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Deshalb gilt ab Samstag im Kreis Vechta ein Beregnungsverbot, im Kreis Cloppenburg aber nicht

Im Kreis Vechta darf der Rasen nicht mehr zwischen 12 und 18 Uhr gesprengt werden. Verbote gelten auch für andere Bereiche. Anders stellt sich die Lage im Kreis Cloppenburg dar – aus mehreren Gründen.

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Symbolfoto: dpa

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Im Landkreis Vechta tritt ab Samstag (9. Juli) ein Beregnungsverbot in Kraft. Das hat die Vechtaer Kreisverwaltung am Freitag mitgeteilt. Ein solches Verbot hat es bereits im vergangenen Jahr gegeben – und ist auch in diesem Jahr notwendig. Der Grund dafür: Der Sommer ist erneut zu trocken. Und er sorgt dafür, dass der Grundwasserspiegel sinkt. Er befindet sich laut Angaben aus dem Kreishaus schon jetzt vor dem eigentlichen Hochsommer auf einem niedrigen Niveau.

Doch was bedeutet Beregnungsverbot? Damit gemeint ist das Bewässern von Grünflächen durch Vorrichtungen, bei denen das Wasser  über die Luft verteilt wird. Das wohl gemeinhin bekannteste Beispiel ist der Rasensprenger. Das Problem dabei: "Ein Großteil des Wassers verdunstet einfach bei der sogenannten Überkopfberegnung", erklärt Landrat Tobias Gerdesmeyer.

Wann gilt das Beregnungsverbot? Die Allgemeinverfügung tritt ab dem 9. Juli in Kraft. Das Verbot gilt dann täglich von 12 bis 18 Uhr. Außerhalb dieses Zeitfensters darf die Überkopfberegnung genutzt werden. Das Verbot gilt bis einschließlich 30. September.

Wer ist von dem Beregnungsverbot betroffen? Die Regelung betrifft diese Bereiche:

  • Landwirtschaftliche Flächen
  • Forstwirtschaftliche Flächen
  • Öffentliche und private Parkanlagen
  • Öffentliche und private Gärten
  • Sämtliche Sportanlagen
  • Golfplätze
  • Darüber hinaus prinzipiell für Schlauchtrommelberegnungsanlagen, Trommelberegnungssystemen, Beregnungskanonen und Rasensprenger. Die Bewässerung durch Tröpfchen - zum Beispiel mit speziellen Schlauchsystemen, die direkt auf dem Boden verlegt sind – ist nicht von dem Verbot betroffen.

Es sei nun wichtig, "ein weiteres Absinken des Grundwasserspiegels zu verhindern", betont der Landrat am Freitag. Das Verbot gilt für Wasserentnahmen aus Brunnen und aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung sowie für Beregnungen mit gültiger wasserrechtlicher Erlaubnis.

Wer das Verbot ignoriert, begeht laut Mitteilung der Kreisverwaltung eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem entsprechenden Verfahren rechnen. Dabei können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden.

Die Möglichkeit, ein Beregnungsverbot verhängen zu können, ist im letzten Jahr vom Bau-, Struktur- und Umweltausschuss des Vechtaer Kreistages einstimmig beschlossen worden. Wichtig bei der damaligen politischen Entscheidung war den Ausschussmitgliedern, dass bei diesem Verbot zwischen landwirtschaftlicher Fläche, Sport- oder Golfplätzen kein Unterschied gemacht wird. Laut damailiger Einschätzung verdunsten rund 30 Prozent des Wassers, wenn bei Mittagshitze über Beregnungsanlagen gewässert wird.

So geht der Landkreis Cloppenburg mit der Beregnung von Grünflächen um

Anders stellt sich der Umgang mit der Bewässerung im Landkreis Cloppenburg dar. Dort ist zurzeit kein derartiges Beregnungsverbot im Rahmen einer Allgemeinverfügung wie im Landkreis Vechta geplant – und es sieht auch nicht danach, als ob sich daran etwas mittelfristig ändern könnte. Das hat OM-Online auf Anfrage von Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl erfahren.

Der Hauptgrund dafür: Der Grundwasserspiegel ist hier nicht so dramatisch gesunken, wie im Nachbarlandkreis, wie Rühl am Freitag mitteilt. Er bewege sich aktuell "im üblichen jahreszeitlichen Schwankungsbereich". Das ist eine gute Nachricht. Denn die Situation sah in den Sommermonaten der Jahre 2018 und 2019 deutlich schlechter aus. Damals wurden Tiefststände gemessen. Aufgrund der Niederschläge in den Wintermonaten der letzten beiden Jahre habe sich die Lage wieder normalisiert, so Rühl.

Der zweite Grund, dass ein Beregnungsverbot in dieser Form nicht im Kreis Cloppenburg geplant ist: In den Augen der Kreisverwaltung werde bereits "ein sparsamer und effizienter Wassereinsatz gewährleistet", berichtet Rühl. Grundsätzlich werde bei einer vom Landkreis Cloppenburg genehmigten Wasserentnahmeerlaubnis vorgegeben, dass die Beregnung in den Morgen- und Abendstunden durchgeführt werden soll. "Insoweit ist der Erlass einer derartigen Allgemeinverfügung aus Sicht des Landkreises Cloppenburg nicht erforderlich", erklärt Rühl.

Im landwirtschaftlichen Bereich gibt es zwar behördlicherseits keine vorgeschriebenen Beregnungstechniken. Allerdings werden die erforderlich Wassermengen, die für die Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen benötigt werden, geprüft. Dies geschieht laut Auskunft von Rühl über die Landwirtschaftskammer. Dabei werden die Anbaukulturen und Bodenverhältnisse berücksichtigt. Nur in diesem Rahmen erfolge die Erlaubnis durch die untere Wasserbehörde des Landkreises Cloppenburg.

Kontroverse Diskussion auf der Facebookseite von OM-Online

Mit der Erstmeldung zum Beregnungsverbot am Freitagvormittag auf OM-Online ist auf unserer Facebookseite eine kontroverse Diskussion entbrannt. Während die einen darin einen sinnvollen Beitrag zum Wassersparen sehen, kritisieren die anderen eine behördliche Gängelei. Andere monieren wiederum, dass man zunächst das Befüllen von Pools verbieten sollte – nur das hat nicht direkt etwas mit der Bewässerung durch Grundwasser und dem sinkenden Grundwasserspiegel zu tun. In vergangenen Jahren mit besonders heißen Sommern reagierten die Wasserbände, weil für das Befüllen von Swimminpools wohl in den allermeisten Fällen Trinkwasser und nicht Grundwasser genutzt wird. So wurde im August 2020 das Trinkwasser vom Wasserwerk Bersenbrück rationiert. Die "Anordnung zum Wassersparen" traf damals auch Vörden. Der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) beließ es im selben Sommer hingegen bei einem Appell an die Verbraucher, das Trinkwasser möglichst sinnvoll zu nutzen.

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