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Die Corona-App "Luca" wird auch im Oldenburger Münsterland positiv gesehen

Die App soll eine Ergänzung zur Corona-Warn-App sein. Die digitale Kontaktnachverfolgung hilft, Infektionsketten zu unterbrechen. Die Gesundheitsämter prüfen, ob sie sich technisch anbinden können.

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Die Kontaktnachverfolgsapp Luca arbeitet mit QR-Codes. Foto: dpa/Wüstneck

Die Kontaktnachverfolgsapp Luca arbeitet mit QR-Codes. Foto: dpa/Wüstneck

Um die Kontakte von Corona-Infizierten schneller ermitteln und damit Infektionsketten unterbrechen zu können, gibt es mittlerweile reichlich Instrumente. Der öffentliche Gesundheitsdienst nutzt in der Kontaktnachverfolgung zum Beispiel häufig das Covid-19-Modul des vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung entwickelten Programmes "Sormas". Das Gesundheitsamt Vechta, auch das im Kreis Cloppenburg, arbeiten im Bereich des Kontaktpersonenmanagements mit der Software ISGA (Informationssystem Gesundheitsamt).

Wie die Corona-Warn-App des Bundes ist auch "Luca" kostenlos, die Nutzung freiwillig

Um die Nachverfolgung zu erleichtern, gibt es zum einen die Möglichkeit der analogen Erfassung von Daten – zum Beispiel die oft beklagte "Zettelwirtschaft" in der Gastronomie – oder die digitale Sammlung der Bewegungen von Infizierten und deren Kontakten. Zu den digitalen Möglichkeiten in der Bekämpfung der Sars-CoV-2-Pandemie gehört die "Corona-Warn-App" des Bundes. Sie informiert den Nutzer, ob er in Kontakt mit einer infizierten Person geraten ist. Die Nutzung der App ist kostenlos und freiwillig. Installiert wird sie auf dem Smartphone. Dieses erste System ist inzwischen etabliert, hinkt aber in der Durchdringungsquote in der Gesamtbevölkerung hinterher. Eine konsequente Bekämpfung der Corona-Pandemie lebt jedoch davon, dass möglichst viele Bürger Nachverfolgungssysteme nutzen.

Jetzt sorgt die App "Luca" für Aufsehen, auch weil Hip-Hop-Sänger Smudo von "Die Fantastischen Vier" für sie wirbt. Die App hat drei Schnittstellen, den Veranstalter oder Gastgeber, den Besucher/Gast und die Gesundheitsämter. Als Gast meldet man sich einmal mit seinen Daten auf einem mobilen Endgerät an. Die App ist verschlüsselt und arbeitet datenschutzkonform. Die Entwickler bezeichnen sie als guten "Zusatz" zur Corona-Warn-App des Bundes. Auch die Nutzung der Luca-App ist kostenlos, lediglich die Gesundheitsämter zahlen für die Vernetzung eine Lizenzgebühr.

Kontaktnachverfolgung: Die Luca-App soll helfen, Corona-Infektionsketten zu unterbrechen. Grafik: LucaKontaktnachverfolgung: Die Luca-App soll helfen, Corona-Infektionsketten zu unterbrechen. Grafik: Luca

Technisch arbeitet Luca mit einem sich minütlich ändernden QR-Code, der dem angeschlossenen Endgerät zugeordnet ist. Damit kann sich der Nutzer überall dort anmelden, wo Luca ebenfalls installiert ist. Die Anmeldung beim Gastgeber erfolgt per Scan. Wird der Ort verlassen, erfolgt die automatische Abmeldung. Tritt ein Infektionsfall auf, werden alle Besucher informiert, die sich gemeinsam mit dem Infizierten am Ort aufgehalten haben. Parallel werden die Gesundheitsämter informiert, die folgend den Zugriff auf die erfassten Daten der weiteren Gäste haben. Ein Kontakttagebuch reicht bis zu 30 Tage zurück und zeigt an, wo und wann man sich in dieser Zeit aufgehalten hat. Luca gibt es auch als analogen Schlüssel.

Gesundheitsämter in Vechta und Cloppenburg prüfen ihre technischen Voraussetzungen

Noch ist es ein Nachteil der Luca-App: Damit sie ihren Zweck erfüllen kann, sie auch vor Ort funktioniert, müssen neben vielen Nutzern insbesondere die lokalen Gesundheitsämter mit der App verbunden werden. In der Region stehen bereits die Stadt Oldenburg oder die Grafschaft Bentheim vor deren Einführung. "Auch der Landkreis Vechta sieht die App Luca sehr positiv", erklärt Sprecher Jochen Steinkamp. Er verweist darauf, dass es für die Einführung technischer Vorbereitungen bedarf: "Hierzu brauchen wir eine Schnittstelle zu unserem Gesundheitsamt. Die Kreisverwaltung ist bereits in Kontakt mit der Firma, die die App entwickelt hat." Der Cloppenburger Kreissprecher Frank Beumker sagt, dass die App im Kreishaus vorgestellt wurde, zurzeit werde geprüft, ob man sie anbinden könne.

Am vergangenen Freitag ist das Land Mecklenburg-Vorpommern in die Nutzung der Luca-App eingestiegen. Damit steigen die Chancen, dass sie bald in weiteren Ländern flächendeckend eingeführt wird. Die Kosten dafür würde der Bund übernehmen. Anne Hage, Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, bestätigte auf Nachfrage von OM online, dass sich das Land mit dem Thema beschäftigt und "sich in Gesprächen befindet. Ergebnisse liegen aber derzeit noch nicht vor."

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