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Die Queen im Fitness-Test

Kolumne: Notizen vom Nachbarn – Für mich sind die Promi-News interessant – zum Beispiel die über Queen Elisabeth. Ob sie nun rüstig oder doch gebrechlich ist, eins ist sicher: Über sie wird geredet.

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Ich gebe zu, bei der morgendlichen Lektüre unserer Heimatzeitung brauche ich unbedingt auch einen Blick auf die Promi-News. Wenn unsere Zeitung schon nicht darüber berichtet, wer im Oldenburger Münsterland gerade prominent schwanger ist, seine Nobelvilla in Cloppenburg oder Vechta gebaut hat oder The Sexiest Woman/Man Alive vom Dümmer bis zur Talsperre ist, dann will ich es wenigstens aus der weiten Welt wissen. Hin und wieder strahlt mir eine Meldung aus der Royal Family in London beim Frühstück entgegen.

Vor ein paar Wochen sah ich die Queen – das größte Rüstigkeitsvorbild meiner Eltern und meiner Tante – beim Gedenkgottesdienst in Westminster Abbey unaufgeregt mit einer Gehhilfe. Endlich, triumphierten wir beim Mittagstisch, die Queen mit ihren 95 Lenzen braucht den Stock jetzt auch – da ist der Rollator bestimmt nicht mehr weit, dachten wir. Der Palast nahm ihr einige Tage später den Stock wieder weg, das Knie habe nur kurz geschmerzt, hieß es, aber für eine neuerliche OP wie vor 20 Jahren hätte Elizabeth gerade keine Zeit. Ich glaube das alles nicht, wahrscheinlich stützen fünf Zofen ihre Königliche Hoheit bis zur Kamera und nehmen sie drei Minuten später schwankend wieder in Empfang. Meine mehr als rüstige Tante im selben Königinnen-Alter genießt ihren Rollator und düst mit ihrer motorisierten Version noch bei Nacht und Nebel durchs Dorf – ganz ohne Zofen.

"Wahrscheinlich stützen fünf Zofen ihre Königliche Hoheit bis zur Kamera und nehmen sie drei Minuten später schwankend wieder in Empfang"Antonius Schröer

Und dann die nächsten Promi-News von der Königin: Sie sitzt allein mit Kopftuch am Steuer ihres Jaguars und fährt. Das konnte ich so nicht stehen lassen und musste recherchieren. War sie ausgebüxt? Eben mal zum Shoppen um den Piccadilly Circle gerast? Wo Opa und meine Tante doch vernünftigerweise den Autoschlüssel an den Nagel gehängt haben.

Die erlösende Nachricht: Queen Elizabeth II fuhr in Wirklichkeit ganz gemächlich mit ihrer Nobelkarosse die Parkwege von Schloss Windsor entlang, weit und breit kein anderes Auto, keine Ampel und kein Blitzautomat.

Nicht dass wir neidisch sind auf die Königin des Empires, sie macht das ja wirklich gut, hat bestimmt eine tolle Disziplin, aber hin und wieder sickert ja doch so manches weitere Gebrechen durch.

Liebe Königin Elizabeth, wenn Sie einmal Zeit haben sollten, dann lade ich Sie hiermit ins Oldenburger Münsterland ein und Sie spielen eine Runde Rummikub gegen Oma und meine Tante. Und danach noch eine Alleinfahrt mit dem Elektrorollator in der Dunkelheit durch Emstek. Wenn Ihre Königliche Hoheit beim Rummikub gewinnt und das mobile Gefährt sicher ohne Zofen durch Emstek fährt, dann mach ich einen tiefen, ehrfürchtigen Diener. God save the Queen.


Zur Person:

  • Der Autor Antonius Schröer führt mehrere Modehäuser. Er verkörpert das Vechtaer Original „Straßenfeger“.
  • Kontakt: redaktion@om-online.de

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