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Die Emmaus-Kirche in Visbek feiert ihren 25. Geburtstag

Kirchenneubauten kommen in jüngerer Vergangenheit sehr selten vor. Die Emmaus-Kirche in Visbek gibt es aber erst seit 25 Jahren. Das soll am Wochenende gefeiert werden.

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Laden ein: Pfarrerin Andrea Hilgen-Frerichs und Pfarrer Karsten Hilgen möchten gemeinsam mit vielen Menschen am Sonntag (3. Juli) das 25-jährige Bestehen der Emmaus-Kirche feiern.  Foto: C. Meyer

Laden ein: Pfarrerin Andrea Hilgen-Frerichs und Pfarrer Karsten Hilgen möchten gemeinsam mit vielen Menschen am Sonntag (3. Juli) das 25-jährige Bestehen der Emmaus-Kirche feiern.  Foto: C. Meyer

25 Jahre alt ist die Emmaus-Kirche in Visbek nun alt. Das möchte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-Langförden am kommenden Sonntag (3. Juli) ab 14 Uhr gebührend feiern.

25 Jahre – das ist angesichts der vielen alten Kirchen mit langer Historie quasi gar kein Alter. Und der Neubau einer Kirche? Den erlebt heutzutage auch kaum noch jemand mit. Stattdessen wird zunehmend über andere Nutzungsmöglichkeiten von Kirchen geredet. Der Neubau der Emmaus-Kirche in Visbek Mitte der 1990er Jahre war deshalb über die Gemeindegrenzen hinaus von großem Interesse begleitet, wie sich Hartmut Ramke, Mitglied im Gemeindekirchenrat, sowie Andrea Hilgen-Frerichs, damals erste Vikarin und heute Pfarrerin in der Kirchengemeinde, erinnern.

Die alte Bartning-Notkirche in Visbek. Foto: Archiv Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-LangfördenDie alte Bartning-Notkirche in Visbek. Foto: Archiv Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-Langförden

Doch bevor die Entscheidung zum Neubau fiel, wurde zunächst über eine längst überfällige Renovierung nachgedacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist 1953 eine der sogenannten Bartning-Notkirchen in Visbek errichtet worden, erzählt Pfarrer Karsten Hilgen. Diese wurden vielerorts errichtet, um, wie im Falle des katholisch geprägten Oldenburger Münsterlandes, den zugezogenen, evangelischen Christen einen Raum für Gottesdienste zur Verfügung zu stellen. Mit der Zeit machten sich aber bauliche Mängel bemerkbar, innerhalb der Kirchengemeinde gab es zahlreiche Gestaltungswünsche, wie der Chronik von 1997 der Kirchengemeinde zu entnehmen ist.

„Nicht mehr erwartete Probleme“, wie es in der Chronik weiter heißt, machten die gewünschte Renovierung so schwierig, dass schließlich der Neubau beschlossen wurde. Die alte Kirche sei vielen „sehr ans Herz gewachsen“, weiß Andrea Hilgen-Frerichs. Doch die Gemeindemitglieder haben sich gegen den Neubau nicht gewehrt. Im Gegenteil. Für viele aus der Gemeinde sei die alte Kirche ohnehin immer nur ein „Provisorium“ gewesen, erinnert sich Hartmut Reinke. Es habe immer den Wunsch nach einem Neubau gegeben.

Was sicherlich die Entscheidung erleichterte, war die Gewissheit, dass die alte Kirche lediglich abgebaut und an anderer Stelle wieder neu errichtet wurde. Die Bartning-Notkirche aus Visbek wurde an die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im litauischen Sudargas verschenkt. Dort wird die Emmaus-Kirche, wie sie dort ebenfalls heißt, bis heute für Gottesdienste genutzt. Außerdem verbindet die beiden Kirchengemeinden nach wie vor eine Freundschaft, 2002 sei die Partnerschaft sogar offiziell besiegelt worden, sagt Harmut Ramke.

Viel Eigenleistung und zahlreiche Spenden

Da man eine neue Kirche „nicht einfach so“ baut, wie Andrea Hilgen-Frerichs sagt, ist ein Architektenwettbewerb ausgerufen worden, den das Hamburger Büro Grundmann und Hein für sich entscheiden konnte. Die Landeskirche setzte ein Kostenlimit in Höhe von einer Million D-Mark, sagt Hartmut Ramke. Die politische Gemeinde steuerte rund 250.000 D-Mark dazu. Um die Finanzierung der selbst zu tragenden Kosten zu organisieren, ist in diesem Zusammenhang der Förderverein gegründet worden, sagt Ramke. Durch viel Eigenleistung und Spenden sei ein erheblicher Teil der Kosten gestemmt worden. Die katholische Kirchengemeinde habe sich ebenfalls eingebracht: Bei der Oster-Kollekte 1996 sind laut der Chronik 7500 D-Mark gespendet worden, das Abendmahlsgeschirr wurde ebenso gespendet.


Die Emmaus-Kirche in Visbek. Foto: C. Meyer
Ein Blick vom Orgelboden. Foto: C. Meyer
Die Orgel. Foto: C. Meyer
Der Altarraum. Foto: C. Meyer
Diese Wandteppiche hingen bereits in der alten Notkirche. Für sie wurde ein besonderer Platz in der Emmauskirche vorgehalten. Foto: C. Meyer
Dieses Gemälde schmückt die Sakristei. Foto: C. Meyer
Die alte Notkirche wird abgebaut. Foto: Archiv Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-Langförden
Die alte Notkirche wird abgebaut. Foto: Archiv Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-Langförden
Die alte Notkirche wird abgebaut. Foto: Archiv Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-Langförden

Die Einweihungsfeierlichkeiten der Emmaus-Kirche fanden schließlich im Sommer 1997 statt und zogen viele Besucherinnen und Besucher an, erinnert sich Andrea Hilgen-Frerichs. Im Einzugsgebiet der Landeskirche in Oldenburg ist seitdem auch keine weitere Kirche gebaut worden, sagt Karsten Hilgen. 2017 wurde die Emmaus-Kirche um eine neue, zur Kirche passende, Friedhofskapelle ergänzt. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Visbek-Langförden ist – entgegen dem Trend, wie Andrea Hilgen-Frerichs anmerkt – in den vergangenen 25 Jahren sogar gewachsen. Damals habe es schätzungsweise 1700 Mitglieder gegeben, sagt Hartmut Ramke. Heute seien es knapp 2000.

Das Pfarrer-Ehepaar Andrea Hilgen-Frerichs und Karsten Hilgen hofft, auch zu den Jubiläumsfeierlichkeiten am Sonntag viele Gäste begrüßen zu dürfen. Das Gemeindefest wird mit einem Gottesdienst ab 14 Uhr eingeläutet. Danach gebe es viel „Zeit für Begegnungen“, sagt Hilgen. Das Duo „Fensterplatz“ sowie der Männergesangverein Visbek treten auf. Es wird verschiedene Verkaufsstände geben, die Konfirmandinnen und Konfirmanden backen Waffeln. Neben Kaffee und Kuchen werde außerdem gegrillt. Für Kinder werden verschiedene Aktivitäten sowie eine Hüpfburg angeboten.

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