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Die netten Gäste...

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Als Thekendienst gibt es auf dem Cityfest auch den Kontakt mit "spezielleren" Kunden. Die lassen so manch Etikette vermissen.

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Der ehrenamtliche Thekendienst beim Stadtfest, immer wieder ein Erlebnis. Im positiven wie im negativen Sinn. Nach vielen Monaten Zwangspause haben auch im Oldenburger Münsterland wieder viele Veranstaltungen und Volksfeste wie der Stoppelmarkt in Vechta oder das Cityfest in Cloppenburg stattgefunden.

Beides gelungene Feste und zahlreiche Menschen hatten sehnsüchtig darauf gewartet, dass es wieder losgeht. Einige Getränkestände werden dabei von Vereinen betrieben, eifrige Mitglieder erklären sich bereit, der wartenden Horde auch nachts um 1 Uhr noch mit dem freundlichsten Lächeln entgegenzutreten. Was zugegebenermaßen in einigen seltenen Ausnahmefällen nicht ganz leicht fällt. Auch einige Gastronomen dürften diese Art von "speziellen" Kunden kennen.

Mir war gar nicht so bewusst, dass meine Eltern mich auf den Namen "Ey" getauft haben, oder, dass das nun zu einer der normalen Begrüßungsformen gehört. Man müsste mal den Knigge fragen… Auf die höfliche Antwort "Ja, bitte" kommt dann: "Ich brauche vier Whisky-Cola, drei Fanta-Korn, zwei Gin-Tonic, ein Alster, ein Bier mit Wasser und vier Bier. Und am besten schnell." Natürlich. Das "Wie viel kriegste?" und das wortlose Begleichen der Rechnung nehme ich dann mal als "Vielen Dank" wahr. Man muss nur fest daran glauben.

"Wollen wir ihm mal nichts Böses unterstellen, wahrscheinlich hat er nur die geschätzt 50 Personen, die vor ihm da waren und auch bestellen wollten, einfach gar nicht gesehen."Oliver Hermes

Den Rekord im Hallo-Sagen hat ein weiterer Gast aufgestellt. Bis er an der Reihe war, dürften es wohl an die 25 Mal gewesen sein. Das kennt man eigentlich nur von kleinen Kindern. Wollen wir ihm mal nichts Böses unterstellen, wahrscheinlich hat er nur die geschätzt 50 Personen, die vor ihm da waren und auch bestellen wollten, einfach gar nicht gesehen. Aber: Zumindest die beiden Menschen rechts und links von ihm hätte er bemerken können, standen doch alle aufgrund des Ansturms Schulter an Schulter vor der Theke. Auf den Hinweis, dass wir uns auch gerne über Hilfe auf unserer Seite freuen würden, kam erwartungsgemäß nicht viel. Doch: ein müdes Kopfschütteln. Zuvor ließ es sich der Mann nicht nehmen, noch einen geistreichen Kommentar abzulassen: "Ihr wollt wohl kein Geld verdienen."

Aber dies sind zum Glück nur Einzelfälle, die wahrscheinlich auch sonst wenig zu lachen haben. Und dem ein oder anderen dürfte die Pause bis zur nächsten Bestellung mit Blick auf den Gesamtverlauf des Abends auch gutgetan haben.

Die meisten der Gäste sind allerdings sehr gut gelaunt, haben einen lockeren Spruch auf den Lippen oder können eben einen solchen auch gut vertragen. "Ihr seid der beste Stand auf dem Cityfest", wärmt einem dann doch das Herz.

Auch unter den Helfern ist der Zusammenhalt groß, es macht bis auf die wenigen Ausnahmen vor der Theke dann auch Spaß. Mit jeder Minute wächst die Routine und die Handgriffe gehen quasi ineinander über. Und ist der erste Ansturm dann mal vorüber, bleibt auch Zeit für das eigene Kaltgetränk. Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist ja enorm wichtig. Ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste Cityfest mit Thekendienst. Prost.


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