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Der #Djoker

Kolumne: Irgendwas mit # – Die Welt blicke vergangene Woche nach Australien. In "Down Under" läuft derzeit das erste Grand Slam Turnier des Jahres. Schade, dass der Sport nur nebensächlich ist...

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Was ist das einzig gute an einem Shitstorm? Er geht schnell vorüber. Was gestern noch für Empörung gesorgt hat, ist morgen schon wieder vergessen. Nicht zu unterschätzen ist hingegen, was die mediale Aufmerksamkeit, die Kritik und auch der Hass vieler Millionen Menschen bei einem Einzelnen für Spuren hinterlassen können.

Er sei psychisch sicher schwer getroffen. Das Thema werde ihn noch eine ganze Weile mitnehmen. Der Coach von Novak Djokovic hat sich eine Woche nach der Ausweisung des Serben aus Australien zu dessen Zustand geäußert. Das Visum des Tennisprofis war annulliert worden. Die Begründung des Gerichts, er stelle eine „Bedrohung“ dar, hat dem #Djoker nach dem Hin und Her um seine Turnierteilnahme bei den Australien Open wahrscheinlich noch den Rest gegeben.

Zur Einordnung: Die Welt blickte Anfang des Monats nach Melbourne, wo derzeit das erste Grand Slam Turnier des Jahres stattfindet. Wann lag auf dem Tennissport das letzte mal so viel Aufmerksamkeit? Moment. Mein Fehler. Die Aufmerksamkeit lag nicht auf dem Sport, es ging um den Spieler. Und eigentlich nicht mal das. Es ging um seinen Impfstatus. Denn nach Australien einreisen darf nur, wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist.

Ein Instagram-Post, ein (zunächst) unbekannter Impfstatus, eine Ausnahmegenehmigung, Gerichtsverhandlungen, Tennistraining, ein positiver PCR-Test, eine seltsame Pressekonferenz, ein Jesus-Vergleich. Das alles war Teil des wirklich skurrilen und kurzen Djokovic-Aufenthalts 2022 in Australien.

"Was wäre gewesen, wenn der Serbe einfach so eingereist wäre. Still und heimlich..." Joanna Abou Boutros

Ein Instagram-Post. Mit diesem hatte der Tennisstar der Welt mitgeteilt, dass er mit einer Ausnahmegenehmigung nach Melbourne reisen wird. Djokovic’ großer Fehler? Was wäre gewesen, wenn der Serbe einfach so eingereist wäre. Still und heimlich. Wäre das Thema so groß geworden – über den Rand der Tenniswelt hinaus? Ich glaube kaum.

Der #Djoker provoziert. Wer Tennis verfolgt, weiß das. Und dieses Mal hat ihn seine polarisierende Art den Titel gekostet. Den Titel „Australien-Open-Sieger 2022“. Den Titel „Bester Tennisspieler aller Zeiten“. Den Titel „Zehnfacher Grand-Slam-Sieger“.

Djokovic kam und ging und der Shitstorm mit ihm. Die Fragen aber bleiben: An welchen Turnieren wird Djokovic in diesem Jahr teilnehmen dürfen? Wird er sich doch noch impfen lassen? Warum hat er es noch nicht getan? Und ja, ich stelle mir auch diese Fragen: Warum ist die Debatte – mal wieder – in Hass und Ärger umgeschlagen? Hätte man mit dem so wichtigen Thema Impfung anders umgehen können, um wenigstens zu versuchen, mehr Menschen von dem Piks zu überzeugen? Das Ganze hat in meinen Augen nur zu einer weiteren Verhärtung der Fronten geführt. Schade.


Zur Person:

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