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Die Musik meines Lebens – Lebensgefühl und Glaube

Kolumne: Auf ein Wort – Musik ist ein steter Wegbegleiter. Sie füllt banale Momente mit Freude und erhebt freudige Momente weiter. Und es gibt Lieder, in denen sich der christliche Glaube ausdrückt.

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Ich erinnere mich noch genau daran, wie es war, als ich zum ersten Mal „Lambada“ hörte und diese fröhliche Musik mich mitriss. In meiner Studentenbude in Tübingen kam sie aus meinem kleinen Radio, und ich tanzte durchs Zimmer. „Und alles nur, weil ich dich liebe, und ich weiß nicht, wie ich’s beweisen soll“. Bei dem Lied der Toten Hosen höre ich sofort wieder die grölenden Stimmen der Jugendlichen auf der Konfirmandenfreizeit damals in Oldenburg. Der Küchendienst war mit dem coolen Diakon zusammen und diesem Song viel besser zu ertragen! Die Stimmung war spitzenmäßig. Musik ruft Erinnerungen hervor.

Sie ist eng verbunden mit bestimmten Situationen, mit Gefühlen und mit Menschen. Liebeskummer und großes Glück, Sorgen und Unternehmungslust, Stolz und Frust … Viele Erlebnisse docken an eine Melodie, einen Song an, der in diesem Moment mein Leben gut zum Ausdruck brachte. Paare haben oft „ihr“ Lied. Ihre erste Begegnung oder ihren ersten gemeinsamen Tanz verbinden sie damit. Es ist berührend, dieses Lied im Gottesdienst zum Hochzeitsjubiläum zu hören. Die Schätze zu heben, die inhaltlich darin stecken, und sie mit der Begleitung durch Gottes Segen im Leben zusammenzubringen.

Abschlussklassen in den Schulen haben häufig ein Mottolied für ihr Fest: „Ein hoch auf uns“ von Andreas Bourani oder: „Auf das, was da noch kommt“ von Lotte und Max Giesinger. Darin findet sich die Stimmung des Moments wieder. Erleichterung und Stolz, gemischt mit Wehmut und ein ganz bisschen Angst vor der Zukunft. Was für eine tolle Herausforderung, um diese Lieder herum einen Gottesdienst zu gestalten! Das Lebensgefühl der jungen Leute und Texte aus der Bibel und Gebete miteinander ins Gespräch zu bringen.

„Abschlussklassen in den Schulen haben häufig ein Mottolied für ihr Fest“

Es gibt Lieder, in denen der christliche Glaube sich ausdrückt, die mich auf meinem Weg ein Stück begleitet und geprägt haben. Manchmal kommt ganz plötzlich ein Liedtext und die Melodie mir wieder in den Sinn: „Herr, du gibst uns Hoffnung, du änderst unser Leben, Großes wird groß, Kleines wird klein …“. Die peppige Melodie lässt mich zurückdenken an die Zeit im Jugendchor, an die gemeinsame Begeisterung für den Glauben, die in der Musik ihren Ausdruck fand.

Wie gut, dass auch in die Kirche eine Vielfalt an Musikstilen Einzug gehalten hat. Sicher könnte die Bandbreite sich noch erhöhen! Wer Glück hat, hat neben der Orgel einen Bläserkreis, einen Chor oder eine Band in seiner Gemeinde oder in seiner Region. Sogar alte, traditionelle Lieder bekommen durch die Begleitung mit anderen Instrumenten einen neuen Charakter.

Oder es gibt gleich eine neue, jüngere Menschen eher mitreißende Melodie. So wie die von Matthias Nagel zum Liedtext von Martin Luther: „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten.“ Mit dieser Melodie geht mir der alte Text – in unseren Zeiten – neu unter die Haut.


Zur Person:

  • Martina Wittkowski ist Kreispfarrerin im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Oldenburger Münsterland.
  • Sie erreichen die Autorin unter: redaktion@om-medien.de.

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