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Die Bürger freut's: Bei Lidl, Rossmann und Co. gibt es wieder Altglascontainer

Innerorts mussten die Steinfelder zuletzt auf eine Rücknahme verzichten. Die Abfallwirtschaft Vechta hat nun einen neuen Standort eingerichtet – und ein Pilotprojekt am Marktplatz ist in Vorbereitung.

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Das ist einfach glasartig! Über den neuen Standort zur Altglas-Rücknahme freuen sich (von links) Bauhofleiter Alwin Kreinest, Zita Siemer (Siemer Entsorgung), Bürgermeisterin Manuela Honkomp, Harry Stukenborg (Siemer Entsorgung), Alfons Diekmann (Siemer Entsorgung) und Clemens Nüske (Abfallwirtschaft Vechta). Foto: Timphaus

Das ist einfach glasartig! Über den neuen Standort zur Altglas-Rücknahme freuen sich (von links) Bauhofleiter Alwin Kreinest, Zita Siemer (Siemer Entsorgung), Bürgermeisterin Manuela Honkomp, Harry Stukenborg (Siemer Entsorgung), Alfons Diekmann (Siemer Entsorgung) und Clemens Nüske (Abfallwirtschaft Vechta). Foto: Timphaus

Klirr! Es scheppert ordentlich, als Harry Stukenborg vom Entsorgungsunternehmen Siemer aus Vechta die symbolische erste Leerung vornimmt. Noch sind es nicht viele alte Flaschen und Gläser, die per Teleskopkran aus den neuen Containern in den Lkw befördert werden. Doch schon bald dürfte sich das grundlegend ändern. Es muss sich erst rumsprechen, dass es wieder einen Standort zur Altglas-Rückgabe im Steinfelder Ortskern gibt: auf dem Gelände der Firma Heinemann Immobilien (Lidl, K+K, Rossmann etc.) an der Lohner Straße.

Seit gut einer Woche stehen die Altglascontainer im südlichen Bereich des Parkplatzes. Die Abfallwirtschaft Vechta (AWV) hat die Sammelbehälter aufstellen lassen, die vom Entsorger Siemer künftig regelmäßig geleert werden. "An Silvester und den Feiertagen erhöhen wir die Frequenz. Aber ab und an kommen wir einfach nicht dagegen an", sagte Zita Siemer.

Laut dem technischen Einkäufer Alfons Diekmann setzt die Firma Siemer seit einigen Jahren auf eckige Container. "Diese sind platzsparend und bieten keine Lücken, in die Müll gesteckt werden könnte." Sobald sich Grünspan aufgrund des Bewuchses im Umfeld entwickle, würden die Container vom Entsorgungsunternehmen gewaschen, berichtete er. Dies alles soll dem "Broken Windows"-Effekt vorbeugen, der kurz erklärt aussagt: Wo Unordnung ist, da entsteht viel schneller Chaos.

Die UWG wirft die ersten Flaschen ein: (von links) Karl Maria Bünker, Christian Katzer, Christoph Schlarmann, Bernard Zmijewski, Melanie Schockemöhle und Heinrich Luhr. Foto: TimphausDie UWG wirft die ersten Flaschen ein: (von links) Karl Maria Bünker, Christian Katzer, Christoph Schlarmann, Bernard Zmijewski, Melanie Schockemöhle und Heinrich Luhr. Foto: Timphaus

Steinfelds Bürgermeisterin Manuela Honkomp teilte während eines Pressetermins mit, dass mit der Betreibergemeinschaft der Supermärkte ein Nutzungsvertrag geschlossen worden sei. Demnach unterstützt der Bauhof der Gemeinde künftig die Reinigung und Pflege. „Nur wenn es sauber bleibt, hat der Standort eine Zukunft“, sagte Honkomp und appellierte an die Vernunft und Disziplin der Bevölkerung. "Altglascontainerstandorte sind immer problematisch. Das System kann nur funktionieren, wenn sich alle an die Spielregeln halten."

Die Bürgermeisterin informierte weiter, dass auch mit den Betreibern auf dem Kempelhof (Aldi, Edeka Runnebom etc.) Gespräche geführt worden seien. "Bisher gab es von dort leider keine positive Rückmeldung", bedauerte sie.

Politik hatte Gemeinde zum Handeln aufgefordert

Hintergrund der Entwicklung ist, dass die Politik die Gemeindeverwaltung im vergangenen Sommer dazu aufgefordert hatte, gemeinsam mit den Betreibern der Supermärkte ein Konzept zu erarbeiten. Vorausgegangen war ein Antrag der UWG/SPD-Ratsgruppe. Überfüllte Glascontainer und illegal entsorgter Müll im Umfeld der Entsorgungsplätze hatten in der Gemeinde in der jüngeren Vergangenheit immer wieder für großen Ärger gesorgt.

Als umso erfreulicher bewertete es Honkomp, dass die AWV in Kürze am Steinfelder Marktplatz ein Pilotprojekt mit Unterflurcontainern starten möchte. Wie AWV-Geschäftsführer Clemens Nüske ausführte, sollen 3 im Boden versteckte Sammelstationen installiert werden, bei denen lediglich die Einwurfschächte herausragen. Die AWV investiert dafür etwa 60.000 Euro. Die Gemeinde stellt den Standort zur Verfügung. Die Ausschreibung soll laut Nüske zeitnah erfolgen. Er rechnet mit einer Realisierung im Sommer.

Für den AWV-Geschäftsführer sind Unterflurcontainer die Zukunft. "Wir sind dafür aber auf die Unterstützung der Kommunen angewiesen." Allein mit dem Etat des Dualen Systems Deutschland (DSD) könne man die Umrüstung der Standorte nicht leisten. "Deshalb sind wir auf schöne Beispiele angewiesen, um zu zeigen: Es lohnt sich."

Auch in Oythe sollen Unterflurcontainer kommen

Laut Nüske ist auch in Oythe am Parkplatz bei der Kirche St. Marien die Aufstellung von Unterflurcontainern geplant. Dieses Projekt soll bereits bis Ende April umgesetzt werden. Vorteile des Systems seien unter anderem die bessere Optik und die Lärmreduzierung. "Wir wollen in die Orte rein und weg von den Randbereichen. Dafür sind Unterflurcontainer aus unserer Sicht prädestiniert."

Die Mitglieder der UWG zeigten sich bei einem weiteren Pressetermin ebenfalls erfreut über die Entwicklungen. "Es hat lange gedauert, aber jetzt besteht Hoffnung auf eine Verbesserung", sagte Bernard Zmijewski. Der UWG/SPD-Gruppenvorsitzende Heinrich Luhr erinnerte daran, dass seine Partei bereits 2016 einen Antrag zu dem Thema gestellt hatte. Dieser sei damals mit den Stimmen der CDU-Mehrheit noch abgelehnt worden. "Im vergangenen Jahr hatten wir dann Erfolg."

Er kritisierte das lange Zögern der Gemeinde. Die UWG forderte zudem Gleichbehandlung: Der Bauhof soll nun auch die weiteren Glascontainer-Standorte kontrollieren und reinigen.

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