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Die Gemeinde Steinfeld verabschiedet sich von ihrer Bürgermeisterin

Nach 16 Jahren hat Manuela Honkomp jetzt Abschied genommen. Ihr zu Ehren lud die Gemeinde zu einem Empfang ein – und das ‚Who is who‘ Steinfelds und des Oldenburger Münsterlandes kam.

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Zum Abschied erhielt Manuela Honkomp von den Mitarbeitern der Gemeinde um den Ersten Gemeinderat Oliver Netzband jenes Gemälde als Geschenk, das bisher im Büro von Steinfelds ausscheidender Bürgermeisterin gehangen hatte. Foto: Timphaus

Zum Abschied erhielt Manuela Honkomp von den Mitarbeitern der Gemeinde um den Ersten Gemeinderat Oliver Netzband jenes Gemälde als Geschenk, das bisher im Büro von Steinfelds ausscheidender Bürgermeisterin gehangen hatte. Foto: Timphaus

"In Steinfeld geht eine Ära zu Ende." Mit diesen Worten leitete der Ratsvorsitzende Roland Bünnemeyer am Freitag den Empfang der Gemeinde Steinfeld zur Verabschiedung von Bürgermeisterin Manuela Honkomp ein. Die Amtszeit der 58-Jährigen endete an diesem Tag – nach 16 Jahren als Hauptverwaltungsbeamtin ihrer Heimatgemeinde.

Etwa 140 geladene Gäste wohnten dem Festakt in der Schankwirtschaft Overmeyer bei, darunter Honkomps Ehemann Stephan, ihr Sohn Leon und dessen Freundin Luise Marten. Es waren aber auch Mitarbeiter und Kollegen, Freunde und Weggefährten, Vertreter aus Sport, Kultur und Wirtschaft anwesend – oder wie Bünnemeyer es ausdrückte: "Das ‚Who is who‘ Steinfelds und des Oldenburger Münsterlandes hat sich hier eingefunden."

Sie alle wollten sich von Honkomp verabschieden, die 2006 als Parteilose zur ersten hauptamtlichen Bürgermeisterin im Oldenburger Münsterland gewählt worden war. Die Laudatio auf die Neu-Pensionärin hielt Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer, der Honkomp deshalb als "Pionierin und Vorbild" bezeichnete, auch wenn sie selbst diese Zuschreibung ablehne.

Ihre 2. große Liebe ist Steinfeld

In seiner launigen Rede skizzierte der Lohner den Lebensweg der Steinfelderin, die am 2. Februar 1964 als Manuela Becker geboren wurde. Die Älteste von 4 Kindern drückte einst die Schulbank unter anderem mit Jürgen Krogmann, dem heutigen Oberbürgermeister Oldenburgs, und Inge Wenzel, der Schulleiterin des Gymnasiums Antonianum Vechta.

Gerdesmeyer sagte, dass Honkomp immer verbindlich und verlässlich gewesen sei. Dies zeige schon der Umstand, dass sie bereits zu Schulzeiten mit Stephan zusammengekommen sei. Ihre 2. große Liebe sei ihre Heimatgemeinde. "Man bekommt Manuela wohl zeitweise raus aus Steinfeld, aber Steinfeld nicht raus aus Manuela." 

Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer hielt die Laudatio auf Manuela Honkomp, die sich nach 16 Jahren aus ihrem Amt als Bürgermeisterin der Gemeinde Steinfeld verabschiedet hat. Foto: TimphausVechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer hielt die Laudatio auf Manuela Honkomp, die sich nach 16 Jahren aus ihrem Amt als Bürgermeisterin der Gemeinde Steinfeld verabschiedet hat. Foto: Timphaus

Gerdesmeyer führte aus, dass Honkomp im Kreise der Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises Vechta stets ihre Frau gestanden habe. "Am Katzentisch Platz zu nehmen, war deine Sache nicht." Honkomp habe stets ihren eigenen Führungsstil und Blickwinkel eingebracht. Ihr soziale Kompetenz habe sie ausgezeichnet  – daher auch der Spitzname "Mutter der Kompanie".

Kurz wurde Gerdesmeyer ernst in seiner mit Anekdoten und Details gespickten Ansprache. Immer noch gebe es viel zu wenig Frauen in der Politik und in Führungspositionen. "Wir brauchen mehr weibliche Vorbilder", sagte er und ergänzte mit Blick auf das Wirken Honkomps: "Dein Beispiel ist in jeder Hinsicht inspirierend."

Der 48-Jährige ging auf Honkomps politische Karriere ein und blickte in einem Abriss auf die Leistungen und Erfolge der Bürgermeisterin zurück. So sei Steinfeld die einzige Kommune im Landkreis Vechta, die es geschafft habe, alle Bahnübergänge zu sichern.

Honkomp kann ihre Freizeit genießen

Er attestierte ihr Leidenschaft und Bürgernähe, Teamgeist und Kommunikationsstärke. Die Aufzählung ihrer Ehrenämter, unter anderem als Geschäftsführerin des Kreisverbandes Vechta des Städte- und Gemeindebundes (NSGB), zeige laut Gerdesmeyer, "wie sehr Manuela sich fürs Gemeinwohl einsetzt".

Gerdesmeyer ging auch auf Honkomps Familie ein. So nannte er Stephan augenzwinkernd "den Prinz Philip des Landkreises Vechta". Die Steinfelderin habe künftig mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens – als "Mama ante portas". Er schloss mit der Feststellung: "Manuela, du hast deine Gemeinde geprägt und warst ein Gewinn für den Landkreis Vechta und das Oldenburger Münsterland."

Unter ihrer Ägide stieg die Mitarbeiterzahl auf 75 an

Der NSGB-Geschäftsführer Oliver Kamlage hielt ebenso ein Grußwort wie Honkomps Amtskollege Tobias Averbeck. Der Bakumer, der auch Vorsitzender des NSGB-Kreisverbandes ist, sagte unter anderem: "Du hast nie den Kontakt zu den Bürgern verloren."

Bünnemeyer ging in seiner Ansprache auf die zahlreichen Projekte in Honkomps Amtszeit ein. Er hob besonders ihren Einsatz für den Bildungsbereich hervor. Honkomp habe die Gemeinde durch viele Krisen – unter anderem die Corona-Pandemie und den Ukrainekrieg und seine Folgen – sicher geführt.

Erster Gemeinderat Oliver Netzband erwähnte unter anderem, dass die Zahl der Gemeindemitarbeiter unter Honkomps Ägide von 63 auf 75 angestiegen sei – "weil auch die Aufgaben deutlich zugenommen haben". Personalratsvorsitzende Christina Hoffmann lobte den Führungsstil der Bürgermeisterin. "Deine Tür stand immer offen."

Die Schlusssätze oblagen Manuela Honkomp. "Das hat richtig gut getan, auch wenn es mächtig übertrieben war", sagte sie zu den Vorrednern, verteilte Dankesworte hier und dort und stellte zu ihrem Abschied fest: "Es fühlt sich gut und richtig an."

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