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Die Genossenschaften behaupten sich auch in Corona-Zeiten

Der Genossenschaftsverband Weser-Ems  bescheinigt seinen angehörigen Unternehmen eine gute Ertrags- sowie solide Finanzlage. Der Mischfuttermarkt ist umkämpft.

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Die Direktoren des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems Axel Schwengels (links) und Johannes Freundlieb präsentierten gute Ergebnisse der Ländlichen Genossenschaften. Foto: Hibbeler

Die Direktoren des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems Axel Schwengels (links) und Johannes Freundlieb präsentierten gute Ergebnisse der Ländlichen Genossenschaften. Foto: Hibbeler

Der Genossenschaftsverband Weser-Ems hat die Geschäftsergebnisse 2019 der ihm angehörenden Ländlichen Genossenschaften, Gesellschaften und Energiegenossenschaften präsentiert. Die Verbandsdirektoren Johannes Freundlieb und Axel Schwengels bezeichneten die Mitgliedsunternehmen dabei laut Mitteilung als „solide aufgestellt“. Die Märkte würden bestimmt durch auch in der Gesellschaft diskutierte Themen wie Globalisierung, Handelskonflikte, Rohstoffpreise, Klimawandel oder Tierwohl, so Freundlieb.

Umsatz von 1,7 Milliarden Euro

Die dem Verband angehörenden 40 Warengenossenschaften haben nach Angaben der Direktoren in 2019 erneut einen Gesamtumsatz von rund 1,7 Milliarden Euro erzielt. Das Jahresergebnis sank von 14 auf 8 Millionen Euro. Der Verband bescheinigt den Unternehmen neben einer guten Ertragslage auch eine solide Vermögens- und Finanzlage. Die Eigenkapitalquote belief sich auf durchschnittlich 54,3 Prozent (2018: 54,7 Prozent). Das Anlagevermögen in Höhe von 186,4 Millionen Euro (181 Millionen Euro) wird im Schnitt komplett durch Eigenkapital finanziert.

Ihren Hauptumsatz machen die Warengenossenschaften mit dem Handel von Mischfutter (49 Prozent). Der Futtermittelabsatz lag 2019 mit rund 3,2 Millionen Tonnen in etwa auf Höhe des Vorjahres. Der Markt werde von einem starken, Regionen übergreifenden Wettbewerb geprägt, heißt es im Jahresbericht.

Fünftgrößter Betreiber von Tankstellen bundesweit

Zweitgrößter Umsatzträger (19 Prozent) ist der Handel mit Mineralölen sowie Treib- und Schmierstoffen. Die Raiffeisen-Genossenschaften zählen zu den wichtigsten Händlern von Kraft- und Brennstoffen in Deutschland. Sie sind der fünftgrößte Betreiber von Tankstellen bundesweit. Die Erlöse in diesem Bereich gingen trotz gestiegenen Absatzes um 2,8 Prozent auf 325,5 Millionen Euro leicht zurück. Grund für das Minus ist das niedrigere Preisniveau.

Trotz Dürre stand die Getreideernte laut Mitteilung unter besseren Vorzeichen als im Jahr 2018. Der Bereich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei den Warengenossenschaften zeigte sich bei einem leicht gestiegenen Umsatz auf 117,6 Millionen Euro mit rund 574.000 Tonnen leicht rückläufig (590.000 Tonnen). Der größte Anteil entfiel auf Getreide (517.000 Tonnen).

Die Raiffeisenmärkte erzielten einen stabilen Umsatz von 73,5 Millionen Euro. Der Handel mit Baustoffen ging 2019 um 3,9 Prozent auf 37,7 Millionen Euro zurück. Die beiden dem Verband angehörenden Obst- und Gemüsegenossenschaften konnten ihren Umsatz auf 301 Millionen Euro ausbauen (292 Millionen Euro).

Viehvermarkter handeln weniger Tiere, erzielen aber höhere Preise

Die in der Viehvermarktung tätigen Genossenschaften erzielten 2019 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Gegenüber 2018 ist dies ein Anstieg um etwa 60 Millionen Euro, beziehungsweise 5,8 Prozent. Das Umsatzplus resultierte aus einem gestiegenen Preisniveau für Schweine und Ferkel. Die Zahl der vermarkteten Tiere sank auf 6,8 Millionen (sieben Millionen). Die vermarktete Stückzahl im Bereich der Zucht- und Nutztiere sank in Weser-Ems auf drei Millionen (3,2 Millionen).

Weiter keine guten Preise für Milchviehhalter

Die dem Verband angehörenden fünf Molkereigenossenschaften erzielten in 2019 einen Umsatz in Höhe von 6,5 Milliarden Euro und bleiben damit im Vorjahresbereich. Der Milchauszahlungspreis in Niedersachsen lag mit durchschnittlich 32,85 Cent/kg (33,72 Cent/kg) unter dem Bundesdurchschnitt von 33,70 Cent/kg.

In Weser-Ems sind 71 Energiegenossenschaften mit etwa 19.000 Mitgliedern tätig. 2019 lag deren Gesamtumsatz stabil bei knapp 100 Millionen Euro.

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