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Der Weg zur Priesterweihe beginnt in Damme

Thomas Kuhn ist 3-facher Vater. Anfang Juni konnte er trotzdem seine Ausbildung zum katholischen Priester beginnen. Schon seit 10 Jahren ist er als Diakon im Zivilberuf in Dorsten tätig gewesen.

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Einen Mitarbeiter auf Zeit hat die katholische Pfarrgemeinde St. Viktor Damme, Neuenkirchen, Osterfeine und Rüschendorf. Thomas Kuhn, Diakon im Zivilberuf, beginnt in der Kirchengemeinde seinen Weg, der ihn im übernächsten Jahr zu Pfingsten zur Priesterweihe im St.-Paulus-Dom zu Münster führen soll. Das Besondere: Der 51-Jährige ist 3-facher Vater. Seine Kinder sind erwachsen. Seine Frau Jutta starb im Jahr 2016.

Seine Priesterausbildung hat der Dorstener am 1. Juni begonnen. "Ich habe mich in ein Abenteuer gestürzt, von dem ich nicht weiß, wie es ausgeht", sagt er. Das "Abenteuer" nahm für ihn seinen Anfang im Jahr 2020. Damals fragte ihn der gerade erst in seine Heimatkirchengemeinde St. Agatha Dorsten gewechselte Pfarrer Dr. Stephan Rüdiger, ob er nicht Priester werden wolle.

"Dabei kannte er mich kaum", erklärt Thomas Kuhn, der aus einer in der Kirchengemeinde sehr aktiven Familie stammt und damals schon seit 8 Jahren in der Pfarrei St. Agatha als Diakon tätig gewesen war. Der Arbeitsschwerpunkt des Mitglieds der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) lag in der Jugendpastoral, also in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Diakon arbeitete zuletzt als Heimerziehungspfleger

Im Herbst 2021 wandte sich Thomas Kuhn nach vielen Überlegungen und Gesprächen auch im Kreise seiner Familie an Joachim König, im Bistum Münster der Beauftragte für das Diakonat, anschließend sprach er mit Hartmut Niehues, dem Regens des Bistums und Leiter des Priesterseminars Borromaeum in Münster.

"Und dann begann mein Weg", sagt Thomas Kuhn. Es ist für ihn aber eben aufgrund seiner Diakon-Tätigkeit kein ganz unbekannter Weg. Als er 2008 die Ausbildung zum Diakon im Zivilberuf anfing, war er schon lange in der Kirchengemeinde in Dorsten engagiert gewesen.

Zu diesem Zeitpunkt war Kuhn, der zunächst eine Ausbildung zum Elektroinstallateur und anschließend zum Erzieher gemacht hatte, als Heimerziehungspfleger im Schiffer-Kinderheim der Caritas in Duisburg tätig. Insgesamt 4 Kinder aus dieser Einrichtung lebten im Laufe der vergangenen 15 Jahre im Haushalt der Familie Kuhn.

Ehefrau musste Diakonausbildung und -weihe zustimmen

Die Diakon-Ausbildung konnte Thomas Kuhn erst anfangen, nachdem seine Frau ihre Einwilligung erteilt hatte. Ein zweites Mal musste sie vor der Diakon-Weihe zustimmen. Diakone, die am Tag der Weihe verheiratet sein dürfen, sind verpflichtet, nach dem Tod des Ehepartners zölibatär zu leben.

Thomas Kuhn absolvierte die Diakon-Ausbildung zusammen mit 9 weiteren Männern. Von denen waren nach seinen Worten 2 unverheiratet. Neben seiner Frau hatte er sich aber auch mit anderen Familienmitgliedern beraten. Denn ein Diakon stehe durchaus in einer Kirchengemeinde sehr in der Öffentlichkeit. Schon allein deswegen, weil er auch seelsorgerische Aufgaben wie Taufen, Trauungen oder Beisetzungen übernimmt.

Auch deswegen sei es für Pfarrgemeinde St. Viktor eine gute Sache, dass sich Thomas Kuhn dafür entschieden habe, bis zum 30. September, den ersten Teil seiner Priesterausbildung in Damme zu absolvieren, sagt St.-Viktor-Pfarrer Heiner Zumdohme.

Regens Niehues stellt Kontakt zum Diakon her

Den Kontakt mit dem Dorstener hatte der Regens hergestellt. Wohl auch deswegen, weil Thomas Kuhn in der St.-Viktor-Pfarrgemeinde einen sehr umfangreichen Einblick in verschiedenste Bereiche der Arbeit in einer Kirchengemeinde erhält.

Ab dem 1. Oktober wird der Dorstener im Borromaeum in Münster wohnen. Er wird als Gasthörer bei verschiedenen theologischen Veranstaltungen sein, während der Diakon-Ausbildung erworbenes Wissen zum Beispiel im Bereich der Dogmatik erweitern beziehungsweise auffrischen. Endet sein "Abenteuer" so, wie er es hofft, wird er nach seiner Weihe 2024 seine erste Kaplanstelle antreten.

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