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Die Hunte hat einen ihrer alten Arme zurück

Das Projekt des Tückervereins Goldenstedt wurde von der „Stiftung für Umwelt- und Naturschutz im Landkreis Vechta“ und der Bingo-Umweltstiftung gefördert. Es entstand auf einer Fläche des Landkreises.

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Schild zum Projekt: (von links) Frank Schneiders (Vorsitzender des Tückervereins Goldenstedt) erhält von Rudolf Stukenborg (SUN-Geschäftsführer) im Beisein des Ersten Kreisrats Hartmut Heinen und des SUN-Kuratoriums ein Schild zur Projektförderung.  Foto: Tzimurtas

Schild zum Projekt: (von links) Frank Schneiders (Vorsitzender des Tückervereins Goldenstedt) erhält von Rudolf Stukenborg (SUN-Geschäftsführer) im Beisein des Ersten Kreisrats Hartmut Heinen und des SUN-Kuratoriums ein Schild zur Projektförderung.  Foto: Tzimurtas

Die Meerforellen haben den neuen Weg schnell angenommen. Sie laichen in einem ehemaligen Arm der Hunte, der in eine Weidenlandschaft hineinragt und nun wieder an den Fluss angebunden wurde. Auch Schilf wächst hier mittlerweile, die Iris blüht am Ufer. Graugänse fühlen sich an diesem Ort ebenso wohl wie die Knoblauchkröte und allerlei Insekten.

Ein Naturidyll auf dem Gebiet der Bauerschaft Einen. Es ist das Ergebnis eines Projektes des Tückervereins Goldenstedt. Umgesetzt wurde es mit Geldern der „Stiftung für Umwelt- und Naturschutz im Landkreis Vechta“ (S.U.N.) und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung auf einer Fläche, die dem Landkreis Vechta gehört.

Die Anbindung des Altarms an den Fluss sei für die gesamte Region „sehr wichtig“, erklärte Frank Schneiders, der erste Vorsitzende des Tückervereins Goldenstedt am Mittwoch während einer Begehung zum Projekt mit den Mitgliedern des Kuratoriums der SUN. Denn: Würde es nicht den neuen Zufluss an Wasser in den einstigen Flussarm geben, wäre dieser als kleiner See, der er seit der Abtrennung von der Hunte war, im Laufe der kommenden 10 Jahre verlandet.

Alten Armen der Hunte droht die Austrocknung

Derzeit sei das Wasser in dem neu angebundenen Altarm zwar noch „ziemlich schmutzig“, aber es werde durch den hergestellten Austausch immer klarer. Das alte Wasser, das hinausfließe, nehme den Schlamm mit. Solche sogenannten Altarme entstanden im Zuge der Begradigung der Hunte in den Jahren 1954 bis 1959, die zur Landgewinnung vorgenommen worden sei, wie SUN-Geschäftsführer Rudolf Stukenborg berichtete.

Zuvor sei der Fluss durch die Landschaft in großzügigen Bögen mäandert, das überfließende Wasser versorgte das Grünland mit Nährstoffen, natürlichem Dünger. Als der Fluss in Linienform gebracht wurde, wurden die Bögen „abgeknapst“, wie Stukenborg erklärte. So entstanden daraus Teiche, denen im Laufe der Jahre die Austrocknung drohte.

Im neu angebundenen Altarm wird nicht gefischt

Der nun durch die Initiative des Tückervereins Goldenstedt wieder an die Hunte angebundene Altarm ist etwa 40 Meter breit und 400 Meter lang. Die Baggerarbeiten für den neuen Anschluss an den Fluss fanden laut Schneiders Ende Oktober 2020 statt und dauerten 3 Tage. Die neue Verbindung zum Fluss ist etwas mehr als einen Meter breit, soll aber auf 4 Meter erweitert werden, wie Rudolf Aumann, der Kreisbeauftragte des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, sagte.

Und Schneiders betonte: „Es ist ein reines Naturschutzprojekt“. Im angebundenen Altarm werde nicht gefischt, sagte er. Der „Tückerverein Goldenstedt“, der 350 Mitglieder zählt, hat mit vergleichbaren Projekten zur Neuanbindung von Altarmen der Hunte, aber auch mit Bachrenaturierungen vor mehr als zehn Jahren begonnen, in Kooperation mit dem Landkreis. Für das nun vorgestellte Projekt gab es 3000 Euro von der SUN, das weitere Geld kam von der Bingo-Umweltstiftung.

Stiftung wünscht sich Wiedervernässung der Huntetal-Wiesen

Stukenborg überreichte Schneiders ein Schild, das die Projektförderung durch die SUN dokumentiert – und vor Ort seinen Platz finden soll, womit die Naturschutzmaßnahme einen sichtbaren offiziellen Charakter erhält. Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen war in Vertretung von Landrat Tobias Gerdesmeyer zugegen.

Stukenborg warb auch für den Ankauf weiterer Flächen durch den Landkreis. Denn: Der Wunsch der Stiftung sei die „periodische Wiedervernässung“ der Huntetal-Wiesen, sagte er. Solange es aber noch „Störflächen“ gebe, also Flächen im Privatbesitz zwischen den Flächen des Landkreises, sei die Wiedervernässung nicht möglich.


Fakten:

  • Während der Kuratoriumssitzung der „Stiftung für Umwelt- und Naturschutz im Landkreis Vechta“ (S.U.N.) wurde in Goldenstedt ein neuer Vorstand der Stiftung gewählt. Ihm gehören an:
  • Landrat Tobias Gerdesmeyer (Vorsitzender qua Amt per Satzung),
  • Martina Spille aus Bakum (Kreistagsabgeordnete),
  • Christian Behnen aus Bakum (Kreisnaturschutzbeauftragter),
  • Dr. Johannes Wilking aus Visbek (Kreislandvolk-Vorsitzender),
  • Claudia Nachtwey aus Damme (Jägerschaft des Landkreises Vechta),
  • Frank Rieken (Nabu-Kreisgruppe)
  • und Rudolf Aumann aus Goldenstedt (Kreisbeauftragter des Landesfischereiverbandes).

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