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Die Notfall-Plakette soll ein Wegweiser für die Rettungskräfte sein

Die Stadt Friesoythe stattet alle Sitzbänke im Stadtgebiet mit Notfallplaketten aus. Das soll es den Rettungsdiensten vor allem außerhalb besiedelter Gebiete erleichtern, Hilfsbedürftige zu finden.

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Am Teich links: Bauhofleiter Dustin Schütte erläutert die Standortnummer an der Bank im Friesoyther Stadtpark. Alle Bänke im Stadtgebiet sollen künftig mit so einer Notfallplakette ausgestattet werden. Foto: Stix

Am Teich links: Bauhofleiter Dustin Schütte erläutert die Standortnummer an der Bank im Friesoyther Stadtpark. Alle Bänke im Stadtgebiet sollen künftig mit so einer Notfallplakette ausgestattet werden. Foto: Stix

Das Szenario ist gar nicht so unwahrscheinlich: Beim Spazierengehen, bei der Radtour kommt es plötzlich zu Übelkeit, Herzschwäche oder einem Sturz mit Verletzung. Der Rettungsdienst ist schnell gerufen, aber wohin soll er kommen? "Die Grillhütte in Thüle" wird der Rettungsleitstelle in Oldenburg ebenso wenig sagen, wie etwa "die Bank im Stadtpark am hinteren Teich". Selbst ortskundige Notfallsanitäter müssen in solchen Fällen erst suchen, dabei kann es bei Notfällen auf jede Minute ankommen.

Die Stadt Friesoythe stattet deswegen jetzt nach und nach alle Sitzbänke im Stadtgebiet mit Notfallplaketten aus. Darauf stehen die Rufnummer des Rettungsdienstes und eine Standortnummer. Mehr braucht es nicht, um den Krankenwagen an den richtigen Ort zu schicken. "Jede dieser Standortnummern ist mit exakten GPS-Koordinaten hinterlegt", erläutert Friesoythes Bauhofleiter Dustin Schütte. "Die Liste liegt bei der Leitstelle, sodass die Fahrer der Rettungswagen genau informiert werden können, wo sie hin müssen."

28 Bänke im Friesoyther Stadtpark sind bereits ausgestattet

Das Projekt geht zurück auf einen Antrag der CDU/FDP-Fraktion im Friesoyther Stadtrat. "Mit unseren vielen Ruhebänken, Ausflugsplätzen und Spielplätzen sind wir Anlaufstelle für Touristen und Bürger, die unsere Stadt erkunden", hatte der Fraktionsvorsitzende Lukas Reinken im Februar den Antrag begründet. "Nicht alle haben so eine Ortskenntnis, dass sie im Notfall exakt schildern können, wo sie sich befinden." 

Für die einen eine Ziffer, für die anderen ein Standort: Jede Bank bekommt künftig ihre eigene Nummer. Die Rettungsleitstelle kann diese Nummern exakten GPS-Koordinaten zuordnen. Foto: StixFür die einen eine Ziffer, für die anderen ein Standort: Jede Bank bekommt künftig ihre eigene Nummer. Die Rettungsleitstelle kann diese Nummern exakten GPS-Koordinaten zuordnen. Foto: Stix

Start der Aktion waren die 28 Bänke im Friesoyther Stadtpark, jetzt sollen nach und nach die Ortschaften versorgt werden. "Wir machen das vermutlich im Zuge der Abfalltouren, wenn die Mülleimer an den Bänken geleert werden", sagt Schütte. Bei den meisten Bänken weiß der Bauhof – nicht zuletzt wegen der Abfalleimer – wo sie stehen. "Durch die Aktion entsteht jetzt ein Kataster, auf dem wir dann auch wirklich alle Bänke mit ihren Koordinaten verzeichnet haben", ergänzt er. Auch Bänke, die von Dorfgemeinschaften aufgestellt wurden, werden in diesem Zuge erfasst und mit Notfallplaketten versehen.

Relevant vor allem für Bänke abseits der bewohnten Gebiete

Sinnvoll sei das Projekt, so Schütte, vor allem bei Bänken, die etwas abseits stehen, an Radwegen beispielsweise oder an Schutz- und Grillhütten. In den Ortszentren und Wohngebieten könne man ja doch leichter einen Straßennamen finden oder jemanden um Hilfe bitten. "Aber wenn man als ortsfremder Radfahrer der Leitstelle den Standort der Schutzhütte am Ziegeldamm beschreiben will, wird es schwierig."

Die Schilder sind aus 2 Millimeter dickem Aluminium gefertigt und, so Schütte, "sehr stabil". Neben der Notfallhilfe erfüllen sie zudem noch einen zweiten Zweck: "Wenn jemand eine kaputte oder stark verschmutzte Bank sieht, kann er uns so auch viel leichter sagen, wo wir hin müssen", sagt Schütte. Wie viele Notfallschilder sein Team insgesamt anbringen muss, kann er indes noch nicht sagen. "Aber wenn wir durch sind, haben wir einen vermutlich fast vollständigen Überblick über die Ruhebänke im Stadtgebiet", betont er. Schilder seien jedenfalls genug vorhanden.

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