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Der Böller-Klub Vechta lässt es knallen

Sei es eine selbst hergestellte Kanone oder ein Handböller ab Werk: Der Böller-Klub Vechta begeistert mit seinen Knallern. Eine Probe können Interessierte am Donnerstag beim Freizeitpark erleben.

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Leben Tradition: Durch ihre auffällige Tracht wollen die Mitglieder des Böller-Klubs die Zuschauer begeistern. Foto: M. Niehues

Leben Tradition: Durch ihre auffällige Tracht wollen die Mitglieder des Böller-Klubs die Zuschauer begeistern. Foto: M. Niehues

Sie lassen es so richtig krachen. Seit 2019 sorgt der Böller-Klub Vechta für den traditionellen Knall zu besonderen Anlässen – sei es beim Hochzeitsböllern, Jubiläumsböllern, Geburtstagsböllern oder bei den Salutschüssen zum Stoppelmarkt. Auch beim Freizeitpark Vechta sind die Klub-Mitglieder zu finden.

Insgesamt 25 Mann und Frau stark ist der Klub mittlerweile. Ein deutlicher Zuwachs, meint Mitglied Christof Lienesch. Mit zehn Mitgliedern wurde der Klub seinerzeit gegründet. Lienesch ist nun seit 1 Jahr dabei. Mangels Alternativen wollte der Vechtaer einen eigenen Böller-Klub gründen. Dann wurde er jedoch auf den Vechtaer Klub aufmerksam. "Eine wahre Besonderheit", so Lienesch: Ihm fallen im Umkreis von 50 Kilometern nur 5 ähnlich ausgerichtete Vereine ein. "Das ist ein bisschen eingeschlafen hier oben", erklärt er. In Bayern sähe die Lage anders aus. Dort würde die Tradition des Böllerns noch gelebt.

Genau diese sei dem Vechtaer Klub wichtig. Geböllert wird nur zu besonderen Anlässen. Und das nicht, weil es an Anfragen mangele. "Wenn wir das wollen, könnten wir jede Woche böllern", lacht Lienesch. Das sei aber gar nicht das Ziel, Salutschießen sei auch immer Ehrenschießen. "Wir böllern nicht an jedem beliebigen Geburtstag. Das soll etwas Besonderes bleiben.“ 

Mit dem passenden Outfit werden Vorstellungen zu Shows

Daher hätten die Kanoniere das Ziel, ihre Auftritte zu Spektakeln werden zu lassen. „Wir wollen eine Show machen“, nennt es Lienesch. Einheitlich tragen sie eine Landsknechtuniform und mittelalterliche Gewänder. Manchmal sei auch eine Leibgarde samt Hellebarde, einer Mischform von Hieb- und Stichwaffe, dabei – vielerorts ein willkommenes Fotomotiv.

So auch beim Stoppelmarkt im nächsten Jahr. Dort wollen sie den Markt traditionell mit 3 Schüssen einleiten und mit 3 Schüssen beenden – "wie es früher auch gemacht wurde", erklärt Lienesch. Zum "Probeschießen" sind die Kanoniere am Donnerstag (5. August) auf der Wiese beim Freizeitpark Vechta vor Ort. In 3 verschiedenen Lärmstufen leiten die Mitglieder des Klubs um 14 Uhr das bunte Treiben ein. 

Wie laut die Böller sind, hängt davon ab, welche Art benutzt wird. Der Verein verfügt über Handböller, Standböller, Schaftböller und sogar eine Kanone. Jedes Mitglied verfügt dabei - mit der nötigen Erlaubnis - über sein eigenes "Instrument". Lienesch präsentiert stolz seinen Schaftböller, für 1600 Euro auf Bestellung hergestellt. Aber: Der Verein stellt auch selbst Böller her. Dafür bringen die Schlosser ihre Kenntnisse ein, auch die große Kanone des Klubs hat ein Mitglied in Handarbeit hergestellt. Das Rohr alleine wiege 550 Kilogramm; es wurde in Dinklage gegossen.

Beim Böllern ist Vorsicht geboten

Wichtig ist Lienesch bei aller Begeisterung fürs Hobby: "Was wir da machen, ist keine Spaßveranstaltung." Obwohl die Mitglieder zum Böllern keinen Jagd- oder Waffenbesitzschein benötigen, durchlaufen sie eine Ausbildung. Dafür besuchen sie Lehrgänge mit staatlich geprüften Ausbildern und absolvieren eine schriftliche Prüfung.

Hinzu komme die vereinsinterne Vorsicht: Alle Mitglieder müssen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen. Außerdem dient das erste Jahr als Probejahr. Von den 25 Mitgliedern sind 17 ausgebildete Böllerschützen. Alle anderen schießen nicht. Auf die nötige Sicherheitskleidung und den Abstand wird geachtet. "Es gab noch keine Verletzungen", betont Lienesch den Sicherheitsgedanken.

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