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Die Ferienbetreuung steht vor Herausforderungen

Der Visbeker Rat befasst sich mit dem Thema, nach dem die FDP-Fraktion einen Antrag für Kinder im Grundschulalter eingebracht hat. Doch die Planungen für den Sommer werden im Corona-Jahr erschwert.

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Am 16. Juli beginnen die Sommerferien in Niedersachsen. Im Vorfeld soll in der Gemeinde Visbek der tatsächliche Betreuungsbedarf bei den Eltern abgefragt werden. Foto: dpa/Pilick

Am 16. Juli beginnen die Sommerferien in Niedersachsen. Im Vorfeld soll in der Gemeinde Visbek der tatsächliche Betreuungsbedarf bei den Eltern abgefragt werden. Foto: dpa/Pilick

Im Pandemie-Jahr 2020 steht auch die Betreuung während der Sommerferien vor besonderen Herausforderungen. Das wurde am Dienstagabend in der Sitzung des Visbeker Rates deutlich, der zum zweiten Mal coronabedingt in die neue Mensa der Benedikt-Schule ausgewichen war. Das Thema hatte die FDP-Fraktion mit einem entsprechenden Antrag aufs Tapet gebracht.  Der lautet: "In Abstimmung mit den Grundschulen und den Elternvertretern organisiert die Gemeinde Visbek eine verlässliche Ferienbetreuung während der Sommerferien für Kinder im Grundschulalter."

Zerreißprobe für viele Familien

In der Begründung führen die Liberalen aus, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele junge Familien in Zeiten der Corona-Pandemie zu einer Zerreißprobe geworden sei. Eltern hätten sich in den vergangenen Wochen mit eigenem Urlaub, dem Abbau von Überstunden oder auch mit der Arbeit im Homeoffice helfen müssen, um die Kinderbetreuung sicherzustellen, sie selbst zu betreuen. "Das gilt insbesondere für Kinder bis zum Alter von sechs Jahren, aber auch für Kinder im Grundschulalter. Nachdem nun sichergestellt ist, dass eine Betreuung der Kinder in den Kindertagesstätten durchgehend bis zum Ende des Jahres gewährleistet ist, sollte auch eine verlässliche Betreuung der Grundschulkinder in den Sommerferien angeboten werden", heißt es in dem Antrag

Bernhard Schmidt, Vorsitzender der Visbeker FDP-Fraktion, stellte in der Sitzung klar, dass der Antrag keine Kritik an der in den vergangenen Jahren durchgeführten Ferienbetreuung darstellen solle. Vielmehr sei er der Besonderheit in diesem Jahr geschuldet, und man wolle den Eltern Planungssicherheit geben. Er glaube, dass der eine oder andere "auf dem Zahnfleisch geht", wenn es während der Sommerferien keine Betreuung gebe, und dass in vielen Familien ein erhöhter Bedarf vorhanden sei, so Schmidt. Zumal Großeltern für die Betreuung nicht infrage kämen und die bisherigen Betreuungsplätze der Kinder, die zum 1. August eingeschult werden, dann bereits durch den nächsten Jahrgang belegt seien.

Signal an Eltern

Davon, dass die Kommune direkt Gelder verteile, halte er nichts. Für Sonderfälle habe man den Fonds "Familien in Not". Die Intention seiner Fraktion sei vielmehr, "dass wir den Eltern signalisieren, ja, in Visbek tut sich was ab Ferienbeginn am 16. Juli, sodass sie planen können und dass gleichzeitig auch die Verwaltung entsprechende Vorbereitungen treffen kann". Es gehe darum, rechtzeitig die Hebel in Bewegung zu setzen. Überdies sprach sich Schmidt im Namen seiner Fraktion dafür aus, die Kostenbeteiligung der Eltern bei vier Euro pro Betreuungstag wie in den Vorjahren zu belassen.

"Was sollen unsere Leute noch planen?"Gerd Meyer, Bürgermeister

Das soll auch so bleiben, bestätigte Bürgermeister Gerd Meyer (CDU). Er berichtete, dass Visbeks Familienbeauftragter Wolfgang Niehaus und seine Mitstreiter im Familienbüro seit geraumer Zeit versuchten, "irgendwas zu stricken". Gleichwohl stellte der Verwaltungschef mit Blick auf die sich ständig ändernden Verordnungen und Kurskorrekturen des Kultusministeriums die (rhetorische) Frage: "Was sollen unsere Leute noch planen?" Wolfgang Niehaus versuche alles "zu regeln, was zu regeln ist, um den Kindern Angebote zu machen. Nur nach heutigem Stand sind wir da noch sehr eingeengt", verdeutlichte Meyer.

Um den tatsächlich vorhandenen Betreuungsbedarf zu ermitteln, erklärte Amtsleiter Gerd Brengelmann, würden Eltern zeitnah in den nächsten Tagen angeschrieben, "damit wir verlässliche Zahlen bekommen. Im Moment können wir auch noch gar nicht genau sagen, wie viele Kinder wir tatsächlich in Einzelgruppen übergreifend betreuen dürfen". Im vergangenen Jahr hätten 60 Kinder an der Visbeker Ferienbetreuung teilgenommen, meist 15 bis 20 pro Woche. "Dabei muss man in den Anträgen angeben, dass man berufsbedingt auf die Ferienbetreuung angewiesen ist", erklärte Brengelmann.

In diesem Jahr, ergänzte Bernhard Schmidt könne er sich vorstellen, dass man auch mehr Betreuungskräfte brauchen werde, wenn die Gruppenstärke beschränkt wird. "Wir machen, was möglich ist zu den Konditionen, die wir bisher hatten", versprach Bürgermeister Gerd Meyer.

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