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Der Mülleimer ersetzt den Basketballkorb

Für die Löninger Grundschüler lassen sich die Profis der Artland-Dragons kreative Übungsideen einfallen. Die Online-Einheiten kommen bei den Kindern gut an.

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Kleine Koordinationsübung: Profi Chais Griffin zeigt den Kindern, wie sie es machen müssen. Foto: Meyer

Kleine Koordinationsübung: Profi Chais Griffin zeigt den Kindern, wie sie es machen müssen. Foto: Meyer

Ungewöhnlichen Basketballunterricht erhalten zurzeit die Dritt- und Viertklässler der Gelbrink-Grundschule Löningen. Weil sie die Turnhalle coronabedingt nicht nutzen dürfen, wird das Training stattdessen in die Klassen verlagert. Geleitet wird es von Profis des Basketball-Zweitligisten Artland Dragons.

Die Kooperation zwischen Club und Schule bestand bereits in Vor-Coronazeiten. Um den Kontakt nicht abreißen zu lassen, entwickelten Dragons Jugendkoordinator Jan Keysers und Sportlehrer Thorsten Iding die Idee, die Spieler online zuzuschalten.  "Wir nutzen dafür die Schulplattform IServ. Technisch funktioniert das einwandfrei", berichtet Iding. Ziel sei vor allem, die Koordinationsfähigkeit der Schüler zu verbessern. Am Ende solle aber auch der Spaß an der Bewegung nicht zu kurz kommen.  Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, können sich ebenfalls zuschalten. Bis zu zehn seien immer dabei, freut sich der Lehrer.

Basketballer wechseln sich beim Schultraining ab

Die Quakenbrücker Basketballer haben die virtuellen Klassenzimmerbesuche in ihren Trainingsplan integriert und wechseln sich dabei ab. Am Freitag leitete Shooting Guard Chais Griffin die Übungen. Der älteste Dragon-Spieler trainierte zunächst die Reaktionsleistungen, indem er die Kinder nach fallenden Stiften greifen ließ. Zusammengeknüllte Papierkugeln dienten anschließend als Basketballbälle. Beim Werfen und wieder auffangen flog dabei die eine oder andere aus den weit geöffneten Fenstern. "Macht nichts", ermunterte Iding seine Schüler zum Weitermachen. Mit gezielten Würfen in den Papierkorb endete die kurze Einheit. 

Geübt wird zweimal in der Woche. Das Projekt ist bis zum Beginn der Sommerferien befristet. Zunächst jedenfalls. Wann die Basketballriesen auch wieder in voller Größe vor den Schülern stehen dürfen, bleibt von der Pandemiesituation abhängig. Thorsten Iding ist den Profis für ihren Einsatz dankbar. "Sie machen sich wirklich viel Mühe." Der Verein bietet das Programm auch anderen Schulen an. So eng wie mit den Löningern sei die Zusammenarbeit aber nirgendwo, weiß der Pädagoge.

Ab in den Korb: Einige Kinder schafften sogar einen Dreier. Foto: MeyerAb in den Korb: Einige Kinder schafften sogar einen "Dreier". Foto: Meyer

Die Uni München hat kürzlich die Folgen  der coronabedingten Einschränkung beim Vereins- und Schulsport  untersucht.  Von 1000 befragten Familien hätten  40 Prozent  angeben, dass ihr Kind sich weniger bewegt. Ganz besonderes betreffe das Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren. Thorsten Iding kann sich zwar vorstellen, dass viele seiner Schülerinnen und Schüler jetzt mehr Zeit vor Fernseher und Laptop verbringen. An eine grundsätzliche Verschlechterung ihrer motorischen Fähigkeiten glaubt er aber - noch - nicht. 

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