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Die Eingangstore für den Stoppelmarkt stehen schon

Die Schausteller setzen ein sichtbares Zeichen für das traditionelle Volksfest in Vechta. Ihre Vorfreude auf die Markttage ist groß, aber in finanzieller Hinsicht machen sich auch Ängste breit.

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Wegweisender Arbeitseinsatz auf der Westerheide: Der heimische Schaustellerverein um seinen Vorsitzenden Jürgen Meyer (links) baut die Eingangstore für den Stoppelmarkt auf. Das lässt sich Marktmeister Jens Siemer (3. von links) nicht entgehen. Die Vorfreude auf das Volksfest ist bei allen Beteiligten groß.  Foto: Speckmann

Wegweisender Arbeitseinsatz auf der Westerheide: Der heimische Schaustellerverein um seinen Vorsitzenden Jürgen Meyer (links) baut die Eingangstore für den Stoppelmarkt auf. Das lässt sich Marktmeister Jens Siemer (3. von links) nicht entgehen. Die Vorfreude auf das Volksfest ist bei allen Beteiligten groß.  Foto: Speckmann

Die Berichterstattung rund um den Stoppelmarkt 2022 wird Ihnen präsentiert von den Volksbanken im Landkreis Vechta.

Beim traditionellen Trubel auf der Westerheide dürfen die Eingangstore nicht fehlen. Selbst in den vergangenen 2 Jahren haben die Schausteller die einladenden Elemente an den Hauptwegen aufgebaut. Zum damaligen Freizeitpark passte der Wortlaut nicht ganz, er war vielmehr symbolischer Natur. Aber nun dürfen die Vechtaer den Schriftzug wieder wörtlich nehmen: „Viel Vergnügen auf dem Stoppelmarkt“.

Den Schaustellern ist die Vorfreude auf das Volksfest vom 11. bis 16. August deutlich anzusehen, als sie am Dienstag mit einem voll beladenen Anhänger samt Verladekran auf dem Stoppelmarktgelände anrücken. Der Aufbau der drei Tore erweist sich wie gewohnt als Kraftakt, aber die Motivation ist groß. „Wenn die Tore stehen, ist es ein gutes Zeichen. Dann geht es bald los“, erklärt Patrick Meyer mit Blick auf die „5. Jahreszeit“ in Vechta.

2 Jahre Pandemie haben zweifellos ihre Spuren hinterlassen, aber die Vertreter des Vereins reisender Schausteller Vechta versuchen, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Mut macht ihnen dabei der Verlauf der ersten Veranstaltungen in diesem Jahr. „Die Menschen haben einen Nachholbedarf, gerade was Volksfeste angeht. Die Freude ist da. Das spürt man vor allem bei den traditionellen Veranstaltungen, die 2 Jahre lang nicht stattfinden konnten“, berichtet Vereinsvorsitzender Jürgen Meyer.

Der Goldenstedter hat mit seinem Imbissstand bereits mehrere Veranstaltungen besucht, etwa die Osterwiese in Bremen oder ganz aktuell das Schützenfest in Goslar. Überall kommt er ins Gespräch mit Branchenkollegen. Die Resonanz ist überwiegend positiv, wie er berichtet: „Nicht alle, aber die meisten Veranstaltungen funktionieren. Wir sind bis zum jetzigen Zeitpunkt wirtschaftlich zufrieden.“

Steigende Energie- und Spritkosten haben Folgen

Auf einen Erfolg hoffen die Schausteller auch bei ihrer Rückkehr auf den Stoppelmarkt. Dort dürften so manche Karussell- und Standbetreiber in diesem Jahr jedoch nicht umhinkommen, die Preisschilder auszutauschen. Grund sind die steigenden Energie- und Spritkosten. „Das geht an uns nicht spurlos vorbei“, sagt der Vereinsvorsitzende und denkt dabei vor allem an die Kollegen mit den großen Fahrgeschäften.

Die Folgen des Ukraine-Krieges und die steigende Inflationsrate machen sich aber auch in kleineren Betrieben bemerkbar. Beim Einkauf von Lebensmitteln wie etwa Speiseöl, Fette und Mehl geht es Imbissbesitzern nicht anders als normalen Haushalten. Nur mit dem Unterschied, dass sie deutlich mehr Mengen benötigen und sich die Kosten dadurch summieren. „Bei uns macht sich die Masse bemerkbar“, erklärt Jürgen Meyer.

"Für uns ist wichtig, nach dem Neustart unsere Wirtschaftlichkeit zu wahren, aber auch den Spagat zu bürgerlichen Preisen hinzubekommen."Jürgen Meyer, Vorsitzender des Vereins reisender Schausteller Vechta

In Schaustellerkreisen bestehe die Angst, dass sich die finanzielle Situation im Laufe dieses Jahres weiter zuspitzen könnte. Allerdings dürften sich die Betriebe nicht zu sehr von der Entwicklung leiten lassen, betont der Vorsitzende des Schaustellervereins. „Für uns ist es wichtig, nach dem Neustart unsere Wirtschaftlichkeit zu wahren, aber auch den Spagat zu bürgerlichen Preisen hinzubekommen.“

Dass die Preisschraube auf dem Stoppelmarkt angezogen wird, zeigen auch erste Hinweise aus Wirtekreisen. Sie müssen höhere Kosten für Zelte und Bier kompensieren. Was ihnen und den übrigen Beschickern des Volksfestes etwas hilft, ist das finanzielle Entgegenkommen der Stadt Vechta. Sie hat die Standgelder halbiert und ist damit einem Antrag des Schaustellervereins gefolgt. „Wir sind wahnsinnig dankbar. Das ist für uns das richtige Signal“, sagt Jürgen Meyer.

Marktmeister Jens Siemer steht voll und ganz hinter der Entscheidung der Politik. Die einmalige Reduzierung der Nutzungsentgelte sei eine Anerkennung für die schwierige Lage der Beschicker. Die städtische Hilfe trage dazu bei, dass der Stoppelmarkt für die Menschen in der Region so präsentiert werden könne, wie es die Besucher aus den Jahren vor der Corona-Pandemie gewohnt seien.

Was alle Beteiligten rund um das Volksfest verbindet, ist die Freude über das Ende der zweijährigen Zwangspause. „Wir sind froh, wieder zurück zu sein und müssen jetzt optimistisch nach vorne schauen“, sagt Jürgen Meyer. Die Stimmung sei überall positiv. Das sei bereits beim traditionellen Empfang in Berlin deutlich geworden und mache sich auch in der Bevölkerung bemerkbar. „Die Sehnsucht nach dem Stoppelmarkt ist groß!“

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich immer mehr Stoppelmarkt-Freunde mit den klassischen Utensilien eindecken. Aufkleber und Flyer sind stark gefragt, wie aus dem Rathaus zu erfahren ist. Neben den beliebten Stickern des Schaustellervereins gibt es nun auch wieder die LED-Blinkies der Stoppelmarktwirte. Die Souvenirs sind in diversen Lokalitäten im Landkreis Vechta erhältlich. Das Volksfest kann kommen!

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