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Die Hitze auf der Stoppelmarkt bleibt nicht ohne Folgen

Der Sanitätsdienst hat es in diesen Tagen vermehrt mit Kreislaufproblemen und Wespenstichen zu tun. Das DRK gibt Tipps, wie sich Besucher schützen können.

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Der Sonnenschein hat auch seine Schattenseiten: Notärztin Almut Opolka (rechts), Rettungssanitäterin Anna Riesenbeck und Behandlungsplatzleiter Matthis Janning zeigen in einer nachgestellten Szene, was bei Kreislaufproblemen von Marktbesuchern zu tun ist. Foto: Speckmann

Der Sonnenschein hat auch seine Schattenseiten: Notärztin Almut Opolka (rechts), Rettungssanitäterin Anna Riesenbeck und Behandlungsplatzleiter Matthis Janning zeigen in einer nachgestellten Szene, was bei Kreislaufproblemen von Marktbesuchern zu tun ist. Foto: Speckmann

Die Berichterstattung rund um den Stoppelmarkt 2022 wird Ihnen präsentiert von der Volksbank Vechta.

Die Besucher des Stoppelmarktes dürfen sich am Montag noch einmal auf einen heißen Tanz einstellen. Das Barometer steigt wieder über die 30-Grad-Marke. Nicht ohne Folgen: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet seit Beginn des Volksfestes zahlreiche Hitzenotfälle. Der Sanitätsdienst versorgt die Patienten und gibt auch Tipps, wie sich Menschen bei hochsommerlichen Temperaturen verhalten sollten.

In der Station neben dem Amtsmannsbult ist es am Samstagmittag relativ ruhig. Doch der Betrieb wird in den nächsten Stunden deutlich zunehmen. Davon sind die Mitarbeiter aufgrund ihrer Erfahrung überzeugt. „Wir haben es in diesem Jahr verstärkt mit Kreislaufproblemen zu tun. Auch die Zahl der Wespenstiche hat zugenommen“, berichtet DRK-Kreisbereitschaftsleiter Henrik Busch.

Schon zum Marktauftakt hat sich die Hitze im Einsatzgeschehen bemerkbar gemacht. Rotkreuzler Peter Haesters berichtet von einer jungen Frau, die während des Festumzugs massive Kreislaufprobleme bekommen hatte und dann versorgt werden musste. Sie habe eigenen Angaben zufolge morgens nur eine Kleinigkeit gegessen und Wein getrunken und sei dann eineinhalb Stunden durch die pralle Sonne gelaufen.

Fußstreife auf dem Stoppelmarkt: Simon Rommel, Christian Eiting und Peter Haesters gehören zum Sanitätsdienst der DRK-Kreisbereitschaft Vechta (von links). Foto: SpeckmannFußstreife auf dem Stoppelmarkt: Simon Rommel, Christian Eiting und Peter Haesters gehören zum Sanitätsdienst der DRK-Kreisbereitschaft Vechta (von links). Foto: Speckmann

Wer bei der Hitze auf der Westerheide schlapp macht, wird in den Behandlungs- und Betreuungsbereichen versorgt. Die DRK-Mitarbeiter führen zunächst eine Anamnese durch, messen den Blutdruck und überprüfen auch die Sauerstoffsättigung. „In der Regel hilft es bei Kreislaufproblemen schon, wenn die Betroffenen ein Glas Wasser bekommen und sich ausruhen. Einfach mal raus aus der Menschenmasse“, erklärt Busch.

Besucher sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen

Er und seine Kollegen raten den Marktbesuchern dazu, möglichst viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust infolge des Schwitzens zu kompensieren. Und mit Trinken ist nicht gleich Bier gemeint. Denn das Problem an Alkohol ist bekanntlich, dass er harntreibend wirkt und der Körper somit sehr schnell an Flüssigkeit verliert. Darum kann es beim Feiern nicht schaden, an der Theke hin und wieder ein Wasser zu bestellen.

Außerdem sollten die Besucher versuchen, sich im Schatten aufzuhalten, so Busch weiter. In der Warteschlange vor einem Fahrgeschäft sei das schwer möglich. Helfen könne aber in jedem Fall eine Kopfbedeckung. Er selbst gehe immer mit Mütze aus dem Haus, wenn eine Feier unter freiem Himmel anstehe, erzählt der Vechtaer. Wer keine Kappe dabei hat, wird an einem der Verkaufsstände auf dem Stoppelmarkt sicher fündig.

Die Hitzewelle führt ferner dazu, dass die Wespen zurzeit wesentlich aggressiver und stechfreudiger sind. Am Wochenende haben die Rotkreuzler diverse Marktbesucher behandelt, die mit juckenden oder angeschwollenen Hautpartien vorstellig wurden. Im schlimmsten Fall gibt es allergische Reaktionen, die unbehandelt sogar tödlich enden können. Da hilft nur noch die sofortige Einlieferung ins Krankenhaus.

Vorsicht beim Verzehr von süßen Speisen

Beim Essen und Trinken, insbesondere bei süßen Speisen, sollten die Besucher aufpassen, dass sie nicht unbemerkt eine Wespe verschlucken, warnt der DRK-Vertreter. Stiche im Mund- und Rachenraum können dazu führen, dass die Atemwege zuschwellen. Hilfreich kann es zudem sein, sich nicht direkt neben Mülleimern aufzuhalten. Auch lange Kleidung kann die Haut vor Stichen schützen.

Der Sanitätsdienst rät allen Volksfestfreunden dazu, sich am Stoppelmarkt-Montag nicht zu übernehmen oder gar zu überschätzen, sei es beim Feiern in den Zelten oder beim Bummel durch die Fahrgeschäfte. Hier könne die Hitze ebenfalls zu Unwohlsein führen. "Die Symptome bei Kreislaufproblemen kommen oft schlagartig. Kopfschmerzen können ein erstes Anzeichen sein", erklärt Busch.

Bei Spitzenzeiten sind bis zu 40 Ehrenamtliche auf der Westerheide im Einsatz

Auch die Rotkreuzler selbst haben mit den Temperaturen zu kämpfen. In ihrem Domizil ist es zwar nicht ganz so heiß wie in den prall gefüllten Festzelten, aber wer sich auf Fußstreife befindet, kann sich den Sonnenstrahlen nicht entziehen. Mit Schutzkleidung und Rucksack kommen die Einsatzkräfte mächtig ins Schwitzen, wenn sie in den Marktgassen unterwegs sind und sich um hilfsbedürftige Menschen kümmern.

Nach Angaben der Kreisbereitschaft sind in Spitzenzeiten bis zu 40 Ehrenamtliche auf der Westerheide im Einsatz. Sie kümmern sich neben dem Sanitätsdienst auch um die Verpflegung von Polizei und Feuerwehr kümmern. Abseits des Amtmannsbults, im angrenzenden Waldstück, haben die Aktiven ein schattiges Plätzchen. Hier können sie sogar in der Hängematte schaukeln. Danach wartet wieder der heiße Tanz.

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