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Die ersten Messdienerinnen nehmen ihre Arbeit auf

Lange Zeit waren Mädchen in der Kirchengemeinde St. Vitus Visbek nicht für den liturgischen Dienst vorgesehen. Das hat sich jetzt geändert.

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Neue Gesichter in der Messe: Die neuen Messdienerinnen und Messdiener wurden in die Gemeinschaft aufgenommen. Foto: Rica Ideler

Neue Gesichter in der Messe: Die neuen Messdienerinnen und Messdiener wurden in die Gemeinschaft aufgenommen. Foto: Rica Ideler

Sie war die letzte im Oldenburger Land ohne Mädchen – doch die Kirchengemeinde St. Vitus Visbek hat nun die ersten Messdienerinnen in die Gemeinschaft aufgenommen. Dieses "historische Ereignis", wie es in einer Mitteilung heißt, wurde kürzlich im Rahmen einer Messe mit Pastor Hermann Josef Lücker gefeiert.

Doch wie kam es letztlich zu diesem Schritt? Schon länger sei dieses Thema in den Kreisen der Leiterinnen der Mädchengruppen und auch gemeinsam mit den Oberministranten (Omis) besprochen worden, heißt es in der Mitteilung weiter. "Uns ging es hierbei besonders um Gleichberechtigung und Anerkennung und darum, unsere Kirche gemeinsam nach vorne zu bringen", schreiben die Initiatoren. Die Schwierigkeit dabei stellten aber die mit den Jahren gewachsenen Strukturen in der Jugendarbeit innerhalb der Kirchengemeinde dar.

Entscheidung wurde lange vor sich hergeschoben

Zur Erinnerung: In der katholischen Kirchengemeinde Visbek habe sich früh eine starke Jugendarbeit mit einem geschlechtsspezifischen Schwerpunkt entwickelt, erklärte Lücker bereits im April im Gespräch mit OM Online, als es publik wurde, dass es künftig auch Messdienerinnen in der Gemeinde geben soll. Heißt: Es gab Messdienergruppen für Jungen sowie Gruppen für Mädchen – allerdings ohne die Möglichkeit, in der Messe dienen zu können. Wie der Geistliche und auch Sabrina Graue, Ansprechpartnerin für die künftigen Messdienerinnen, betonten, habe es bislang auch nie den Wunsch gegeben, daran etwas zu ändern. Bis jetzt.

Mehrere Fragen beschäftigten die Verantwortlichen deshalb: Wie kann die Ausbildung der Kinder funktionieren? Wie wird niemand aus den Gemeinschaften ausgeschlossen? Können wir weiter in getrennte Ferienlager fahren? Können wir einen Weg finden, der uns einigt und noch dazu als Gruppen stärkt?

Die Leiterinnen der Mädchengruppen und auch die Oberministranten taten sich längere Zeit schwer, eine Entscheidung zu treffen. Bei der  Verabschiedung von Elena Bergmann aus der Lagerleitung der Leiterinnen im Oktober 2020 kam das Thema noch einmal zur Sprache, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Die Ausbildung der Leiterinnen sowie die Ausbildung der Mädchen zu Messdienerinnen kam während der Feierlichkeiten wieder auf den Tisch. "Einen richtigen Grund, diese Aufgabe jetzt nicht gemeinsam anzugehen und eine passende Lösung für alle zu finden, gibt es nicht und selbst, wenn es in Vergangenheit schlagende Argumente dagegen gegeben hätte, sind diese längst veraltet und entsprechen lange nicht mehr dem, was uns als Gruppen ausmacht", schreiben die Vertreterinnen und Vertreter der Jugendarbeit.

Mädchen haben die Wahl

Daraufhin sei mit allen Verantwortlichen innerhalb der katholischen Kirchengemeinde in Visbek ein konkreter Plan für die Ausbildung und das weitere Vorgehen ausgearbeitet worden. So sollten zunächst die Leiterinnen zu Messdienerinnen ausgebildet werden, um den Mädchen dann die Möglichkeit zu bieten, im Rahmen einer Gruppenstunde auch Messdienerinnen zu werden. "Ein wichtiger Punkt für die Gemeinschaft der Mädchengruppen war hierbei, weiterhin die Offenheit und die Konfessionsungebundenheit beizubehalten". Deshalb wird es in Zukunft für alle Mädchen einer Gruppe die Möglichkeiten geben, nur einer Mädchengruppe beizutreten, nur Messdienerin zu werden oder einer Mädchengruppe beizutreten und Messdienerin zu werden.

  • Info: Der Infoabend für Mädchen und Jungen der Kirchengemeinde St. Vitus Visbek, die Messdienerin oder Messdiener werden möchten, findet am 16. November (Dienstag) um 18 Uhr in der Kirche statt. Interessierte können sich bei auftretenden Fragen auch im Pfarrbüro in Visbek unter Telefon 04445/96960 melden. 

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