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Der Stoppelmarkt kommt direkt nach Hause

Das Online-Projekt der Stadt Vechta ist kein Ersatz  für das traditionelle Volksfest, verspricht aber beste Unterhaltung für alle Altersgruppen. Auch ein Live-Konzert aus dem Freizeitpark ist geplant.

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Die Kultsendung "Dingsda" erscheint im Sonderformat: Nele und Katharina versuchen, mit eigenen Worten den Stoppelmarkt und seine Attraktionen zu beschreiben. Dabei kommen die jungen Akteure und die Zuschauer gleichermaßen ins Grübeln. Foto: Heinzel

Die Kultsendung "Dingsda" erscheint im Sonderformat: Nele und Katharina versuchen, mit eigenen Worten den Stoppelmarkt und seine Attraktionen zu beschreiben. Dabei kommen die jungen Akteure und die Zuschauer gleichermaßen ins Grübeln. Foto: Heinzel

Die Fernsehsendung „Dingsda“ hat Kultstatus. Wenn Kinder auf herrlich unkonventionelle Weise die verschiedensten Sachen beschreiben, steigt das Stimmungsbarometer. Mehrere Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Vechta haben jetzt versucht, den Stoppelmarkt mit seinen Angeboten und Attraktionen in eigene Worte zu fassen. Das Ergebnis soll höchst amüsant sein. Es wird in wenigen Wochen auf den digitalen Kanälen der Stadt Vechta präsentiert.

Die Sendung mit den Kindern ist Bestandteil des „Digitalen Stoppelmarktes 2021“, den die Stadt Vechta anlässlich der ursprünglich geplanten Veranstaltungstage vom 12. bis 17. August auf die Beine stellt. Das Programm wird über die sozialen Netzwerke verbreitet. Dabei darf sich das Publikum auf interessante Interviews, sehenswerte Archivaufnahmen sowie Spiel- und Ratespaß rund um das Volksfest freuen.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) bedauert wie viele Menschen, dass der Stoppelmarkt bereits zum 2. Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden kann. Es werde zwar einen Freizeitpark geben, aber die Stadt wolle zumindest in digitaler Form eine Erinnerung an die Traditionsveranstaltung auf der Westerheide liefern. „Wir möchten das Volksfest-Feeling den Bürgern ein Stück weit näher bringen.“

Heiteres Spielchen: Die beiden Kultfiguren Jan und Libett, verkörpert von Jochen Zumbrägel und Ulrike Schmidt, beantworten Fragen zu ihrer Person. Foto: HeinzelHeiteres Spielchen: Die beiden Kultfiguren Jan und Libett, verkörpert von Jochen Zumbrägel und Ulrike Schmidt, beantworten Fragen zu ihrer Person. Foto: Heinzel

Die Motivation schöpfen die Initiatoren aus dem Projekt des Vorjahres. Um an die „5. Jahreszeit“ zu erinnern, hatten Marktmeister Jens Siemer und seine Helfer damals eine 7-teilige Videoreihe produziert. Interviewpartner beschrieben auf ganz persönliche Weise die Geschichte des Volksfestes. Nach Angaben der Verwaltung fanden die Beiträge großen Zuspruch in den sozialen Netzwerken.

Das neue Projekt steigt ebenfalls in die Geschichte des Stoppelmarktes ein. Im Mittelpunkt steht diesmal aber der Unterhaltungswert. Der vertraute Trubel auf der Westerheide wird anhand verschiedener Beispiele in die heimischen Wohnzimmer transportiert und dürfte somit die Grundlage für so manche Privatparty liefern, sofern es die Inzidenzzahlen während der Aktionstage im August zulassen.

Einige Beiträge sind bereits fertig, andere werden kurz vor dem Starttermin produziert oder sogar live gesendet. Zur Eröffnung am Donnerstag wird Bürgermeister Kater eine Videobotschaft an alle Stoppelmarkt-Fans richten. Es folgen sehenswerte Höhepunkte aus den Festumzügen der vergangenen Jahrzehnte. Dafür haben die Macher in den Archiven gestöbert und Aufzeichnungen vom Trubel auf der Großen Straße herausgepickt. Die Mitschnitte werden in den Abendstunden der Öffentlichkeit präsentiert.

Live-Konzert vom Gelände des Freizeitparks

Am Freitag wird ein Konzert vom Gelände des Freizeitparks übertragen. Stellvertretender Marktmeister Wilko Aff sieht in dem Live-Stream allein schon aus technischer Sicht eine große Herausforderung, aber er ist davon überzeugt: „Wir wollen das Kirmes-Feeling von der Westerheide direkt herüberbringen. Das hat einfach mehr Charme.“ Wer an dem Tag auf der Bühne steht, soll eine Überraschung für das Publikum sein.

Ein prallgefülltes Programm für alle Altersgruppen wartet am Samstag. Dabei stehen zunächst die Kinder mit dem „Stoppelmarkt-Dingsda“-Quiz im Rampenlicht. Videoproduzent Christoph Heinzel hat die Kommentare der Jungen und Mädchen bereits vor einigen Tagen im Kindergarten gefilmt. „Das war ein sehr lustiger Vormittag“, verrät Aff mit einem Schmunzeln und weckt damit die Vorfreude auf den Sendetermin.

Bürgermeister und Marktmeister liefern sich Duell

Im weiteren Verlauf des Samstags heißt es: „10 Fragen an Jan und Libett“. Hier kommen die Traditionsfiguren, verkörpert durch Ulrike Schmidt und Jochen Zumbrägel, zum Zug. Anschließend steigt das große Stoppelmarkt-Match zwischen Bürgermeister und Marktmeister. Sie messen sich bei einem Rundgang über den Freizeitpark. Zu späterer Stunde werden „DJ Ohrwurm“ alias Heiner Olberding, der seit vielen Jahren auf dem Stoppelmarkt auflegt, und das DJ-Duo „Small'n'Tall“, für Stimmung sorgen.

Nach einem Ruhetag geht es am Montag munter weiter. Bürgermeister Kater plaudert in einem Interview über die Bedeutung des Stoppelmarktes. Den krönenden Abschluss bildet am Dienstag – wie sollte es anders sein – ein Feuerwerk. Die Zuschauer bekommen funkelnde Aufnahmen aus früheren Jahren am Bildschirm zu sehen. „Vielmehr kann man digital nicht machen“, sagt der stellvertretende Marktmeister.

Für die Stadt Vechta geht es in erster Linie darum, das Stoppelmarkt-Gefühl aufzugreifen und nach Hause zu transportieren. Die Beiträge könnten für zusätzliche Unterhaltung bei kleinen Feiern sorgen, zu denen sich bereits im Vorjahr viele Freundeskreise, Nachbarschaften und sonstige Gruppe getroffen haben. Im Jahr 2022, so hoffen die Stadtvertreter und sprechen damit allen Volksfestfreunden aus dem Herzen, soll dann wieder die Tradition auf der Westerheide aufleben. Real statt digital!

Bürgermeister Kristian Kater (links) und der stellvertretende Marktmeister Wilko Aff weisen den Weg zum Digitalen Stoppelmarkt 2021. Foto: SpeckmannBürgermeister Kristian Kater (links) und der stellvertretende Marktmeister Wilko Aff weisen den Weg zum "Digitalen Stoppelmarkt 2021". Foto: Speckmann

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