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Der "Masterplan Wandern" soll Einheit in die Wege des Kreises bringen

Der Landkreis Vechta geht nach dem Prinzip des Radwege-Leitsystems vor. In Kooperation mit den Städten, Gemeinden und den Tourist-Informationen werden 46 örtliche Wege neu ausgewiesen.

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Der Parkplatz am Start des Kardinalswegs am Kloster Damme: Teilweise stehen schon Infotafeln und Schilder. Die alten Halterungen können für die neuen genutzt werden. Foto: E.Wenzel

Der Parkplatz am Start des Kardinalswegs am Kloster Damme: Teilweise stehen schon Infotafeln und Schilder. Die alten Halterungen können für die neuen genutzt werden. Foto: E.Wenzel

Ein kreisweit einheitliches Wanderwegesystem – das soll nun der "Masterplan Wandern" erreichen. Das Kooperationsprojekt zwischen der Vechtaer Kreisverwaltung, den Städten und Gemeinden und den Tourist-Informationen im Oldenburger Münsterland ähnelt dem Radwege-Leitsystem, das 2018 eingeführt wurde. Auf den 46 örtlichen Wegen können Wanderer dann die Landschaft des Kreises erkunden. Dazu kommen die neun überörtlichen Wanderwege, die miteinbezogen werden.

Die Umsetzung soll den Vorgaben des Deutschen Wanderverbandes entsprechen, teilt die Pressesprecherin des Kreises Vechta, Eva-Maria Dorgelo, mit. Wie auch bei dem Radwege-Knotenpunktsystem übernimmt das Büro Spradau aus Rastede die Planungsleistungen. Es werden die verschiedenen Anforderungen der Wanderer in Betracht gezogen. Das bedeutet, dass es unter anderem Familientouren, aber auch Routen für bewegungseingeschränkte Menschen geben soll. Darüber hinaus werden Wanderer die Länge ihrer Route durch Verknüpfungen flexibel anpassen können.

Zurzeit entspreche das Wege-System im Erholungsgebiet Dammer Berge einem Knotenpunktsystem, erklärt Bernd Stolle, der Geschäftsführer der Tourist-Information Erholungsgebiet Dammer Berge. Getrennt davon gebe es einen Nordic Walking Park mit einer eigenen Beschilderung. Dort gäbe es auch Angaben zu den Rundtouren, den Kilometern und der Bodenbegebenheit. So solle es in Zukunft auch auf den Wegen des Kreissystems aussehen.

Im Nordkreis Vechta sind zur Zeit nur einige Wege ausgeschildert

Im Nordkreis Vechta hingegen seien zurzeit nur vereinzelte Wege ausgeschildert, erklärt die Geschäftsführerin der Tourist-Information Nordkreis Vechta, Katharina Bornhorn. So wurden zum Beispiel im Zuge des Wanderprojekts der Wildeshausener Geest Wanderwege in den Gemeinden Goldenstedt und Visbek ausgewiesen. Bornhorn ist sich sicher: "Da es bisher kein einheitliches Wanderwegeleitsystem im Nordkreis Vechta gibt, wäre die Umsetzung des Masterplan Wandern im Landkreis Vechta eine erhebliche Verbesserung."

Ausgewiesen werden die Wege mit neuen Wegweisern und Pfosten. Die alten werden ausgetauscht. Darüber hinaus werden Informationstafeln an Rathäusern und Wanderparkplätzen angebracht. Das Logo "Wandern im Landkreis Vechta" soll laut Eva-Maria Dorgelo noch offiziell vorgestellt werden. Voraussichtlich 2022 soll die Beschilderung installiert werden. Doch bei den Tafeln und Karten bleibe es nicht. Auch in bekannten Wander-Apps wie "Outdooractive" und "Komoot" werden die Touren aufrufbar sein.

Zu den Wegweisern und Infotafeln kommen auch Infotafeln zum richtigen Verhalten in der Natur und dem Mountainbike fahren. Im Sinne des Naturschutzes sei beispielsweise das Mountainbiken in den Wäldern nicht erwünscht, erläutert Bernd Stolle.

Die Wege wurden im Voraus von ehrenamtlichen Bestandserfassern bewertet

Welche Wege für das Projekt infrage kommen, wurde von zwölf Ehrenamtlichen bewertet. Sie wurden vom Deutschen Wanderverband geschult und als Bestandserfasser zertifiziert. In die Bewertung flossen nicht nur die Wege selbst ein, sondern zum Beispiel auch die Einbindung von Gastronomie- oder Kulturangeboten. Außerdem werden nicht nur die örtlichen Wege betrachtet, sondern auch die neun überregionalen bedeutsamen Wege, die durch den Landkreis verlaufen, wie beispielsweise der Jakobsweg oder der Pickerweg. Diese würden immer mehr an Beliebtheit gewinnen, meint Katharina Bornhorn.

Bernd Stolle ist aufgefallen, dass das Interesse am Wandern in der Corona-Zeit zugenommen hat. Viele schätzten die Natur wieder, meint er. Dieselbe Beobachtung hätten die anderen Tourist-Informationen gemacht. "Wir müssen auch auf das Verhalten der Gäste achten. Bis jetzt haben wir uns auf das Radfahren konzentriert, aber das Interesse am Wandern steigt", sagt Johannes Knuck, der Abteilungsleiter Tourismus beim Verbund Oldenburger Münsterland. Das neue einheitliche Wanderwegeleitsystem würde das Potenzial der Region ausschöpfen und das bestehende Angebot optimieren und langfristig weiterentwickeln.

Die Kosten für die einheitliche Wanderinfrastruktur betragen aller Voraussicht nach 360.000 Euro. Gefördert wird das Projekt durch das Förderprogramm LEADER mit 100.000 Euro. Der Kreis und die Kommunen werden jeweils 130.000 Euro der Kosten tragen. Der Finanzausschuss des Kreistags hat die Ausgaben für das Projekt am Donnerstag gebilligt und dem Kreistag die Zustimmung empfohlen.

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