Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Der beliebte Pfarrer Silva verlässt die Pfarrei St. Johannes Baptist

Nach 9 Jahren wechselt Silvaraju Kativallu in die Kirchengemeinde St. Johannes in Oldenburg. Der indische Geistliche bleibt den Katholiken in Holdorf und Steinfeld aber in anderer Funktion erhalten.

Artikel teilen:
Gemischte Gefühle: Pfarrer Silvaraju Kativallu blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf seine Zeit in der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist zurück. Foto: Vollmer

Gemischte Gefühle: Pfarrer Silvaraju Kativallu blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf seine Zeit in der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist zurück. Foto: Vollmer

9 Jahre ist es her, seitdem Silvaraju Kativallu aus Indien in die Pfarrei St. Johannes Baptist gekommen ist. Nun beginnt für den 45-Jährigen ein neues Kapitel: Er wechselt am 1. August in die katholische Kirchengemeinde St. Josef in Oldenburg. Vorher wird der beliebte Geistliche seine letzte Messe in der Kirche St. Peter und Paul in Holdorf zelebrieren. Es ist aber kein Abschied für immer.

"Silva", wie Kativallu eigentlich von allen genannt wird, bezeichnet Holdorf und die Pfarrei als seine 2. Heimat. Der stets offene und kontaktfreudige Priester habe sich während seiner Zeit als Seelsorger in der Pfarrei St. Johannes Baptist immer äußerst wohlgefühlt. Bereits am Tag seiner Ankunft lud ihn Pfarrer em. Helmut Middendorf dazu ein, gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. "Ich wurde hier sehr herzlich aufgenommen und das hat es mir einfach gemacht. Ich hatte hier wirklich eine tolle Zeit", bilanziert Kativallu.

Der beliebte Pfarrer, der noch bis Ende Juli in den vier Gemeindeteilen Holdorf, Steinfeld, Mühlen und Handorf-Langenberg aktiv ist, nimmt auch außerhalb seines Dienstes gerne am gesellschaftlichen Leben in den Gemeinden teil. So engagiert sich Pfarrer Silva im Schützenverein Holdorf, in der Freiwilligen Feuerwehr Steinfeld, als Seelsorger für die Feuerwehr in Vechta und bei den Holdorfer Jägern. Er gehörte der Rentnerband an, die sich um die Pflege des Umfeldes der Kirche St. Peter und Paul kümmert. Gerne hat er als Präses der Kolpingfamilie Mühlen gearbeitet und beim Plattdeutschen Theater in Holdorf mitgewirkt. Außerdem spielte er vor der Corona-Pandemie Fußball in Holdorf und Badminton in Handorf-Langenberg.

Vor allem setzt sich der Inder aber für die Jugendarbeit ein. So ist er beispielsweise bis dato Kurat bei den Steinfelder Pfadfindern, dem "Stamm von Schagen". Kativallu sagt: "Ich mache außerdem immer gerne was mit der Landjugend zusammen. Das macht mir besonders Spaß."

Kativallu wird Präses der Landjugend im Landesverband Oldenburg

Die Jugendarbeit wird auch zu einer zentralen Herausforderung bei seiner neuen Stelle in Oldenburg. Neben der Seelsorge in den Gemeinden Bümmerstede, Sandkrug, Wardenburg und Kreyenbrück übernimmt Kativallu das Amt des Präses der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) im Landesverband Oldenburg. Das bedeutet, dass der 45-Jährige auch weiterhin zumindest indirekt für die Pfarrei St. Johannes Baptist zuständig ist. So bleibt Kativallu der Kirchengemeinde trotz seines Abschieds irgendwie doch erhalten.

Zu den Beweggründen für seinen Weggang sagt der Geistliche, die Entscheidung sei in Absprache mit Bischof Felix Genn und der Bistumsleitung gefallen. "Ich bin jetzt im Bistum Münster inkardiniert und habe das Angebot erhalten, in die katholische Kirchengemeinde St. Johannes in Oldenburg zu wechseln. Dieser Herausforderung möchte ich mich nun stellen."

Die sich anbahnende Entwicklung der neuen Pastoralen Räume habe keinen Einfluss auf seine Entscheidung gehabt. Stattdessen wäre nach 9 Jahren einfach die Zeit gekommen, ein neues Umfeld kennenzulernen. Es sei für ihn eine Chance, mehr von der kulturellen Vielfalt in Deutschland zu sehen, sagt er.

Letzte Messe findet am 31. Juli um 11 Uhr in Holdorf statt

Doch der Pastor versichert auch, immer wieder gerne nach Holdorf und Steinfeld zurückzukehren. Durch die Position des Präses der Landjugend sei dies beruflich quasi eine Pflicht: "Wenn ich an meine Zeit in Holdorf denke, blicke ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Ich konnte viele schöne Erinnerungen sammeln und ziehe nun doch schweren Herzens weiter", sagt Kativallu wehmütig. Er führt fort: "Aber ich freue mich auf die Möglichkeit, durch die neue Aufgabe mit vielen jungen Christen in der Region zusammenzukommen. Ich möchte etwas von unserer guten Botschaft weitergeben."

Nachdem am 10. Juli bereits der Abschiedsgottesdienst mit großem Grillfest und über 600 Gästen gefeiert wurde, zelebriert Kativallu nun seine letzte reguläre Messe in der Kirche St. Peter und Paul in Holdorf. Beginn ist am Sonntag (31. Juli) um 11 Uhr. Sein Nachfolger wird Pater Joseph Niravathuparampil, der ab dem 1. August als Seelsorger in der Pfarrei St. Johannes Baptist tätig ist.


Zur Person:

  • Silvaraju Kativallu wurde am 3. August 1976 in Lothkunta (Indien) geboren.
  • Er hat insgesamt 6 Geschwister.
  • Von 1992 bis 2004 war er im Priesterseminar in der Erzdiözese Hyderabad in Indien.
  • Am 14. April 2004 wurde Kativallu in Bhongir zum Priester geweiht.
  • Nach Jahren als Kaplan kam er 2013 nach Deutschland.
  • In seiner Freizeit bekocht er seine Gäste gerne mit traditionell indischen Gerichten, fährt Fahrrad oder beschäftigt sich im Garten.

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Der beliebte Pfarrer Silva verlässt die Pfarrei St. Johannes Baptist - OM online