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Dia-Projektor bringt noch 10 Euro ein

Das Cloppenburger Haus der Senioren zieht nach einstimmigem Ratsbeschluss an die Brandstraße um. Dort gibt es mehr Möglichkeiten zur Entfaltung.

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Beim Umzug: "Kann das weg, oder muss das mit?", fragt Edith Tegeler Peter Maisel. Foto: Kessens

Beim Umzug: "Kann das weg, oder muss das mit?", fragt Edith Tegeler Peter Maisel. Foto: Kessens

Die Gardinen sind verschwunden, die Tür ist verschlossen, der Parkplatz leer: das „alte Haus der Senioren (HdS)“ ist verwaist. Ein Neuanfang steht im neuen Domizil an der Brandstraße bevor.

"Gott sei Dank", sagen die meisten Seniorinnen und Senioren, wenn auch einige mit Wehmut. Viele von ihnen sind seit Beginn ihres Ruhestandes mit dem Haus verbunden und haben sich dort ehrenamtlich engagiert, sei es bei der Gartengestaltung, im Haus bei kleineren Reparaturen, bei einem kurzen Klönschnack, oder bei den vielen Treffs.

Nachdem der Rat der Stadt Cloppenburg am Montag einstimmig grünes Licht für einen erhöhten Zuschuss gegeben hat, laufen die Umzugsarbeiten auf Hochtouren. Teilweise tauchten alte "Schätzchen" beim großen Aufräumen auf, wie zum Beispiel ein Dia-Projektor mit Mischpult, der es über Ebay noch zu zehn Euro Gewinn geschafft hat. Selbst der "Supersenior" Peter Maisel konnte mit dem antiquarischen Objekt nichts mehr anfangen.

Mehr Platz für Begegnungen

Bei vielen Gegenständen, die er in den Händen hielt, hörte man ihn häufig flüstern "weißt du noch". Doch auch er freut sich auf die neuen Räumlichkeiten mit deutlich mehr Platzangebot für die vielen Begegnungen bei Kursen, Vorträgen oder einfach nur beim Klönschnack. "Etwas weit vom Schuss waren wir schon", sagt Maisel, und er ist zuversichtlich, dass das neue Haus mit Charme an den Start geht.

"Der Inhalt bleibt ja gleich und wird sogar erweitert", sagt Büroleiterin Theresia Ostrowski, die während des Corona- Stillstandes häufig allein ohne regen Kursbetrieb im Hause saß und bereits Pläne für den Neuanfang schmiedete. "Die Lage ist ideal", freut sich auch Edith Tegeler, eine Jungseniorin, die kurz nach Beginn ihres ehrenamtlichen Engagements bereits deutlich äußerste: "Hier müssen wir raus".

Der Erfolg des HdS liegt im ehrenamtlichen Engagement. So auch beim Umzug. Viele fassten mit an, um den Umzug gut über die Bühne zu bringen. Viele Kompetenzen versammelten sich bei den Tätigkeiten, bei der EDV, bei der Telefonanlage, beim Aufbau von Schreibtischen und Gestaltung der Unterrichtsräume.

Corona zeigt, dass Räume zu klein waren

Dass die alten Räumlichkeiten deutlich zu klein waren, zeigte sich besonders während des Corona-Stillstandes. Viele Kurse fanden gar nicht aufgrund des zu geringen Abstands zwischen den Seniorinnen und Senioren statt. Andere Kurse wurden geteilt, um das Angebot und den Anlaufpunkt aufrechtzuerhalten. "An der Brandstraße haben wir allein schon wegen des Platzangebotes mehr Möglichkeiten", sagt Ostrowski, die die Beendigung des Corona-Stillstandes herbeisehnt.

Über die einstimmige Zustimmung des Stadtrates freuen sich auch die Leiterin des Bildungswerkes Ilona Heydt, als Träger des HdS und Vorsitzende Elisabeth Schlömer. "Unser Konzept hat überzeugt", sind sie sich sicher.

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