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Die kalkulierte Verzweiflung des Kremls

Thema: Russland will Gebiete annektieren – Mit der möglichen Einverleibung von Teilen der Ostukraine bringt Moskau auch den Westen in die Bredouille. Die Welt sollte gewarnt sein.

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Die noch in dieser Woche stattfindenden Referenden in der Ostukraine über einen Beitritt dreier Regionen ins russische Staatsgebiet wirken beim ersten Hinsehen wie ein Akt der Depression des russischen Machthabers Wladimir Putin. Dass der grausame Krieg gegen das Nachbarland keinesfalls so läuft, wie der Kreml es sich vorgestellt hat, und dass es der Ukraine mittlerweile auch gelingt, sich von den Russen einverleibte Gebiete zurückzuholen, treibt den Akteuren in Moskau immer häufiger die Schweißperlen auf die Stirn.

Auf den 2. Blick aber offenbart sich auch das russische Kalkül, das sowohl die Ukraine als auch den mit ihr verbündeten Westen in eine brenzlige Lage bringt. Verleibt sich Moskau tatsächlich Cherson, Donezk und Luhansk ein, eröffnet das Putin die Möglichkeit, bei einem Angriff der Ukraine auf diese dann "russischen" Gebiete, in der Heimat von einem Verteidigungskrieg zu sprechen. Ein gefundenes Fressen für die russische Propaganda, die nicht müde wird, in ihren Staatsmedien das Bild des bösen Ukrainers zu zeichnen. Auch eine Generalmobilmachung fiele dem Kreml dann wohl leichter.

Gleichzeitig könnte die Nato mit in den Konflikt gezogen werden, sollte die Ukraine mit westlichen Waffen einen militärischen Gegenschlag auf diese Regionen einläuten. Das wiederum könnte im Worst-Case-Szenario in Moskau als Rechtfertigung für den Einsatz seiner schlimmsten Waffen gesehen werden. Eine komplette Eskalation des Ukraine-Krieges hin zu einem möglichen Dritten Weltkrieg dürfte zwar auch Putin nicht wollen. Doch: Selten war der Kreml unberechenbarer. Die Welt sollte gewarnt sein.

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