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Der Wassermangel ließ die Eichen sterben

Ein Sachverständiger hat die gefällten Bäume in der Haveriede in Grandorf untersucht. Das Ergebnis stellte er im Holdorfer Umweltausschuss vor.

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Diese Stil-Eichen wurden im Februar in der Straße Haveriede gefällt. Für den Grandorfer Landwirt Heinrich Pöppelmann war das ein weiteres Indiz, dass der Wasserverband zu viel Wasser fördere. Foto: Böckmann

Diese Stil-Eichen wurden im Februar in der Straße Haveriede gefällt. Für den Grandorfer Landwirt Heinrich Pöppelmann war das ein weiteres Indiz, dass der Wasserverband zu viel Wasser fördere. Foto: Böckmann

Es war im Februar dieses Jahres, da wurden in der Straße Haveriede in Holdorf  16 Stiel-Eichen von den Mitarbeitern der Landesforsten gefällt. Der Grund: Die Eichen waren krank, hieß es. 6, vielleicht sogar 7 Jahrzehnte prägten sie zuvor die Straße in Grandorf, machten aus ihr eine Allee. 

Für den Landwirt Heinrich Pöppelmann, dessen Hof nur wenige Hundert Meter von der Haveriede entfernt liegt, ist klar, warum die Bäume keine Zukunft mehr hatten. „Die hatten Stress pur, weil die kein Wasser mehr bekommen haben“, schüttelte er mit Blick auf die Jahresringe den Kopf.

Mehr als ein halbes Jahr später hat Pöppelmanns Vermutung nun ein Sachverständiger bestätigt. Der Diplom-Ingenieur Jürgen Braukmann aus Rastede stellte im Holdorfer Umweltausschuss den Mitgliedern die Ergebnisse seines Baumgutachtens vor, das sich nicht nur auf die Haveriede beschränkte. Demnach macht den Bäumen im Holdorfer Gemeindegebiet zum einen die Wasserförderung seit 1968 durch den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) zu schaffen. Das werde aus den immer kleiner werdenden Jahresringen deutlich.  Zudem leiden sie unter den klimatischen Bedingungen mit zu wenig Regen und viel Sonne.

Je mehr Totholz desto schlechter die Wasserversorgung

Für sein Gutachten, das im Ratsinformationssystem der Gemeinde Holdorf abrufbar ist, hat Experte Braukmann unter anderem vier Baumscheiben von den zuvor gefällten Eichen in Grandorf abgesägt und in einem Labor untersucht; zudem machte er Fotos von den gefällten Bäumen. Er schreibt: Die „unverhältnismäßige große Menge von Totholz ist ein Indiz, dass die Wurzeln diese Äste über die Jahre nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgen konnten.“ Wenn ein Baum seine Kronenäste nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen könne, dann würden sie abgestoßen „und das bis zum Absterben“.

Der Sachverständige Braukmann erklärt weiter: Der Zustand der Bäume könnte sich um ein Vielfaches verschlimmern, „wenn dann noch äußere Einflüsse wie eine Grundwasserabsenkung hinzukommen“.  Die schmalen Jahresringe könnten auch ein Indiz für die erhöhte Wasserentnahmen und das daraus resultierendes Wurzelsterben sein. Bei starker Bodenaustrocknung komme es in der Folge zum Absterben von Feinwurzeln und Mykorrhiza-Pilzen, was die Nährstoff- und Wasseraufnahme auch in den folgenden Jahren noch behindert, erklärt Braukmann. Durch eine verringerte Nährstoffzufuhr werde die Blattmasse reduziert, wodurch wiederum der Stoff- und Energiewechsel leide und die Regeneration des Wurzelwachstums eingeschränkt sei.

Franz Greve hofft auf weitere Antworten

Zum Thema Baumgutachten sah in der jüngsten Ratssitzung Franz Greve aus Fladderlohausen noch Redebedarf. Greve, wie Pöppelmann Mitglied in der Interessengemeinschaft für umweltverträgliche Wasserförderung (IGUVW) und ein scharfer OOVW-Kritiker, legte in der Einwohnerfragestunde eine Liste mit 13 Fragen rund um das „Baumgutachten Haveriede“ in Verbindung mit dem Grundwasserspiegel vor. Es ging unter anderem um die Veröffentlichung, das Ergebnis und die Kosten. Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Heiner Themann, berichtete, dass Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug sich diesbezüglich noch in Gesprächen befände. Plan sei, an unterschiedlichen Standorten im Gemeindegebiet in einem Fünfjahreszeitraum die Entwicklung von Bäumen zu untersuchen.

Der Wasserverband darf noch bis Ende des Jahres noch 4,67 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. Mit diesen Auswirkungen zu kämpfen hat vor allem die Flora und Fauna in Grandorf und Fladderlohausen.

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