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Die eigentliche Herausforderung kommt erst noch

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Die Wochen von Aschermittwoch bis Ostern sind Fastenzeit. Ein Selbstversuch nach über 50 Jahren Widerstand verläuft bislang erstaunlich erfolgreich.

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Noch 10 Tage, dann ist Ostern. Das ist aus vielerlei Hinsicht ein wichtiger Termin. Zuerst ist Ostern natürlich das höchste Fest der Christen, begründet die Auferstehung Jesu doch den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Wie bei so vielen religiösen Festtagen wird jedoch in unserer säkularen Gesellschaft der eigentliche Grund für die Festtage zunehmend von anderen Gedanken überlagert.

So ist Ostern für viele Familien zunächst einmal der überaus willkommene Grund für 2 Wochen Schulferien. Die haben am Montag begonnen und machen sich durch eine temporäre Ausdünnung des Kollegenkreises und durch ein plötzliches Abfallen der Termin- und Veranstaltungsdichte bemerkbar. Für alle die, die dem Diktat der Schulferien nicht folgen müssen, bietet Ostern immerhin die Aussicht auf 4 freie Tage mit Ausschlafen und ausgedehnten Mahlzeiten.

Und dann ist Ostern für viele auch noch der Endpunkt eines Fastenmarathons. Auch hier sind die Ursprünge – etwa die Erinnerung an die 40 Tage und Nächte, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte und fastete – eher in Vergessenheit geraten. Heute gibt es Autofasten, Alkohol- oder Nikotinfasten, Social-Media-Fasten und sonstige Versuche, zwischen Aschermittwoch und Ostern auf irgendwas zu verzichten. "Ich will mal ausprobieren, ob ich das kann", "ich bin doch nicht süchtig" und "ich muss dringend abnehmen" sind die gebräuchlichen Begründungen.

"Was 6 Wochen lang funktioniert, kann doch auch im Rest des Jahres klappen."Heiner Stix

Ich habe dem über 50 Jahre lang widerstanden, diesmal bin ich schwach geworden. Seit Aschermittwoch esse ich tagsüber keine Schokolade, und auch abends ist nach maximal zwei kleinen Stückchen zum Nachtisch Schluss. Wer mich kennt oder je meinen üblicherweise auf diverse Orte verteilten Schokoladenvorrat gesehen hat, weiß, was das für mich bedeutet. 

Bislang bin ich gut durchgekommen, und die letzten 10 Tage schaffe ich auch noch. Ich darf nur nicht vergessen, mir für Ostersonntag den extra großen goldenen Schokoladenosterhasen anzuschaffen, bevor wieder alles ausverkauft ist. Das mit dem Abnehmen kann man sich übrigens abschminken. Keine 2 Kilo sind seit Anfang März runter.

Die eigentliche Herausforderung allerdings steht mir noch bevor: Was 6 Wochen lang funktioniert, kann doch auch im Rest des Jahres klappen. Vielleicht nicht so rigoros, aber so ein bisschen. Und falls nicht, nehme ich 2023 einen neuen Anlauf. Die richtige Motivationshilfe habe ich gemeinsam mit einer Kollegin bereits entwickelt: einen Fastenkalender mit 41 Türchen. 40 davon sind leer, das letzte kann man vor Beginn der Fastenzeit mit einer Belohnung eigener Wahl füllen. Wir werden das rechtzeitig auf den Markt bringen, das Stück für 19,95 Euro. Vorbestellungen nehmen wir gerne entgegen.


Zur Person:

  • Heiner Stix ist Reporter der OM-Medien.
  • Den Autor erreichen Sie per Mail an: redaktion@om-medien.de

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