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Der Untergang des Abendlandes

Kolumne: Notizen aus dem wahren Leben – Der Absturz der CDU im Wahlkampf, hohe Gas-Preise, das Klima und die Bildungspolitik – versinken wir im Chaos?

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Packen Sie Ihre Siebensachen und suchen Sie den nächstgelegenen Schutzraum auf. Denn wir nähern uns dem Ende jeder Geschichte, wenn sogar die CDU am Abgrund entlang taumelt. Keine 50 Prozent mehr im Oldenburger Münsterland, mehr als jeder 2. Wähler quasi ein Vaterlandsverräter – schämt Euch und tuet Buße. Am besten in einem CSU-Kloster in der bayerischen Provinz, da, wo die alten Götter wenigstens noch ansatzweise ihre Strahlkraft bewahrt haben.

Wobei, von Strahlkraft dürfen wir ja gar nicht mehr sprechen, weil es ja schwuppdiwupp keine Atomkraftwerke mehr gibt. Und weil auch bei der Kohle möglichst flott die Schotten dicht sind, bleibt der Wind. Der strahlt nicht, er weht. Leider zu oft an der falschen Stelle. Um ihn dahin zu bekommen, wo er gebraucht wird, benötigen wir lange Leitungen. Die funktionieren tadellos – in den beteiligten Behörden.

Strom, der könnte eng werden. Gas, das teure Gut, wird uns wohl auf Sicht noch von Wladimir Wladimirowitsch Putin in homöopathischen Dosen zugeteilt werden. Der Sprit? Versauert in den Raffinerien, weil es ja nicht nur bei den großen Briten keine Tankwagenchauffeure mehr gibt. Die Gattung der Brummifahrer droht insgesamt auszusterben. Schlangen vor den Tankstellen – das überlebt keine Bundesregierung lange. Und eine Bundeswehr, die nur noch mit Drohnen herumfliegt, kann uns da auch nicht retten.

"Immerhin haben wir in der Bildungspolitik Fortschritte zu verzeichnen. Die Masken fallen und die durchdigitalisierten Schulen durchweht ein frischer Wind." Andreas Kathe 

Immerhin haben wir in der Bildungspolitik Fortschritte zu verzeichnen. Die Masken fallen und die durchdigitalisierten Schulen durchweht ein frischer Wind. Gereinigt von sündhaft teuren Automaten, an deren Folgekosten sich so manche Kommune verschlucken dürfte. Ein Schelm, wer daran denkt, dass dieses Geld doch besser in die Bildung selbst … aber nun.

Es gibt wichtigeres zu tun. Die Schweine zu retten, zum Beispiel; wahlweise Rinder, Hähnchen oder Puten. Auch da reicht ein Blick über den Kanal, wo Tiere einfach so gekeult werden, weil die Arbeiter fehlen, die sie verwursten sollen. Boris Johnson hat ja recht, wenn er sagt, der Brexit allein ist nicht schuld. Es wird auch uns einholen, was wir versäumt haben: Vernünftig mit den aus dem Ausland kommenden Menschen umzugehen, die unsere Lebensmittel herstellen. Und eine Einwanderungspolitik zu gestalten, die diesen Namen verdient.

Es wäre ja alles nicht so schlimm, wenn wenigstens das Klima stimmen würde. Ich meine nicht das Wetter. Das ist ganz ok. Ich gehe nur in den Garten, wenn es trocken ist. Aber das Klima, es will sich nicht wandeln. Es steht für die meisten Menschen immer noch mit dem Zeiger auf der Einstellung: „Ich mache mir dir Welt, wie sie mir gefällt.“ Diese Pippi-Langstrumpf-Scheuklappen müssen wir ablegen. Sonst enden wir wie die CDU.

„Was Du immer hast“, meint die beste Ehefrau von allen: „Noch geht das Abendland nicht unter.“ Ok, fahren wir im nächsten Urlaub eben nach Bayern.


Zur Person:

  • Der Journalist Andreas Kathe lebt in Dinklage.
  • Lange Jahre war er Redakteur und Redaktionsleiter der OV.
  • Den Autor erreichen Sie unter: redaktion@om-medien.de

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