Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Der Mann mit dem Bohrer

Kolumne: Meine Woche –  Allein der Gedanke an den Zahnarzt ruft Angstschweiß bei mir hervor. Wenn dann noch eine Wurzelbehandlung ins Spiel kommt, ist der Ofen aus.

Artikel teilen:

Klatschnass war meine Bluse nach meinem Zahnarztbesuch in dieser Woche. Mindestens 1500 Kalorien werde ich während der 20 Minuten, die ich auf dem Behandlungsstuhl saß, verbraucht haben. So sehr stand mein Körper unter Anspannung – vom Zehennagel bis zur Haarspitze. Ich sage nur ein Wort: Wurzelbehandlung.

2 Nächte vor dem Termin konnte ich schon nicht mehr schlafen. Morgens schlichen sich immer wieder die Geräusche des Bohrers in meine Ohren. Nachmittags flogen kleine weiße Zähne vor meinem inneren Auge entlang. Kurz gesagt: Ich konnte an nichts anderes mehr denken.

"Schon fertig", hieß es 15 Minuten später.

Ähnlich wie bei Harry Potter und "Voldemort", der in den Büchern und Filmen nur mit "Er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf" betitelt wird, wird über das Thema "Zahnarzt" bei uns in der Familie während meiner Anwesenheit gesprochen.

Ich bin einfach ein klassischer Angst-Patient. Das weiß mein Zahnarzt zum Glück aber auch, weswegen er immer besonders behutsam mit mir umgeht. Er nehme es auch nicht persönlich, dass ich eigentlich nicht gerne zu ihm in die Praxis komme, sagte er, während er die Rückenlehne herunterfahren ließ und die Betäubungsspritze aufzog.

Ich atmete noch einmal tief durch und haderte der Dinge, die dann kamen. Schmerzen hatte ich natürlich keine. Unangenehm war es irgendwie trotzdem. Diese Herumgefuchtelei im Mund und die Geräusche der unterschiedlichen Bohrer mag ich einfach nicht.  "Schon fertig", hieß es 15 Minuten später. "Schon" ist Ansichtssache und liegt im Auge des Betrachters. Aber ich hatte es geschafft. Meine erste Wurzelbehandlung. Und noch Tage später bin ich stolz wie Bolle. Doof nur, dass 4 Sitzungen notwendig sind und ich in 1,5 Wochen zum nächsten Termin muss.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Der Mann mit dem Bohrer - OM online