teilnehmen konnte.

Mehr als 200 Kinder beteiligten sich an den nur 5 Aktionstagen. Phasenweise herrschte an den Stationen ein reges Kommen und Gehen. Die Ehrenamtlichen waren von dem Zulauf schier überwältigt.

In einer Krise ergeben sich immer auch Chancen und Wege

Diese Beispiele zeigen, dass sich in einer Krise immer auch Chancen und Wege ergeben. Das Rad muss dabei nicht neu erfunden werden. Manchmal reicht ein Rückgriff auf Dinge, die früher schon funktionierten.

Liebe Heimatvereine, aufgepasst: Eine Schnitzeljagd eignet sich aus meiner Sicht hervorragend, um mit der Jugend in Kontakt zu kommen. „Entdecke deine Heimat“ – so könnte das Motto lauten. Wissenswertes und Interessantes gibt es überall zu erkunden. Und die pädagogisch wertvolle „Actionbound“-App verknüpft das Ganze mit der digitalen Welt.

Zur Person

  • Andreas Timphaus ist Redakteur von OM online.
  • Den Autor erreichen Sie per Mail an redaktion@om-medien.de.

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