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Die Post in Neuenkirchen öffnet wieder – aber nur manchmal

Das Unternehmen betreibt seit kurzem eine Filiale an der Großen Straße. Sehr zum Verdruss vieler Bürger ist sie oft geschlossen. Die Post nennt Erkrankungen der Mitarbeiter als Grund.

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Meistens dicht: In den vergangenen Tagen war die Postfiliale in Neuenkirchen geschlossen. Viele Bürger sind verärgert. Foto: Lammert

Meistens dicht: In den vergangenen Tagen war die Postfiliale in Neuenkirchen geschlossen. Viele Bürger sind verärgert. Foto: Lammert

Die Unzufriedenheit der Neuenkirchener mit der neuen Filiale der Deutschen Post an der Großen Straße ist groß. Kaum war sie geöffnet, war sie auch schon wieder zu. Tagelang hing ein Zettel an der Tür, auf dem zu lesen stand: "Sehr geehrte Kunden, leider ist diese Filiale vorübergehend aus betrieblichen Gründen geschlossen." Das gelte bis einschließlich des 19. Dezembers. 

Doch das ist so nicht mehr gültig. Seit Donnerstag ist die Filiale nach Angaben eines Sprechers der Post bis zum 15. Dezember (Dienstag) geöffnet. Dann ist sie allerdings erneut geschlossen und öffnet wieder am 21. und 22. sowie in den Tagen vom 28. bis zum 30. Dezember.

"Wir haben leider erhebliche Engpässe aufgrund von Erkrankungen des Personals, die wir auch mit Aushilfskräften in der näheren Umgebung nicht auffangen können. Wir sind aktiv auf Personalsuche und bitten um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten", teilte der Sprecher mit. Die Post sei zuversichtlich, ihr Personalteam vervollständigen und damit auch die Servicezeiten an ihrem Standort in Neuenkirchen in absehbarer Zeit wieder verlässlich einhalten zu können.

"Die Situation ist sehr unbefriedigend."Ansgar Brockmann, Bürgermeister

"Die Situation ist sehr unbefriedigend", erklärte Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister Ansgar Brockmann. Er habe mehrfach mit einem Vertreter der Post in Hannover gesprochen. Der habe die Erkrankungen von Mitarbeitern als Grund für die längere Schließung der Filiale angeführt.

Ratsherr Andreas Frankenberg bezeichnete die Lage mit Blick auf die Postfiliale als "desaströs". Es könne nicht angehen, dass die Einrichtung – wenn überhaupt – nur wenige Stunden am Tag geöffnet sei. Kunden müssten sich in der Filiale sowohl vormittags als auch nachmittags an die Bediensteten wenden können.

Die Geschäftsleute Wim Otte und Moritz Wiebold äußerten sich ähnlich. Es sei eine Katastrophe, dass es im Ort zunächst keine Postfiliale gegeben habe, nachdem die im Backshop Rothert an der Großen Straße mit der Geschäftsaufgabe geschlossen hatte. Nun existiere zwar wieder eine Filiale, aber die sei nur unregelmäßig geöffnet.

Filiale in Eigenregie soll eine Übergangslösung sein

Bürgermeister Brockmann und der Sprecher der Post wiesen darauf hin, dass die Post in Neuenkirchen nach wie vor auf der Suche nach einem Partner sei. Die derzeit von ihr in Eigenregie betriebene Filiale soll nur eine Übergangslösung sein.

Interessenten sollten über ein Hauptgeschäft verfügen und könnten sich online bewerben, erklärte der Sprecher.  Vorteile für die Partner seien unter anderem eine Umsatzsteigerung durch mehr Kundschaft, mehr Gelegenheitseinkäufe aus dem jeweiligen Kernsortiment, Umsatz-orientierte Provisionen, eine stärkere Bindung bereits bestehender Kunden und ein Wettbewerbsvorteil vor Ort durch zusätzlichen Service.

Das sieht allerdings ein Geschäftsmann, der nach eigenen Worten 3 Anfragen der Post in den vergangenen 10 Jahren hatte, etwas anders. In früheren Jahren hätte sich mit einer solchen Postfiliale im eigenen Laden noch Geld verdienen lassen, wisse er aus Gesprächen mit anderen Geschäftsbetreibern. Doch inzwischen habe die Post die Auflagen immer weiter erhöht.

Hinzu komme: Das jeweilige Geschäft müsse zu bestimmten Zeiten stets geöffnet sein. Eine Schließung etwa wegen Urlaubs sei nicht erlaubt. Zudem falle Fläche für die eigenen Waren weg. "Es muss Platz geopfert werden, und Platz, mit dem ich nichts verdiene, den stelle ich nicht zur Verfügung", sagte der Geschäftsmann.

In dem Zusammenhang appellierte Andreas Frankenberg an die Verantwortlichen bei der Post, sich zu überlegen, warum es immer schwerer werde, Einzelhändler als Partner für eine Filiale zu finden. Möglicherweise müsse sie von ihren Vorgaben etwas abrücken: "Sie will ja schließlich auch Geld verdienen."

Zahl der für eine Filiale in Frage kommenden Geschäfte sinkt

Ansgar Brockmann sagte, er habe in der Vergangenheit mit mehreren Geschäftsleuten gesprochen, ob sie eine Postfiliale in ihren Räumen eröffnen wollen. Kein Interesse. Ein zusätzliches Problem: Die Zahl der infrage kommenden Geschäfte in Neuenkirchen nehme stetig ab. Immerhin teilte der Sprecher der Post mit: "Solange wir keinen weiteren Partner finden, möchten wir unsere Filiale selbstverständlich weiter betreiben."

Die Filiale in Neuenkirchen ist eine von rund 26.000, die die Post  nach eigenen Angaben bundesweit unterhält.  Die allermeisten dieser Zweigstellen betreibt sie zusammen mit Partnern. Es handelt es sich dabei um etwa 13.000 klassische Partnerfilialen, 10.500 DHL-Paketshops sowie mehr als 2000 kleinere Verkaufsstellen.

  • Info: Die Postfiliale an der Großen Straße in Neuenkirchen ist von montags bis freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und samstags zwischen 10 und 13 Uhr geöffnet. Wer sich mit der Post über die Eröffnung einer Filiale in seinem Geschäft in Verbindung setzen möchte, bekommt erste Informationen im Internet auf der Seite www.deutschepost.de.

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