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Die Basketball-EM läuft: Das Runde muss ins Runde

Meine Woche: Die Präsenz der EuroBasket leidet unter der Strahlkraft des Fußballs. Aber ein Sender hat verstanden, wie spannend Basketball ist und gibt den Öffentlich-Rechtlichen eine Ohrfeige.

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Ich habe in dieser und der vergangenen Woche viele Stunden vor dem Fernseher verbracht. Okay, das ist so weit vielleicht nichts Ungewöhnliches, aber wegen des Programms trotzdem erwähnenswert: Vom 1. bis zum 18. September hat die Basketball-Europameisterschaft (EuroBasket) stattgefunden. 

Es gibt eine Sache, die mich neben schlechten Schiedsrichterentscheidungen wirklich nervt: die Präsenz in den Medien. Es ist das Dilemma, das alle anderen Sportarten in Deutschland mit dem Basketball teilen: Im Rampenlicht des Fußballs verschwinden sie. 

„Aber bloß die Übertragung im Free-TV kann meinem Lieblingssport mehr Aufmerksamkeit bringen.“Fenja Hahn

Während beim Fußball jedes EM- oder WM-Spiel bei den Öffentlich-Rechtlichen hoch und runterläuft, besitzt der Telekom-Streamingdienst Magenta TV die Rechte an der EuroBasket. Auch für die nächsten großen Turniere hat sich der pinke Anbieter bereits die Rechte gesichert. Immerhin zeigen sie die Spiele mit deutscher Beteiligung für jeden ohne Anmeldung kostenlos.

Dabei macht Magenta mit seinen Experten einen guten Job. Aber bloß die Übertragung im Free-TV kann meinem Lieblingssport mehr Aufmerksamkeit bringen. Mit einer Meisterschaft im Bezahl-Abo kann man niemals gegen die Übermacht des Fußballs ankommen. Das hat der Basketball nicht verdient. Wer den Krimi Deutschland gegen Litauen mit zwei Verlängerungen gesehen hat, weiß, was ich meine. Wer nicht, hat was verpasst.

„Vielleicht bemerken die Öffentlich-Rechtlichen jetzt endlich, dass das Runde nicht immer nur ins Eckige muss.“Fenja Hahn

Doch diese Woche hatte auch eine Überraschung parat: RTL hatte sich kurzfristig entschieden, das Viertelfinale gegen Griechenland ebenfalls zu übertragen. Dafür fuhren sie sogar mit Frank Buschmann auf, der eigentlich keine Deutschland-Spiele mehr kommentieren wollte. Ex-Nationalspieler Patrick Femerling war an seiner Seite, und sogar Dirk Nowitzki höchstpersönlich konnte der Sender gewinnen. Damit bekam ein "herausragender Sportmoment die größtmögliche Bühne“, meinte RTL-Chef Stephan Schmitter.

Und das zu Recht: Das Team von Gordon Herbert gewann mit einer starken Leistung gegen Griechenland und stand erstmals seit 2005 wieder im Halbfinale. Gegen Griechenland haben über 2 Millionen Menschen eingeschaltet, im Halbfinale gegen Spanien waren es sogar fast 4 Millionen Fans. Eine kräftige Ohrfeige für die Öffentlich-Rechtlichen, die sich nicht für eine Ausstrahlung interessiert hatten. "Am Ende kackt die Ente", wie Buschi sagen würde.

Auch wenn am Ende eine Niederlage gegen Spanien zu Buche steht, konnte die Euphorie des Teams sogar auf die Zuschauer vor dem Fernseher überschwappen. Die Quoten bestätigen RTL, dass sich der spontane Rechte-Erwerb gelohnt hat. Selbst das Spiel um Bronze gegen Polen zeigt der Sender im Free-TV.

Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ließ sich das Live-Spektakel nicht entgehen. Direkt vor Ort hat die Heim-EM einen neuen Zuschauerrekord bei der Gruppenspiel-Phase in Köln aufgestellt, die K.o.-Phase in Berlin war ebenfalls ausverkauft. Es scheint fast so, als würden sich doch ein paar Menschen in Deutschland für Basketball begeistern. Der große "Dunk" dafür, dass das nun noch mehr wurden, gilt RTL. Vielleicht bemerken die Öffentlich-Rechtlichen jetzt endlich, dass das Runde nicht immer nur ins Eckige muss.


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