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Die Gemeinde Steinfeld will mehr Geld in ihre Spielplätze investieren

Das Budget für die Neuanlegung soll auf 35.000 Euro erhöht werden. Für den Austausch von Spielgeräten sind laut Beschluss künftig jährlich insgesamt 10.000 Euro im Haushalt bereitzustellen.

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Der Spielplatz am Birkenweg in Steinfeld wurde vor wenigen Jahren neu angelegt. Er ist mit einer Doppelschaukel, einer Kletterkombination, einer Rutsche, 2 Federwipptieren sowie einem Sandkasten und einer Bank ausgestattet. Foto: Timphaus

Der Spielplatz am Birkenweg in Steinfeld wurde vor wenigen Jahren neu angelegt. Er ist mit einer Doppelschaukel, einer Kletterkombination, einer Rutsche, 2 Federwipptieren sowie einem Sandkasten und einer Bank ausgestattet. Foto: Timphaus

Die Budgets für die Neuanlegung und Instandhaltung von Spielplätzen in der Gemeinde Steinfeld sollen deutlich angehoben werden. Das hat der Familien-, Kultur- und Sportausschuss jüngst einmütig beschlossen. Für einen neuen Spielplatz sollen künftig 35.000 statt bisher 20.000 Euro im Haushalt bereitgestellt werden, für den Austausch alter Spielgeräte an allen Standorten sind jährlich 10.000 statt bisher 5.000 Euro vorgesehen. Die neuen Ansätze sollen während der Haushaltsberatungen im Herbst festgezurrt werden.

Auf Anregung von Bürgermeisterin Manuela Honkomp ist überdies geplant, einen fraktionsübergreifenden Arbeitskreis einzurichten. Das Gremium soll die verschiedenen Ideen und Anregungen konkretisieren, die während der Diskussion eingebracht wurden.

Bauamtsleiter Michael Gronemeyer führte anhand einer Präsentation aus, dass es in Steinfeld aktuell 29 Spielplätze gibt. Er veranschaulichte deren Lage und Ausstattung und gab zu einigen Standorten auch Auskünfte über die Nutzungsfrequenz, das Alter oder bauliche Veränderungen in der jüngeren Vergangenheit. Zuletzt zeigte Gronemeyer auf, dass die Gemeinde in den geplanten Neubaugebieten "Vor Holsen" und an der Graf-von-Galen-Straße je einen Spielplatz neu anlegen möchte. 

Der Spielplatz am Rathausplatz erfreut sich nach Angaben der Verwaltung großer Beliebtheit. Er ist mit folgenden Geräten ausgestattet: Spielturm mit Rutsche und Sandschütte, Balancierkreis, Wackelbrücke, Klettergerüst mit Netz-Klettergriffen, Reck und Sprossenwand, Nestschaukel, Federwipptiere und Bänke. Foto: TimphausDer Spielplatz am Rathausplatz erfreut sich nach Angaben der Verwaltung großer Beliebtheit. Er ist mit folgenden Geräten ausgestattet: Spielturm mit Rutsche und Sandschütte, Balancierkreis, Wackelbrücke, Klettergerüst mit Netz-Klettergriffen, Reck und Sprossenwand, Nestschaukel, Federwipptiere und Bänke. Foto: Timphaus

Zuvor hatte die Ausschussvorsitzende Jutta Arkenberg (CDU) in das Thema eingeführt. Ihre Partei habe die Verwaltung um eine Aufstellung gebeten, weil das Thema aus ihrer Sicht auf den Prüfstand gestellt werden müsse. Laut Arkenberg sei der Zustand der Steinfelder Spielplätze generell als in Ordnung zu bezeichnen, jedoch würden viele Standorte "kaum noch bespielt". Sie warf die Frage auf, ob gegebenenfalls über einen Rückbau einzelner Spielplätze nachgedacht werden müsse.

Die CDU-Ratsfrau kritisierte, dass einige Spielplätze in Steinfeld "recht leblos" seien und die Spielgeräte "zusammenhanglos und zusammengewürfelt" wirkten. Am Beispiel des jüngst neu gestalteten Spielplatzes "Quellengrund/Hinterm kleinen Kamp" wies sie auf die Generationen, Schichten und länderübergreifende Funktion hin. Sie wünsche sich mehr Grün und mehr Sitzgelegenheiten, sagte Arkenberg. Sie plädierte dafür, beispielsweise über Themenspielplätze nachzudenken und warb für die Erhöhung der Finanzmittel.

"Wir können nicht in jeder Siedlung einen kleinen Heidepark aufbauen."Roland Bünnemeyer (CDU)

Honkomp teilte mit, dass die aktuell bereitgestellten 20.000 Euro für einen neuen Spielplatz sich rein auf die Spielgeräte beziehen. "Hinzu kommen noch etwa 5000 bis 8000 Euro Mehrkosten für Zäune, Hecken und die Vorbereitung." Aus ihrer Sicht sei es richtig, bei 25 bis 30 neuen Bauplätzen auch einen Spielplatz einzuplanen.

Roland Bünnemeyer (CDU) pflichtete der Bürgermeisterin bei. "Wir sollten keine Spielplätze streichen", sagte er. Aus seiner Sicht seien die Spielplätze in Steinfeld in einem guten Zustand. "Wir können nicht in jeder Siedlung einen kleinen Heidepark aufbauen."

Sein Parteikollege Peter Harpenau plädierte dafür, dass sich die Gemeinde um einen neuen Spielplatz in der Schemder Bergmark bemühen solle. Dies könnte ein touristischer Anlaufpunkt werden, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Brunhild Fangmann (CDU) stimmte ihm zu und wünschte sich eine Einbindung der Tourist-Information Dammer Berge.

Bokern schlägt Modernisierung der Schul-Spielplätze vor

Honkomp sagte, diese Gespräche könne die Verwaltung führen. Es habe in der Vergangenheit immer wieder Anläufe in diese Richtung gegeben. "Es handelt sich um ein Landschaftsschutzgebiet. Dort haben wir es vor allem mit den Wald- und Forsteigentümern zu tun."

Auch Josef Bokern (CDU) machte sich für einen neuen Spielplatz in der Schemder Bergmark stark. Wandern sei in Corona-Zeiten sexy geworden, diesen Trend müsse die Gemeinde aufgreifen. Er nannte den Waldspielplatz am Dammer Bergsee als Vorbild. "Wenn man so etwas in der Schemder Bergmark auf den Weg bringt, wäre das super." Weiter schlug er eine Modernisierung der Spielplätze an der St.-Johannes-Schule und am Schützenplatz vor.

Bürgermeisterin warnt vor Rückbau

Melanie Schockemöhle (UWG/SPD-Gruppe) legte den Fokus auf den Spielplatz im Krimpel. Dieser eigne sich aus ihrer Sicht hervorragend für die Anlegung eines Wasser- oder Matschspielplatzes. Sie lobte den Naturspielplatz in Fladderlohausen. "Es muss nicht immer das teuerste Spielgerät sein, wenn ein Konzept dahinter steckt."

Honkomp befürwortete grundsätzlich die Idee von Themenspielplätzen. Die Politik müsse sich dazu Gedanken machen. Für solche Projekte könnten möglicherweise auch Fördermittel eingeworben werden. Sie machte aber auch klar, dass dafür große Areale notwendig seien. Zu den Spielplätzen an den Schulen stellte sie fest, dass diese demnächst modernisiert werden sollten. Den Vorschlag eines Wasserspielplatzes müsse man noch vertiefen.

Die Bürgermeisterin warnte vor dem Rückbau von Spielplätzen. Die aktuell bereitgestellten 5000 Euro jährlich für den Austausch von Spielgeräten für alle Standorte erachtete auch sie als zu gering.

Gemeinde findet keine Abnehmer für Pferde-Rohlinge

Schockemöhle griff die Verbindung mit der Steinfelder Pferdestraße auf, die auch Arkenberg angeregt hatte. Dazu sagte Honkomp: "Wir haben noch 3 bis 4 Pferde im Keller. Wir haben sie angeboten wie Sauerbier. Aber vielleicht sind die Schwerpunkte heute andere."

Harpenau brachte schließlich den Vorschlag auf Erhöhung der Budgets ein. Er rief 10.000 Euro jährlich für die Instandhaltung und 50.000 Euro für die Neuanlegung auf. Dies ging Bünnemeyer zu weit. "Mit den 10.000 Euro gehe ich d'accord. Aber bei den 50.000 Euro würde ich gerne noch den Arbeitskreis hören. Das ist ein großer Betrag." Harpenau erwiderte, die Summe könne auch niedriger ausfallen. Auch Fangmann meinte, man solle Anreize behalten, um weitere Finanzmittel einzuwerben.

Der CDU-Fraktionschef forderte schließlich, dass ins Protokoll aufgenommen werde, dass sich die Gemeinde Steinfeld um einen neuen Spielplatz in der Schemder Bergmark bemühen und Gespräche dazu aufnehmen soll.

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