Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Die Corona-Warnstufe 1 könnte schon diese Woche ausgelöst werden

Die Zahlen auf den Intensivstationen in Niedersachsen sind rasant gestiegen. Die Quote liegt bei 5 Prozent. Donnerstag könnte der Grenzwert überschritten werden. Was dann passiert, erklären wir hier.

Artikel teilen:
Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Wie zu erwarten, ist die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Vechta am Mittwoch spürbar angestiegen, nachdem am Dienstag ein Übermittlungsfehler in der Meldekette für einen deutlichen Rückgang des Wertes gesorgt hat. Das Robert-Koch-Institut meldet am Mittwochmorgen für den Landkreis Vechta einen Wert von 70,3 (basierend auf 101 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen). Minimal gesunken ist die 7-Tage-Inzidenz hingegen im Landkreis Cloppenburg. Hier liegt der Wert jetzt bei 69,5 (Vortag: 70,7). Die aktuelle Berechnung basiert auf 120 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen.

In beiden Landkreisen des Oldenburger Münsterlandes gilt seit vergangener Woche die 3G-Regel - also der reglementierte Zutritt in  vielen Bereichen nur mit einem Nachweis über Impfung, Genesung oder ein negatives Testergebnis. Grund dafür ist, dass die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft über dem 50er-Grenzwert geblieben ist. Ein Blick auf die Corona-Karte des Landes Niedersachsen zeigt: Das ist ist mittlerweile in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten des Bundeslandes der Fall.

Das in der aktuellen Corona-Verordnung geregelte Warnstufen-System ist hingegen bislang nicht zum Einsatz gekommen. Denn das beruht noch auf zwei weiteren Indikatoren, die sich mit den Daten der niedersächsischen Krankenhäuser berechnen lassen. Die beiden Indikatoren lagen bislang unterhalb der entsprechenden Grenzwerte für Warnstufe 1. Die "Inzidenz Niedersachsen" (basierend auf den Zahlen der Covid-Stationen) liegt aktuell bei 4,0 (Grenzwert für Warnstufe 1: 6).

Doch vor allem die derzeitige Entwicklung auf den Intensivstationen in Niedersachsen könnte dafür sorgen, dass das Warnstufen-System schon in dieser Woche erstmals zum Einsatz kommt. Laut Daten des DIVI-Intensivregisters lag die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle am 24. August noch landesweit bei 39. Seitdem steigt die Kurve kontinuierlich an - mit Stand vom 7. September sind es 106 Fälle.

Quote der Intensivbetten liegt am Mittwoch bei 5 Prozent

Diese Entwicklung sorgt dafür, dass die prozentuale Belegung der Covid-19-Intensivbetten sich zuletzt dem Grenzwert immer weiter genähert hat. Aus Hannover wird am Mittwoch eine Quote von 5,0 Prozent (Vortag: 4,5) gemeldet. Der Grenzwert für Warnstufe 1 liegt bei über 5 Prozent - es fehlen also nur noch 0,1 Prozentpunkte. 

Dann wird auf die 7-Tage-Inzidenzen der einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte geschaut. Sollte der Wert dort an mindestens 5 aufeinanderfolgenden Werktagen oberhalb von 35 liegen, muss die Kreisverwaltung die Warnstufe 1 ausrufen. Diesen - bei Warnstufe 1 herabgesetzten - Grenzwert hätten die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta derzeit sehr deutlich überschritten.

Grafik: Land NiedersachsenGrafik: Land Niedersachsen

Was passiert dann? Für die Bürger würde sich in diesem Fall nichts spürbar ändern. Denn bei Warnstufe 1 greift die 3G-Regel. Die gilt aber bereits im Oldenburger Münsterland unabhängig vom Warnstufen-System.

Wie kann die Warnstufe 1 wieder aufgehoben werden? Entweder sinkt die lokale 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter die Marke von 35. Oder die landesweiten Zahlen der Intensivbetten gehen so deutlich zurück, dass die 5-Prozent-Grenze unterschritten wird. Sollte dies wiederum der Fall sein, kann die 3G-Regel in einem Landkreis erst dann wieder aufgehoben werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter dem 50er-Grenzwert bleibt.

Wann wäre Warnstufe 2 erreicht? Grundvoraussetzung dafür wäre eine dauerhafte lokale 7-Tage-Inzidenz oberhalb der 100er-Grenzwertes. Davon sind die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta noch relativ weit entfernt. Die „Inzidenz Niederdachsen“ müsste über 9 oder die landesweite Intensivbettenbelegung bei mehr als 10 Prozent liegen. Mit derart hohen Werten ist zumindest zeitnah nicht zu rechnen. Außerdem ist noch unklar, was die Warnstufe 2 bedeuten würde.

Die Landesregierung hat die Ausgestaltung der Maßnahmenkataloge für die beiden höchsten Warnstufen noch nicht umgesetzt. Allerdings gab es bereits erste Signale, dass die 2G-Regel kommen könnte. Das würde bedeuten, dass der Zutritt zu vielen Bereichen weiter eingeschränkt wird und auch ein negatives Testergebnis nicht mehr ausreicht. In diesem Fall würde nur noch ein Nachweis auf Impfschutz oder Genesung akzeptiert werden.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Die Corona-Warnstufe 1 könnte schon diese Woche ausgelöst werden - OM online