Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Die Natur schlägt beim Ponyclub gleich doppelt zu

Die Corona-Pandemie macht dem Verein aus Ellenstedt schon zu schaffen. Nun hat sich am Mittwochabend ein Sturmschaden auf dem Hof ereignet.

Artikel teilen:
Feuerwehreinsatz: Ein großes Stück des Wellblechdachs ist auf den Nachbarstall geweht. Die Feuerwehr musste eingreifen. Foto: Prinz

Feuerwehreinsatz: Ein großes Stück des Wellblechdachs ist auf den Nachbarstall geweht. Die Feuerwehr musste eingreifen. Foto: Prinz

Es ist noch keine 2 Wochen her, da hat sich der Ponyclub Ellenstedt an die Öffentlichkeit gewandt und zugegeben, wie schwierig die finanzielle Lage des Vereins ist. Die Corona-Pandemie hat den Großteil der sonst üblichen Einnahmen wegbrechen lassen. Doch die Ausgaben bleiben bei der Versorgung von Tieren – in diesem Fall Pferde und Ponys – natürlich unverändert. Die Natur ist allerdings erbarmungslos. Und so kam es Mittwochabend zu einem Sturmschaden auf dem Hof in Ellenstedt.

Eine Windböe hat das Dach des Strohlagers größtenteils abgedeckt, erzählt Uwe Prinz, Vorsitzender des Ponyclubs. Ein Nachbar habe den Schaden entdeckt und Prinz umgehend darüber informiert, dass das Wellblechdach dabei sei, „wegzufliegen“. Der Vereinsvorsitzende wohnt in unmittelbarer Nähe des Pferdehofs und konnte sich schnell auf den Weg machen. Erst sei der Schock natürlich groß gewesen, doch als er sah, dass es sich „nur“ um das Strohlager handele, sei er erleichtert gewesen. „Zum Glück sind keine Pferde betroffen“, sagt er. Bei dem Unglück sind weder Menschen noch Tiere verletzt worden.

Freier Blick gen Himmel: Aktuell ist die Halle komplett offen. Ein neues Dach muss her. Foto: PrinzFreier Blick gen Himmel: Aktuell ist die Halle komplett offen. Ein neues Dach muss her. Foto: Prinz

Ungefährlich sei es trotzdem nicht gewesen. Ein gutes Stück des Wellblechdachs sei auf dem Dach des benachbarten Kälberstalls gelandet. „Das hätte ja noch sonst wo hinsegeln können“, sagt Prinz. Die Freiwillige Feuerwehr Goldenstedt sorgte vor Ort schließlich für Sicherheit. So deckten die Einsatzkräfte das Dach des Strohlagers vorsorglich komplett ab. „Die ganze Halle steht nun frei“, so der Ponyclub-Vorsitzende.

Dabei habe man aber noch „Glück im Unglück“ gehabt, sagt Prinz. Es sei ohnehin nur wenig Stroh im Lager gewesen. „Bei dem Regen hätten wir das sonst wegwerfen können.“ Am Tag darauf, am Donnerstag, sei erst die nächste Lieferung vorgesehen gewesen. Dem Lieferanten habe man aber direkt abgesagt. Er müsse eine Lösung her, wo das Stroh kurzfristig untergebracht werden kann, so Prinz. Er überlegt laut, ob vorübergehend eine Ecke im Pferdestall genutzt werden kann. Oder ob die Kutschen und Planwagen aus der Halle gefahren werden, um dort das Stroh zu lagern.

Denn: Es stand nicht nur eine weitere Strohlieferung auf dem Plan. Nach dem Zeitungsartikel über die finanzielle Lage des Vereins habe der Ponyclub Ellenstedt viele Angebote für Sachspenden bekommen, erzählt Uwe Prinz. So unter anderem mehrere Strohquader. Die wollte der Verein in der Scheune – die jetzt kein Dach mehr hat – unterbringen. „Das ist jetzt natürlich nicht mehr möglich.“ Deshalb werde er jetzt alle Spender kontaktieren, ihnen die aktuelle Lage erklären und um Aufschub bitten. Generell sei der Verein aber überwältigt gewesen von der positiven Resonanz und Spendenbereitschaft. „Das zeigt uns, dass der Ponyclub doch ganz gerne gesehen wird.“

Ponyclub hofft weiterhin auf Unterstützung

Das Dach soll jetzt schnell repariert werden. Ein neues Wellblechdach muss her. Noch am Donnerstagabend habe er einen Termin mit einem Handwerker, der sich die Situation vor Ort ansehe und ihm womöglich schon einen Kostenvoranschlag für die Versicherung machen könne, sagt Uwe Prinz. Wann die Reparatur umgesetzt werden könne, weiß Prinz noch nicht. Das müsse sich zeigen. Es sei ja bekannt, dass in der Baubranche aktuell vielfach auf Material gewartet werden müsse.

Der Ponyclub-Vorsitzende geht schon davon aus, dass die Versicherung den größten Teil des Schadens in Höhe von mehreren Tausend Euro übernimmt. Doch er mache sich keine Illusionen, dass der Verein auf Kosten sitzenbleiben wird. Die eh schon vorhandenen Geldsorgen erhalten somit einen neuen Posten. Uwe Prinz hofft deshalb, dass die Unterstützung von außen nicht abbricht.

  • Info: Weitere Informationen zu dem Ponyclub Ellenstedt gibt es hier.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Die Natur schlägt beim Ponyclub gleich doppelt zu - OM online